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Eigenbistum

Innerhalb des Erzbistums (Erzdiözese) liegen die Eigenbistümer.

Welchen Sinn hatte ein Eigenbistum?

Das große kirchliche Hoheitsgebiet des Salzburger Erzbischofs ging über seinen weltlichen Herrschaftsbereich als Reichsfürst weit hinaus und lag auch innerhalb der Herrschaftsgebiete mehrerer anderer Landesfürsten in Bayern, in Österreich, in Kärnten und in der Steiermark. Nicht vorwiegend wegen seelsorglicher Gründe, sondern um etwaigen Bestrebungen der dortigen Landesfürsten entgegen zu treten, auf ihren Gebieten die Gründung eigener Landesbistümer zu erreichen, errichtete das Erzbistum Salzburg auf ihrem eigenem Diözesangebiet, so genannte "Eigenbistümer", deren Gründung natürlich vom Papst genehmigt werden musste.

Geschichte

Das Bistum Gurk in Kärnten war das erste Salzburger Eigenbistum und wurde von Erzbischof Gebhard im Jahr 1072 gegründet. Erzbischof Eberhard II. von Regensberg (12001246) folgte in seiner Amtszeit dem Beispiel Gebhards und gründete am Chiemsee (Bistum Chiemsee), in Seckau (Bistum Seckau) und in St. Andrä im Lavanttal (Bistum Lavant) drei weitere Salzburger Eigenbistümer. Auch in diesen Bistümern war der Salzburger Erzbischof eigenmächtig in der Einsetzung, in der Weihe und bei der Vergabe der geistlichen und weltlichen Hoheitsrechte.

Quelle

Verwaltungsbegriffe aus dem Kirchenrecht

Kirchliche Begriffe: Archidiakonat | Erzbistum | Erzdiözese | Eigenbistum | Kirchenprovinz | Suffraganbistum
Politischer Begriff siehe Erzbischof als Landesherr oder Grundherr