Hilde Schmidberger

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Stolperstein für Hilde Schmidberger (Rudolfsplatz 2)

Hilde (Hildegard) Schmidberger (* 1. November 1925 in Salzburg , † 31. Jänner 1945 in München-Stadlheim ermordet) war ein aus Salzburg deportiertes Opfer des Nationalsozialismus.

Leben

Sie war das uneheliche Kind einer Frau, die als Dienstmädchen und Bürogehilfin in Salzburg arbeitete. Anfang der 1930er-Jahre verließ sie die Stadt Salzburg, wo sie ihre kleine Tochter zurückließ.

Hilde wuchs an verschiedenen Pflegeorten auf und stand unter Aufsicht des Jugendamtes. Obwohl sie die Hauptschule mit gutem Erfolg absolvierte, konnte aber als uneheliches Mädchen der Unterschicht keinen Beruf erlernen. Sie arbeitete darum als Hausmädchen in St. Gilgen und zuletzt im Landeskrankenhaus. Amtsbekannt war, dass Hilde schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, wofür sie eine Woche Jugendarrest wegen Diebstahls erhalten hatte.

Sie wurde am 23. November neuerlich wegen Diebstahls eines Trachtenjäckchens, eines Trachtenhutes und eines Koffers mit Kleidungsstücken im Gesamtwert von 230 Reichsmark angezeigt. Zur Todesstrafe führte nicht die Tat, sondern die Tatzeit - Diebstahl nach den ersten US-amerikanischen Bombenangriffen auf Salzburg im Kriegsjahr 1944. Damit konnte der österreichische Jurist Dr. Stephan Balthasar als Oberstaatsanwalt beim Sondergericht Salzburg einen Antrag auf Verhängung der Todesstrafe stellen.

Das Verfahren fand im Schwurgerichtssaal des Salzburger Justizgebäudes am Rudolfsplatz am 2. Dezember 1944 statt. Nach zweieinhalb Stunden Verhandlung wurde das Todesurteil gegen die 19-jährige Hilde Schmidberger gefällt.

Am 5. Dezember wurde Schmidberger von der Salzburger Haftanstalt, Schanzlgasse 1, in das Strafgefängnis München-Stadelheim überstellt, wo sie 57 Tage in ihrer Todeszelle verbrachte. Am 31. Jänner 1945 wurde das Todesurteil vollstreckt. Begraben wurde sie am Perlacher Forst.

Am 28. September 2017 wurde in Salzburg, Rudolfsplatz 2, ein Stolperstein zu ihrem Gedächtnis verlegt.

Quelle