Dr. Fritz Gruber Weg

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Silberpfennig-Gipfelgrat, darunter ein Marmorband (Blick nach W vom Kreuzkogel)
Quarz Ödenkar
Berghaus am Kreuzkogel (Ödenkar): St. Thomas-Berghaus auf ca. 2 400 m Seehöhe
Verlauf des Dr. Fritz Gruber Wegs, beschriftet
Erz (edelmetallhältiger Arsenopyrit) in Quarz, Braunfärbung durch Eiseneinfluss
Dr. Fritz Gruber unter einem der Edelweißfelsen
Granosyenit (rechts, hell, mit grünen Flecken) als Keil im umgebenden Siglitzgneis
Schmiedeschlacke, auf Abraumhalde nächst St. Thomas-Berghaus
"Der Schwarze" - harter Stein, mit Landkartenflechte (gelb)
Die Strunkflechte (Stereocaulon alpinum) ist oberhalb 2 400 m ü. A. ziemlich häufig
Die Wurmflechte (Thamnolia vermicularis) wird wegen ihres Aussehens auch "Totengerippe"-Flechte genannt.
Landkartenflechte, Rhizocarpon geograficon, hat viele Unterarten

Der Dr. Fritz Gruber Weg ist ein montanistisch-naturkundlicher Wanderweg zum Kreuzkogelgipfel im Naßfeldtal in Sportgastein in der Pongauer Gemeinde Bad Gastein.

Eine montanhistorisch-naturkundliche Bergwanderung

Der Dr. Fritz Gruber Weg führt vom Parkplatz in Sportgastein - dieser auch per Bus erreichbar - über die Mittelstation der Goldbergbahn und über das Schiedeck zum Knappenbäuelsee und weiter zum Gipfel des Kreuzkogels, der an bestimmten Tagen auch im Sommer mit der Goldbergbahn erreichbar ist. Im Winter ist der gesamte Weg für Fußgänger gesperrt, um Kollisionen mit Skifahrern von vornherein auszuschließen. Die Höhendifferenz beträgt rund 1 000 Meter, und man braucht ca. 3 bis 3,5 Stunden an Gehzeit bis zum Gipfel. Der Weg wurde 2010 nach Dr. Fritz Gruber benannt, der sich seit seiner Jugend und dann als Montanistoriker mit dem Berg beschäftigte. Die Erhaltung des Weges hat das Montanmuseum Altböckstein übernommen. - Der Weg trifft nur an einer einzigen Stelle punktuell den Nationalpark Hohe Tauern, nämlich an seinem Zielpunkt, dem Gipfel des Kreuzkogels. Von hier aus erstreckt sich der Nationalpark in südlichen Richtungen nach Westen und Osten.

Wegbeschreibung

1. Etappe: Zum Knappenbäuelsee (Knappenbeudelsee, laut ARGIS Knappenbeutelsee)

Über das Gasteinertal, Bad Gastein und Böckstein erreichen wir das Wintersportzentrum Sportgastein, früher unter dem Namen "Naßfeld" bekannt. Im folgenden ist die neue Rechtschreibung angewandt: "Nassfeld". Am großen Gratis-Parkplatz gehen wir zum südöstlichen Eck und starten da unsere Wanderung. Nach ein paar Metern überqueren wir die Siglitzbach-Brücke und gleich darauf eine zweite Brücke, die jenen Bach überspannt, der von Süden kommt. Manche nennen ihn Weißenbach oder Weißenbachtalbach, weil er in diesem Tal seinen Ursprung hat, doch besser passt der Name "Nassfeldbach".

Wir gehen ca. 100 m dem Bach entlang (Naturschau-Pfad der Nationalparkverwaltung) und zweigen dann nach links ab. Von nun an geht's bergauf. Wir folgen zuerst dem Sommersteig entlang der Skipiste (im Winter Familienabfahrt) über mehrere Kehren hinauf, bis wir auf ca. 1 860 m ü. A. auf die von rechts heraufkommende Werksstraße(für die Goldbergbahn, nicht öffentlich) treffen. Bis zur Mittelstation sind es noch zwei Kehren.

