Gobelin der Gemeindewappen

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Gobelin der Gemeindewappen von Michaela Melián
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Gobelin der Gemeindewappen von Michaela Melián

Der Gobelin der Gemeindewappen von Michaela Melián ist ein textiles Kunstwerk für den Landtagssitzungssaal im Chiemseehof in der Stadt Salzburg.

Beschreibung

Der Landtagssaal wurde von 2017 bis 2019 renoviert. Über die Kunst am Bau erhielt Michaela Melián den Auftrag, aus den Wappen aller Gemeinden einen Gobelin für den Salzburger Landtag zu gestalten.

Der Gobelin knüpft an die Tradition der Landtafeln (1620, 1706, 1739) an, die sich schon bisher im Landtagssaal befanden. Auf diesen Landtafeln sind die Wappen der Landstände jedoch in einer hierarchischen Lesart angebracht. Im Landtag des 21. Jahrhunderts, der durch ein allgemeines und gleiches Wahlrecht gewählt wird und für alle Bürgerinnen und Bürger stellvertretend die Gesetzgebung ausübt, sollte die Gleichheit und Gemeinsamkeit der Bürger und Gemeinden besonders zum Ausdruck kommen.

Die Künstlerin hatte daher die Idee, die Wappen in einzelne Teile zu zerlegen und diese anschließend zu in einer großen Collage zu vereinen. Um das zu erreichen, waren einige Hindernisse zu überwinden.

Zuerst mussten die rechtlichen Bestimmungen über den Gebrauch der Gemeindewappen geändert werden. Um Gemeindewappen zu verwenden ist es erforderlich, dass die jeweilige Gemeindevertretung einen Beschluss fasst und auch für eine einmalige Verwendung eine Gebühr an die Gemeinde zu entrichten ist. Bei 119 Salzburger Gemeinden hätte dies zu einer erheblichen zeitliche Verzögerung und Verteuerung des Kunstwerks geführt. Daher hat der Landtag eine Änderung der Salzburger Gemeindeordnung beschlossen: „Dies gilt nicht für den Gebrauch von Gemeindewappen durch das Land Salzburg, wenn durch diesen Gebrauch die Identifikation des Landes Salzburg mit seinen Gemeinden in besonderer Weise zum Ausdruck kommt.“ [1]

Als sichtbare Störfaktoren erwiesen sich die vielen Formen und deren unterschiedlichen Größen, sowie die bunten Farben. So entstand die Idee, die verwendeten Symbole auf eine Größe zu vereinheitlichen und die Farben in eine Schwarz-Weiß-Schattierung zu übersetzen. Insgesamt sind es in dem Gobelin zwölf Abstufungen von Weiß über Grau bis Schwarz. Auf diese Weise wurde die Verschmelzung der einzelnen Fragmente zu einer Einheit noch mehr unterstützt.

Die Wappen der Gemeinden sind miteinander verwoben und zur einer großen Collage in einem Format neu kombiniert worden.

Auf dem Gobelin wiederholen sich die Symbole wie Steinbock, Gämse, Pferd, Hirsch, Adler, Fisch, Berg, Blume, Baum, Wasser, Kirche, Mühle, Werkzeug, Bergbau, diverse Schutzheilige in unterschiedlicher Ausführung und Größe. Alle Tiere blicken nach links.

Gewoben hat den Gobelin die Flanders-Tapestries in Belgien. Der Gobelin hat 16 000 Kettfäden. Das Material besteht aus 16% Seide, 60% Baumwolle und 24% Wolle. Verarbeitet wurden Fäden in verschiedenen Stärken. Dieser spezielle Materialmix sorgt für eine angenehme Haptik. Der Webvorgang alleine hat zehn Tage gedauert.

Die Tapisserie mit 245 cm x 460 cm hängt im Vorraum.

Quelle

  • Tag der offenen Tür im Chiemseehof, 5. April 2019, Informationsblatt und Vortrag von Michaela Melián

Einzelnachweis