Bistum Lavant

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Wappen des ehemaligen Bistums Lavant
Ehemaliger Dom in St. Andrä im Lavanttal

Das Bistum Lavant ist ein Eigenbistum des Erzbistums Salzburg in Kärnten und dem benachbarten Slowenien.

Geschichte

Welchen Sinn hatte ein Eigenbistum? Das große kirchliche Hoheitsgebiet des Salzburger Erzbischofs ging über seinen weltlichen Herrschaftsbereich als Reichsfürst weit hinaus und lag innerhalb der Herrschaftsgebiete mehrerer Landesfürsten in Bayern, in Österreich, in Kärnten und in der Steiermark. Nicht vorwiegend wegen seelsorglicher Gründe, sondern um etwaigen Bestrebungen der dortigen Landesfürsten entgegen zu treten, auf ihren Gebieten die Gründung eigener Landesbistümer zu erreichen, errichtete das Erzbistum Salzburg auf ihrem eigenem Diözesangebiet, so genannte "Eigenbistümer", deren Gründung natürlich vom Papst genehmigt werden musste.

Das Bistum Lavant war eines der vier salzburgischen Eigenbistümer (neben Gurk, Chiemsee und Seckau). Wegen der in dieser Region reichlich wachsenden Zwetschken wurde es auch als "Zwetschkenbistum" bezeichnet.

Zu den insgesamt 24 Königshöfen, die König Ludwig der Deutsche (regierte von 840 bis 876) 860 an das Erzbistum Salzburg schenkte, zählte auch einer "an der Lavant". Erzbischof Theotmar I. erwarb um 900 dazu noch weitere Güter und zwei Kapellen. Mittelpunkt dieser Besitzungen wurde wurde die Kirche des hl. Andreas, bei der sich der Ort St. Andrä im Lavanttal entwickelte. Die vermeintliche Auffindung der Gebeine der heiligen Vitus, Modestus und Crecentia 1223 veranlasste Erzbischof Eberhard II. von Regensberg (reg. 1200 - 1246) 1225 zur Errichtung eines Augustiner-Chorherrnstiftes.

Im Anschluss daran wurde im Jahre 1228 von Erzbischof Eberhard II. in St. Andrä im Lavanttal das Eigenbistum Lavant errichtet. Erster Bischof wurde der Pfarrer Ulrich von Haus im Ennstal (1228 – 1257). Die Bischöfe residierten lange in Friesach und konnten erst später den Bischofssitz zur Kathedrale nach St. Andrä verlegen. Dies war nicht unüblich, da auch andere Salzburger Suffraganbischöfe nicht an ihrer Kathedralkirche residierten.

Ende des 17. Jahrhunderts bestand das Bistum Lavant aus zwei Distrikten: dem Archidiakonat Unterkärnten in St. Andrä im Lavanttal und dem Kommissariat Groß St. Florian in der Weststeiermark. Zeit seines Bestehens war das Bistum immer arm. So wurden Ämter, die in anderen Diozösen von Priestern ausgeübt wurden, in Lavant von Priesteramtskandidaten ausgefüllt.

Für eine bessere Verwaltung des Diözesangebietes wurden 1857 die Kärntner Pfarren an die Diözese Gurk abgetreten, dafür kam der Kreis um Marburg zum Diözesangebiet. Marburg wurde auch der neue Bischofssitz. Wegen ihrer Lage im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, dem späteren Jugoslawien, wurde die Diözese am 1. Mai 1924 aus der Kirchenprovinz Salzburg ausgegliedert. Bis 1923 wurden die Bischöfe dieser Diözese vom Salzburger Erzbischof vorgeschlagen und geweiht.

Am 5. März 1962 wurde die Diözese von Lavant auf Maribor umbenannt und am 22. November 1968 der Erzdiözese Ljubljana als Suffragan unterstellt. Am 7. April 2006 errichtete Papst Benedikt XVI. die Kirchenprovinz Maribor und erhob das Bistum Maribor zum Erzbistum und Sitz des Metropoliten.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass das Bistum Lavant für viele Bischöfe ein Karrieresprungbrett war. So wurde z. B. Max Gandolf von Kuenburg Erzbischof von Salzburg oder Leopold von Firmian Erzbischof von Wien.

Bischöfe von Lavant

Hauptartikel Bischof von Lavant

Weblinks

Liste der Bischöfe von Lavant auf Wikipedia

Quellen und Literatur

  • Ortner, Franz: Das Erzbistum Salzburg in seiner Geschichte, Heft 2, Mittelalter, Missionszentrum und Kulturträger. Strasbourg 1995, S. 20-24.
  • Dopsch, Elisabeth: Das "Eigenbistum Lavant". Handout zum Referat 27, anlässlich der UNI-Salzburg-Exkursion "Südsteiermark-Slowenien-Westungarn" (Ammerer, Dopsch), 21.-28- Oktober 2002.
  • de.wikipedia.org
  • Katholische Kirche Kärntens Pfarrdetails