An der Mittelstation der Goldbergbahn angelangt:

Mit der Mittelstation haben wir die Waldgrenze erreicht, obwohl darunter kein geschlossener Wald vorhanden ist, sondern nur einzelne Bäume und Baumgruppen aus Lärchen und Fichten, diese im Spätsommer oft mit dem auffallend gelben Fichtennadelrost "Chrysomyxa rhododendri", der die Alpenrosen als Zwischenwirt braucht, der aber wieder verschwindet und keinen bleibenden Schaden verursacht. Zirben fehlen hier weitgehend, wie überhaupt im ganzen Nassfeld. An einigen Stellen wurden im Südteil des Nassfelds Stroben (Weymouth-Kiefern) gepflanzt, die den Zirben sehr ähnlich sind. Nur das uns gegenüber, jenseits des Nassfelder Talbodens, nach Westen hin ansteigende Siglitztal hat sonnseitig noch originale, Jahrhunderte alte Zirben. Ansonsten ist am Aufstieg bis hierher die typische "Hochstaudenflur" dominierend, mit breitblättrigen Pflanzen von ca. 80 bis 120 cm Höhe, die nährstoffreiche und zugleich frische bis feuchte Standorte lieben. Zu nennen sind z. B. Weiß-Germer (giftig!), Geißbart, Alpen-Milchlattich, Grau-Alpendost und Österreich-Gamswurz. Es kommt aber auch die Rost-Alpenrose ("Almrausch") vor, die zum Teil mit einzelnen Exemplaren noch rund 400 m höher steigt. Was Farne betrifft, so findet sich der Männerfarn, der Frauenfarn (beide Arten), der Schildfarn und weitere. An Sträuchern kommt gelegentlich noch die Grau-Erle vor, aber ansonsten dominiert überall die höhenliebende Grün-Erle ab ca. 1 300 m ü. A., und zwar so üppig, dass die Almbauern sie regelmäßig zurückschneiden ("schwenden" - zum Ver-"schwinden" bringen) müssen. Vereinzelt steigt ein Vogelbeerbaum bis in diese Höhe. Er ist der höchststeigende Laubbaum in unseren Gebirgsgegenden.

Von der Mittelstation zeigt ein Blick nach West über das Tal die Bockhartsee-Gegend. Hier ist rechts unten eine hohe Wand auffällig. Durch diese Wand zieht von rechts oben nach links unten eine deutlich erkennbare Linie. Sie markiert die frühere Druckwasserleitung, die zur Zeit der Zweiten Gewerkschaft Radhausberg das Wasser des Bockhart-Sees auf die Turbine des Kraftwerks unten im Nassfeld leitet, heute ein - sehr empfehlenswertes - Schaukraftwerk, das Schaukraftwerk Nassfeld.

Weiter geht's über das/die Schiedeck zum Knappenbäuelsee

Ab der Mittelstation gehen wir die Werksstraße nach Norden durch das "Mooskarl" hinauf und weiter bis zu einem kleinen Felsgebilde, das die Einheimischen "Tatzelwurm" nennen. Es ist jene Stelle, wo man erstmals einen Tiefblick in das eigentliche Nassfeldtal hinunter und das Tal hinaus hat. Hier trug sich der Fall zu, dass Variantenfahrer den gesperrten, extrem steilen Hang ins Tal hinunterfuhren, und es gab dabei auch ein Todesopfer. Es ist der nördlichste Punkt unserer Wanderung und wir wenden uns wieder bergan nach Osten hinauf. Es lohnt sich bereits hier nach Alpenpflanzen der alpinen Region Ausschau zu halten, z. B. nach Zwerg-Seifenkraut und Krainer Grau-Greiskraut. Nach einigen Kehren erreichen wir die/das Schiedeck (an ihrer Südgrenze), hier mit einer Sonnenhütte. Nun dreht der Weg ungefähr nach Süden und führt, vorbei an der markanten, kugelartigen Talstation des Kreuzkogel-Schleppliftes, mit mäßiger Steigung entlang einer talähnlichen Geländeverebnung hinauf zum Knappenbäuelsee, der meist unetymologisch, also falsch als Knappenbeudelsee oder Knappenbeutelsee geschrieben wird (zur Namenserklärung siehe SalzburgWIKI unter Knappenbeutelsee). Auf einer kleinen Kuppe angekommen, sehen wir direkt unter uns den wunderschönen Bergsee. Die Knappen des 16. Jahrhunderts nannten ihn noch "Unken-See" - ob es solche Tierchen wirklich einmal dort gegeben hat? Immerhin liegt der See auf 2 250 m ü. A.

