Kraut-Weide

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Kraut-Weide im Fruchtstand

Die Kraut-Weide, Salix herbacea, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Weiden (Salix).

Name

Der Name "Kraut-Weide" spricht für sich selbst, wobei natürlich mit "Kraut" soviel wie (grüne) Pflanze gemeint ist. In ähnlicher Weise bezieht sich das lateinische "herbacea" auf Pflnaze, von lateinisch "herba" abgeleitet, man vergleiche "Herbarium". "Salix" kommt von lateinisch "salus", dies mit der Bedeutung "Heil, Wohlbefinden, Gesundheit". Letzteres erklärt sich aus der Tatsache, dass die Rinde von Weiden-Bäumen, nach dem gründlichen Abkochen, seit der Antike zur Bekämpfung von Schmerzen verwendet wurde. Der chemische Wirkstoff ist im Prinzip der gleiche wie der des Aspirin, nämlich Acetylsalicylsäure

Merkmale

Alle Triebe unterirdisch, sodass (meist) nur die Laubblätter oberirdisch zu sehen sind. Der Rand der rundlichen Blätter ist gesägt-gezähnt. Die Höhe beträgt nur 2 bis 3 cm, selten bis 8 cm. Ein wesentliches Merkmal ist die lockere, rasenähnliche Verbreitung.

Vorkommen

Die Kraut-Weide liebt feuchten Schutt und Schneetälchen und kommt hauptsächlich in der alpinen Vegetationsstufe vor. In Österreich fehlt sie nur in Wien und im Burgenland. In Salzburg ist sie in entsprechender Höhenlage inner Gebirg anzutreffen, speziell auf kalkarmen oder kalkfreien Substraten. Als besonders interessanter Fall stellt sich das Gräbmer Kar in Sportgastein dar, auf ca. 2 440 Meter Seehöhe; es ist ein südlicher Teil des Ödenkares am Kreuzkogel-Massiv [1] In früher Zeit gab es da eine große Lacke, die nach und nach versandete, sodass sie heute eine völlig glatte und völlig ebene Fläche bildet. Diese gesamte Fläche, grob geschätzt rund 500 m², ist praktisch lückenlos von den Blättern der Kraut-Weide bedeckt, wobei anzunehmen ist, dass der Unterboden ein geschlossenes Geflecht, bestehend aus den Wurzeln dieser Pflanze, bildet. Nur ab und zu taucht ein vereinzeltes Exemplar von Bürstlingsrasen auf, sonst alles Kraut-Weide. Damit wird übrigens auch verständlich, weshalb die gegenständliche Pflanze im alten heimischen Dialekt "Schneehühnerweide" hieß. Vom Vorkommen im Gräbmer Kar darf angenommen werden, dass es sich dabei um einen einmaligen Fall handelt.

Bildergalerie

Quellen

  • Lautenschlager-Fleury, Dagmar; Lautenschlager-Fleury, Ernst:"Die Weiden von Mittel- und Nordeuropa". Birkhäuser Verlag: Basel-Boston-Berlin, überarbeitete und erweiterte Neuauflage 1994
  • Hörandl, Elvira; Florineth, Florin; Hadacek, Franz:"Weiden in Österreich und angrenzenden Gebieten". Eigenverlag des Arbeitsbereiches Ingenieurbiologie und Landschaftsbau, Institut für Landschaftsplanung und Ingenieurbiologie, Universität für Bodenkultur, Wien 2002.
  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Kraut-Weide"
  • Die Stelle liegt südlich unter den Gebäuderesten des St. Thomas Baus, vgl. auch Dr. Fritz Gruber Weg.