Hubert Raudaschl

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Hubert Raudaschl

Hubert Raudaschl (* 26. August 1942 in St. Gilgen, Flachgau) ist ein bekannter Salzburger Segler.

Hubert Raudaschl betreibt heute in Ried bei St. Wolfgang die Firma "Doyle Raudaschl Segelmacher".

Vorgestellt

Er hat den Segelsport geprägt, und der Segelsport hat ihn geprägt. Die sportliche und auch berufliche Karriere des noch immer blendend aussehenden St. Wolfgangseers ist untrennbar mit dem Segeln verbunden. Der Sohn eines Bootsbauers habe "nahezu zeitgleich mit dem Gehen auch das Segeln gelernt", schrieb die "Süddeutsche Zeitung" über Hubert Raudaschl. Das ist zwar leicht übertrieben, tatsächlich sammelte er im Alter von sechs Jahren erste Erfahrungen mit dem Sport, der sein Leben bestimmen sollte. Der erste Sieg gelang ihm mit 15, wenig später schaffte er den internationalen Durchbruch.

Am Ende seiner Karriere standen fünf Europameister-, zwei Weltmeister- und 22 nationale Titel zu Buche. Dazu kam die weltweit unerreichte Zahl von zehn Teilnahmen bei Olympischen Spielen in den Jahren 1960 (Rom) bis 1996 (Atlanta). Zwei Mal kehrte er von den Sommerspielen mit Edelmetall heim. 1968 in Mexiko (Finn) und 1980 in Moskau/Tallinn (Star) gewann er jeweils die Silbermedaille. "Den Fels in der Brandung" - wie ihn die "yacht revue" im Jahr 2002 in einem Porträt anlässlich seines 60. Geburtstages titulierte, zeichnete ein außerordentliches theoretisches Wissen und ein glänzendes Gespür für Taktik und Technik aus. Das hängt mit Raudaschls Berufen als Segelmacher und Schiffszimmermann zusammen, in denen er es ebenfalls zu einer bemerkenswerten Meisterschaft brachte. Von seinem Zeichentisch stammen die Entwürfe für zahlreiche Bootstypen, die im eigenen Betrieb (Firma Doyle) gefertigten Segel exportierte er in 54 Länder.

Durch seinen Beruf und seinen Sport lernte er nicht nur beinahe die ganze Welt, sondern auch viele faszinierende Persönlichkeiten kennen. So verbindet ihn mit dem segelbegeisterten IOC-Präsidenten Jacques Rogge eine langjährige Freundschaft. Und als vor einigen Jahren der norwegische König Harald bei einem Staatsbesuch nach Salzburg kam, erkundigte er sich vorsorglich, ob zu diesem Zeitpunkt Raudaschl zu Hause sei.

Mit der "Adabei-Gesellschaft" will Raudaschl nichts zu tun haben. Um die Schickimickis macht der Ehrenbürger von St. Gilgen einen großen Bogen. In seiner noch immer spärlichen Freizeit hat er Wichtigeres zu tun. An die 800 Stunden im Jahr verbringt er in seiner stattlichen Bibliothek. In den vergangenen Jahren hat er Malen und Zeichnen als Hobby entdeckt. "Wenn ich genug Bilder beisammen habe, mache ich eine Ausstellung," verspricht er.

Erfolge

  • 10 Olympia-Teilnahmen
    • Silbermedaille 1968 im Finn (Mexiko)
    • Silbermedaille 1980 im Star (Moskau/Tallinn)
  • Über 80 Teilnahmen an Welt- und Europameisterschaften
    • Weltmeister 1964 im Finn (St. Gilgen)
    • Weltmeister 1971 im Minitonner (Porto Etzole)
    • Vizeweltmeister 1970 im Contender
    • Vizeweltmeister 1972 im Halbtonner
    • Europameister 1966 im Finn
    • 4x Europameister im Star
    • 4 Zweite und 4 Dritte Plätze bei Europameisterschaften im Star und Soling
  • 22 Österreichische Meistertitel in den Bootsklassen Finn, Tempest, Soling und Star

Auszeichnungen

Hubert Raudaschl ist Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde St. Gilgen. Am 7. April 2011 wurde er bei der Wahl zu Salzburgs Sportler des Jahres 2010 für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Quellen

  • Salzburger Nachrichten (Georg Schinwald)
  • Joachim Glaser: Salzburger Sportler, Verlag Anton Pustet, ISBN 3-7025-0426-5