Die Gegend ringsum ist alpine Weidefläche, auch mit ziemlich viel Bürstlingsrasen. Die Blütenpracht zeigt sich eher als recht bescheiden. Aber hier, am südlichsten Punkt unserer Wanderung, bei dem Pfosten mit Wegweisertafeln, oder etwas unterhalb beim See, ist eine Rast angesagt. Immerhin liegen ca. 670 bereits bewältigte Höhenmeter schon hinter uns.

2. Etappe: Vom Knappenbäuelsee über das Ödenkar zur Bergstation und zum Gipfel

Der Weg wendet sich nun nach (Nord-)Osten hinauf, zum Teil der Trasse des Schlepplifts folgend. Nach ordentlichem Anstieg, aber noch unterhalb der Bergstation des Schlepplifts, lohnt sich ein Blick auf die Gegend, die sich von hier nach Norden hinüber zu den Wänden des Salesenkogels erstreckt. Ins Auge stechen hier mehrere mächtige, bis ca. 0,5 m "dicke" Quarzadern (siehe Bild), deren Besonderheit darin besteht, dass sie sich isoliert bis zu ca. einem Meter vom Muttergestein freistehend abheben. Der einst hier vorhandene Gletscher scheint in seinem oberen Seitenbereich nicht genügend Druck ausgeübt zu haben, um die vorstehenden Quarzteile abzukappen, wie das beim weiter südlich liegenden St. Thomas Berghaus der Fall war. Es sind die hier typischen "Neunerklüfte", so genannt, da sie ziemlich genau nach Osten, also nach "Stund neun", ihr "Streichen" haben. Ihr "Fallen" liegt annähernd bei 0°, das heißt, sie gehen senkrecht in die Tiefe. Dazu noch eine sprachlich-sachliche Bemerkung: Wenn die alten Bergleute von "Kluft" sprechen, meinen sie im Normalfall immer "gefüllte Kluft", wobei die Füllung Quarz oder auch Erz sein kann. Der Ausdruck "Erzader" oder "Quarzgang" ist ebenfalls etwas irreführend, denn es handelt sich immer um "Blätter" von riesigen Dimensionen, sowohl in der senkrechten als auch in der horizontalen Erstreckung. Bei Erzgängen hat man es manchmal mit Kilometern zu tun, z. B. beim Gangzug Erzwies-Bockhart-Siglitz.

