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Chiemseehof

Chiemseehof (Innenhof) Aufnahme vor 2019: v.l.n.r.: Amtssitz von Landtag, Landeshauptmann und Landesregierung, sowie der Landesamtsdirektion des Amtes der Salzburger Landesregierung
Sitzungszimmer der Salzburger Landesregierung
Chiemseehof, Berchtesgadener Hof Neubau und Gurkerhof Neubau im Kaiviertel
Kupferstichkabinett aus dem Jahr 1750
Chiemseehof Innenhof im Vergleich der Jahre 2010 (oberes Bild) und 2019
Gurkerhof Neubau, Berchtesgadener Hof, Garten Chiemseehof Panorama Ansicht: Ost nach West

Der Chiemseehof im Kaiviertel der Salzburger Altstadt ist ein Amtsgebäude des Landes Salzburg und zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hier befinden sich der Sitz des Salzburger Landtags (Gesetzgebung), des Landeshauptmanns (Vollziehung Bund und Land) und der Salzburger Landesregierung (Vollziehung Land), sowie der Landesamtsdirektion des Amtes der Salzburger Landesregierung, insgesamt also der Sitz der Gebietskörperschaft Land Salzburg. [1]

Wer ist wo?

Stiege I

  • Landeshauptmann
  • Landesregierung
  • Landesamtsdirektion des Amtes der Salzburger Landesregierung

Stiege II

  • Salzburger Landtag, Landtagspräsident, Landtagsklubs
  • Großer Sitzungssaal, 1. OG
  • Landtagsausschusssitzungszimmer, EG

Stiege III

  • Großer Sitzungssaal, 1. OG
  • Landtagsausschusssitzungszimmer, EG
  • Landtagsklubs

Stiege IV

  • Landesamtsdirektion

Geschichte

Das Gebiet, auf dem sich der Chiemseehof befindet, gehörte ursprünglich zum Grundbesitz des Erzstiftes St. Peter. Für die Bischöfe von Chiemsee, die als Weihbischöfe den Erzbischof von Salzburg unterstützten wurde es immer wichtiger, in Salzburg einen ständigen Wohnsitz einzurichten. Bischof Adalbert von Fohnsdorf erwarb 1305 den Grund für den Hof der Bischöfe von Chiemsee von St. Peter. Die Hauskapelle entstand 1355. Um 1445 wurde der Getreidekasten durch Bischof Silvester Pflieger (1438–1451) errichtet. 1512 erwarben die Bischöfe auch ein bei dem Gebäude gelegenes Grundstück von St. Peter, das sie zu einem Garten gestalteten. In der Folge wurden weitere umliegende Liegenschaften angekauft und im 16. Jahrhundert zu einem Ensemble verschmolzen. [2] Nach einem Brand 1694 wurde das Ensemble aus fünf zusammengehörigen Häusern (Turm, Kapelle, Schlossgebäude, Sala Terrena, Bedienstete) bis 1700 wiederaufgebaut.

Die Bischöfe Sigmund Ignaz von Wolkenstein-Trostburg (1696 und Sigmund Carl von Castel-Barco gaben dann dem Gebäude ihr Aussehen, das es im Grunde noch heute hat.

Das Bistums Chiemsee wurde 1808 aufgelöst, der Chiemseehof diente bis 1814 aber weiter als Residenz des letzten nun emertierten Bischofs von Chiemsee, Sigmund Christoph von Waldburg zu Zeil und Trauchburg. 1824 bis 1835 residierte hier Erzbischof Augustin Gruber.

Nach der endgültigen Auflösung des Bistums im Jahr 1817 zog der Salzburger Erzbischof Augustin Johann Joseph Gruber ein, von 1836 bis 1841 boten die bischöflichen Gemächer der Familie des spanischen Kronprinzen Don Carlos Zuflucht.

1856 bis nach 1863 gehörte der Chiemseehof zum kameral-ärarischen Besitz. [3] [4]

Amtssitz Land Salzburg

1864 wurde der Chiemseehof dem Landesausschuss, der neuen Vertretung des Landes, provisorisch zur Nutzung überlassen. Die k.k. Staatsverwaltung behielt sich die Neue Residenz als Diskasteralgebäude und es gab bereits damals eine Diskussion über die Rückgabe von ehemaligen Landeseigentum an das Land.[5] [6]1866 trat die k.k. Staatsverwaltung den Chiemseehof samt Garten und Zubehör das Land Salzburg ab. [7] [8] Der ehemalige Getreide-Schüttkasten wurde für den neu eingerichteten Salzburger Landtag zum Landtagssitzungssaal umgebaut.[9] An der Stirnseite des Landtagssaales wurde eine längliche steinerne Tafel in altdeutscher Schrift eingemauert, mit den Worten: "Memorare novissima" (Bedenke den Letzten Tag). Diese Tafel war schon in dem früheren Gebäude eingemauert gewesen. Bei der Adaptierung des Gebäudes beließ man sie nicht ohne Grund. So wurde der Chiemseehof zum Landhaus. Die erste Sitzung im neu errichteten und bis heute genutzten Sitzungssaal des Landtags fand 1868 statt.

Bei der Planierung des Innenhofes wurde am 6. November 1866 ein römischer Mosaikboden gefunden, etwa in der Größe einer mittleren Tischplatte. Das Mosaik war gut erhalten, die Farben dunkel. Das Bildnis zeigte die Entführung der Europa durch Jupiter in Stiergestalt. Es fehlte leider der Kopf der Europa.[10]

1875 die Hofkapelle im Zuge der weiteren Adaptierung abgetragen und es entstand dort der ein Zubau, in dem sich das Büro des Landtagspräsidenten befindet.

1948 wurde der Landtagssaal renoviert, 1967 wurde die Fassade saniert und vereinheitlicht, 1977 kam es zu einer Innenrenovierung. 2011 musste das Büro von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Schon im April 2010 hatten Techniker das Problem erkannt: die Decken im Eingangsbereich der Stiege 1 sowie im zweiten Obergeschoss ("Dippelbaum-Konstruktion") mussten daraufhin mit Metallstehern abgesichert werden. Allerdings dürften die im April 2010 entdeckten Schäden schon länger bestanden haben. Erst nach einer Öffnung der Zwischendecke konnte das Gesamtausmaß des Schadens geschätzt werden. Experten gingen im März von Kosten von rund 250.000 Euro aus.

Eine bereits seit längerem beschlossene Sanierung, die aus Kostengründen sich über mehrere Jahre verteilt, hatte 2010 bereits zur Sanierung der Fassade im Eingangsbereich geführt. Im Sommer und Herbst wurde dann die Ton- und Übertragungstechnik im Landtagssitzungsaal erneuert, sowie dieser ausgeweißt und dessen Vorhänge ausgetauscht (Gesamtkosten 120.000 Euro).

Zuletzt wurde von 2017 bis 2019 der Landtagstrakt umfassend saniert und barrierefrei zugänglich gemacht.

Bilder

  Chiemseehof – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
  Chiemseehof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

Einzelnachweise