Wenn man sich die Entstehung dieser an der Oberfläche herausragenden Gänge bzw. "Blätter" vorstellen will, so muss man sich in geologische Zeiträume von zigtausend Jahren zurück versetzen. Jahrtausende hindurch erodierten (denudierten) Frost, Wasser und Sturmwind das im Vergleich zum Quarz viel weichere Muttergestein (geschieferter Siglitzgneis) weg, und die senkrechte Außenfläche rückte Milimeter um Millimeter nach hinten, sodass der harte Quarz gewissermaßen immer weiter "herauszuwachsen" begann: Ein potentielles Musterbeispiel für ein Lehrbuch der Geomorphologie! Die so gut wie immer milchigen "Neunerklüfte", die selbst nicht erzhältig sind, spielten trotzdem im historischen Bergbau eine Rolle. Sehr oft dienten sie sozusagen als Zugang zu den eigentlichen Erzgängen, die hier immer im Bergesinneren NNO nach SSW verlaufen. Die zwei Gelände-"Rinnen", die vom Salesenkogel steil nach unten ziehen, markieren gewissermaßen das Ausbeißen des Radhausberger Hauptgangs bzw. des östlichen Hangendganges. - Der "Neunerkluft"-Zugang erfolgte an der "weichen", weil nicht immer ganz dichten Kontaktzone zwischen dem Quarz und dem anschließenden Muttergestein. Da ließ sich der Stollenvortrieb leichter bewerkstelligen. Im konkreten Fall scheint aber kein Stollen eingetrieben worden zu sein, es sei denn, das Mundloch ist total verschüttet, aber diese typische Konstellation ("Neunerkluft"-Zugang) lässt sich am Beispiel des St. Thomas Stollens (siehe unten) und wiederholt am Rauriser Goldberg gut erkennen.

An die Wände des Salesenkogels sollte man, vom Dr. Fritz Gruber Weg etwas abweichend, sich nur mit allergrößter Vorsicht nähern, denn es besteht Steinschlaggefahr, besonders, wenn sich im Gipfelbereich Schafe aufhalten. Hier kommen etliche Pflanzen vor (etwa das Edelweiß), die auf den darunter liegenden Weideflächen fehlen. Aber es gibt in den Felswänden auch etliche "normale" Blütenpflanzen, zum Beispiel die Berg-Ringdistel oder den Gewöhnlich-Wiesen-Klee (nicht aber den "normalen" Saat-Wiesen-Klee!), die man an den nach unten führenden Hang- und Weiderasenbereichen über rund 500 Höhenmeter nie antrifft! Die Weideflächen wurden ursprünglich von Süden nach Norden "fließenden" Gletschern abgeschliffen (Denudation) und mussten sich nach deren Rückzug mühsam, quasi zehntelmillimeterweise neue Erde aufbauen. Hingegen ist der ganze Gipfelbereich des Salesenkogels, der wegen seiner Höhe nie von einem Gletscher überdeckt wurde, ein ehemaliger Nunatak. Das Wort stammt übrigens aus dem Eskimoischen und kommt bei uns auch in der Wortvariante "Nunatakker" vor. Die wohl Millionen von Jahren alte Erde in den Absätzen sowie Ritzen und Spalten der Felsen und deren Südexposition bieten - seit Jahrtausenden ununterbrochen! - vielen seltenen und "normalen" Pflanzen eine ideale "Wohnung", wie die frühen Botaniker zu sagen pflegten. Aber wer heute gefahrlos die Pracht der alpinen bis (sub-)nivalen Alpenpflanzen genießen will, kann das ganz oben am Gipfel des Kreuzkogels tun, der ja ebenfalls ein ehemaliger Nunatak ist, damals umflossen vom Weißenbachtalgletscher und dem Hörkargletscher.

Der Name "Salesenkogel" ist karantanisch-altslowenischen Ursprungs und beweist, dass die hier heimischen Südslawen des 8. bis 10. nachchristlichen Jahrhunderts das bedeutende Erzvorkommen kannten. Zugrunde liegt dem Namen das Wort желѐзо = Eisen, Erz. Der kleinere Nebengipfel ist der Radhauskogel, eine junge Namensform, abgeleitet von viel älterem "Radhausberg". Dessen Schreibung mit >th< ist unetymologisch und sollte nicht verwendet werden.

Die Reste des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bergbaus

Noch ein Stück höher als die ins Auge fallenden Quarzadern kommen wir, direkt bei einer Seilbahnstütze, an einen Haufen mit Schlacken und Sand, etwa in der Kubatur eines Einfamilienhauses. Es sind rund 500 Jahre alte Schmiedeschlacken, die entstanden, als die bergmännischen "Bergeisen" (quasi die Meißel) im Feuer immer wieder nachgehärtet wurden. Allein aus der Menge der Schlacken kann man erahnen, wie viele Knappen in den Stollen arbeiteten - es war ein großes wirtschaftliches Unternehmen, auf dessen Habenseite immer Gold und Silber standen. Im Jahr 1557 waren es 830 kg Gold und 2723 kg Silber. Bei dieser Gelegenheit ist zu betonen, dass der Gastein-Rauriser Edelmetallbergbau, geht man vom Wert der gewonnenen Produkte aus, der bedeutendste im ganzen "Alten Reich", also etwa im heutigen deutschen Sprachraum, war.

Unweit gegen Süden stehen noch die Reste des St. Thomas Berghauses, insgesamt, mit Nebenanlagen, eine Fläche von knapp einem Hektar einnehmend. Von dort kann man auch einen Blick nach Süden hinunter machen in das Gräbmer Kar, wo ebenfalls mehrere Stollen in Betrieb standen. Bei zwei der Stollen ist noch ein "Schneekragen" deutlich erhalten; das war ein mit Holzbalken oder Steinplatten gedeckter Laufgang zwischen dem Stolleneingang und dem zugehörigen Berghaus. Er ersparte im Winter das Schneeschaufeln und schützte außerdem vor Lawinen. Montanistische Haupt-Unternehmer waren hier im 16. Jahrhundert die Gewerken Zott. In einer Supplikation an den Landesherrn erwähnten sie einmal, dass sie im Inneren des Berges auf den "alten Mann" gestoßen seien. Das bedeutet, dass es einen Stollen vor sehr, sehr langer Zeit gegeben haben muss, von dem im 16. Jahrhundert niemand mehr etwas wusste.

Der Gipfel - ein aufgeschlagenes Buch der Alpenflora

Das letzte Stück des Aufstiegs führt nahe an der Bergstation des Schlepplifts links (nördlich) vorbei und in großem Rechtsbogen hinauf zur Bergstation der Goldbergbahn. Hier taucht, wie schon unten nächst der Schiedeck-Hütte, wieder die kugelförmige Metallkonstuktion auf, die der renommierte Salzburger Architekt Gerhard Garstenauer vor ca. vier Jahrzehnten entworfen hat. Wir gehen aber noch ein Stückchen weiter nach Süden hinauf und erreichen endlich den Gipfel des Kreuzkogels in 2 686 m. A. Seehöhe. Es bietet sich ein gewaltiger Rundblick über die Dreitausender, vom Ankogel über Geiselkopf und Schareck zum Sonnblick und Hocharn. Nach einer wohlverdienten Rast widmen wir unser Augenmerk den Pflanzen. Es gibt in dieser Höhe sogar noch eine Weide, nämlich die winzige [[Kraut-Weide]. Je nach Jahreszeit blühen die Zwerg-Primel, die Kleb-Primel ("Blauer Speik"), der Gletscher-Hahnenfuß, der Frühlings-Enzian, der Alpen-Mannsschild, verschiedene Steinbrech-Arten, die Kriech-Nelkenwurz, der Eigentliche-Tauern-Eisenhut (sehr giftig!), der Alpen-Mauerpfeffer ("Fetthenne") und viele weitere. Von den Farnen ist es der Bruch-Blasenfarn, der sehr hoch steigt, bis ca. 2500 m ü. A.. Aus der Gruppe der Flechten sind als Gipfelbereich-Beispiele zu nennen die Landkartenflechte, die Totengerippe-Flechte und die alpine Strunkflechte.

Als "beliebte" Substrate für viele Pflanzenarten fehlen hier die mesozoischen Schiefer (obere Schieferhülle) mit ihren meist hohen Kalkgehalten. Die typische "Kalkflora" fehlt am gesamten Kreuzkogelmassiv. - Noch ein paar Worte zur Geologie und Mineralogie: Der Kreuzkogel besteht in seiner Hauptmasse aus dem sogenannten "Siglitzgneis", das ist ein ziemlich heller, feinkörniger Granitgneis, der im obersten Höhenbereich häufig eine deutlich liegende Schieferung zeigt, und der stellenweise diskordant (hier: senkrecht) von Quarz-"Adern" durchquert ist. Der eigentliche Gipfel und der von dort nach (Süd-)Westen hinunterziehende Baukarriegel bestehen hauptsächlich aus Granosyenit mit seiner erhöhten radioaktiven Strahlung. Der Granosyenit zeigt im frischen Bruch kleine dunkelgrüne Flecken und ist eine Gesteinsart, die nur äußerst selten vorkommt. Was das Alter der Gesteine betrifft, so werden die Tiefengesteine (Siglitzgneis und Granosyenit) auf rund 320 Millionen Jahre geschätzt, aber sie sind erst seit ca. 20 Millionen Jahren aufgrund von Hebungs- und Verwitterungsvorgängen an der heutigen Oberfläche sichtbar vorhanden. Am Gipfel lässt sich auch jungpaläozoischer Quarzit(Serizitschiefer, ursprünglich sedimentärer Quarz-Sandstein) feststellen, mit einem Entstehungsalter von grob annähernd 260 Millionen Jahren. Er ist an seiner teilweise feinschiefrigen Struktur unschschwer zu erkennen. - Selten findet man in den Abraumhalden der Stollen einzelne Brocken völlig schwarzen Gesteins, das die alten Knappen auch so nannten: "Der Schwarze" war wegen seiner Härte gefürchtet und es kam vor, dass beim Auftreten dieses Gesteins der weitere Stollenvortrieb eingestellt wurde. Sozusagen das Gegenteil ist der grau-weiße homogene Aplit (Quarz und Feldspat), der in Form von kleinen Adern gelegentlich auftritt.

Rund um das Gipfelmassiv, bis auf ca. 2 400 hinunter, kommen interessante Mineralien vor: Bergkristalle, wobei neben jenen mit der üblichen Kristallform auch solche vertreten sind, die flachgedrückt und fast wie Glasscherben aussehen, sogenannte "Schliefer". Die Bergkristalle, hauptsächlich jene an dem vom Gipfel sich nach Süden erstreckenden Mallnitzriegel (bestehend aus Granosyenit), sind meist bräunlich (Rauchquarze). Als Verursacherin der Braunfärbung der Rauchquarze ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die Gesteinsradioaktivität zu vermuten, die dort laut Messungen ganz wesentlich erhöht ist. Vielleicht ist es kein absoluter Zufall, dass rund 1350 Höhenmeter weiter unten der Gasteiner Heilstollen das Edelgas Radon in seiner Luft enthält. - Weiters kommen vor: Adular, Rutil, Schörl (schwarzer Turmalin), Calzit, Hämatit (als "Eisenrose"), Beryll (selten mit der Farbe des Smaragds), auch Biotit, und eher selten etwas Chlorit. Direkt am Gipfel wurde von einem Einheimischen das seltene Beryll-Mineral Phenakit gefunden. In der weiteren Umgebung kommt auch Anatas und Apatit vor.

Zurück bei der Bergstation-Garstenauer-Kugel haben wir für den Abstieg zwei Möglichkeiten. Entweder wie beim Heraufgehen den Weg zurück zum Parkplatz oder, für Leute mit guter Kondition, den Abstieg nach Osten zur Keuchenscharte, wo im Jahre 1910 ein etwa 5000 Jahre altes Lochbeil ("Lochaxt") aus schwarzem Serpentin gefunden wurde. Der Weg führt dann nach Norden über den Ing. Florentin Weg und die Haitzingalm-Forststraße über ca. 1 400 Höhenmeter zur Mautstelle der Gasteiner Alpenstraße hinunter. Von dort kann man in einen Bus zusteigen, der taleinwärts nach Sportgastein und zum Parkplatz fährt.

Bildergalerie

Quellen