Leopold Müller-Salzburg

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Hon. Prof. Baurat h. c. Dipl. Ing. Dr. techn. Dr. mont h. c. Leopold Müller-Salzburg (* 9. Jänner 1908 in Salzburg; † 1. August 1988 ebendort) war Anthroposoph und Begründer der Wissenschaft der Geomechanik sowie der "Österreichischen Tunnelbauweise".

Leben

Bahnhof Bodø, Norwegen, Endstation der Nordlandbahn

Leopold kam als Sohn eines Professors am Akademischen Gymnasium, Dr. Eugen Müller, und dessen Frau Maria zur Welt. Seine beiden Geschwister verstarben früh. Vom Vater, selbst Dirigent und Komponist, lernte er die Liebe zur Musik. Er besuchte das Bundesgymnasium gemeinsam mit Herbert von Karajan und studierte am Mozarteum Klavier und Geige.

Nach der Matura 1926 studierte Müller in Wien Bauingenieurwesen und an der Akademie für Musik Schlagzeug. 1933 schloss er sein Ingenieursstudium mit Auszeichnung ab.

Sein erster Beruf führte ihn in den Straßenbau, er war als Bauleiter für diverse Abschnitte der Großglockner Hochalpenstraße eingesetzt, im Krieg dann vermehrt in Deutschland, wie zum Beispiel beim Bau der Deutschen Alpenstraße auf den Kehlstein bei Berchtesgaden.

Während des Krieges verschlugen ihn seine Arbeitseinsätze aber auch bis auf die englischen Kanalinseln oder nach Norwegen, wo er am Bau der Nordlandbahn beteiligt war. In Norwegen kam er auch in englische Kriegsgefangenschaft.

Zurück aus dieser wurde er 1946 Oberbauleiter beim Kraftwerksbau in Kaprun. 1948 gründete Müller das erste Ingenieurbüro für Geologie und Bauwesen und die Internationale Arbeitsgemeinschaft für Geomechanik. Er war außerdem 1951 Mitbegründer der Internationalen Paracelsus-Gesellschaft.

In den 1960er Jahren war er maßgeblich an der Entwicklung der Neuen Österreichischen Tunnelbauweise beteiligt und startete erste Vorlesungsreihen zum Thema Felsmechanik unter anderem an der TH München oder der TH Karlsruhe, deren Leitung er bis 1976 inne hatte. 1972 gründete Müller gemeinsam mit Adam Hereth das Ingenieurbüro Müller + Hereth, das heute noch von Freilassing aus weltweit operiert.

Nach seiner Rückkehr aus Karlsruhe wurde Müller an der Universität Salzburg Honorarprofessor für Geotechnik und Felsbau.

Realist vs Idealist

Dem gründlichen Ingenieur stand der träumerische Idealist Müller gegenüber, der sich in seiner Heimatstadt dafür einsetzte, dass 400 Bürgerhäuser in der Getreide- und Judengasse erhalten blieben, der den Kurgarten vor dem Verbau rettete und der an der Gründung dreier Schulen nicht unwesentlich beteiligt war: dem Werkschulheim Felbertal, der Waldorfschule in Prien am Chiemsee und der Rudolf-Steiner-Schule in Salzburg. Der Einklang von Mensch und Natur, die moralische Verantwortung des Menschen für alles was auf dieser Welt passiert, rückten in den Mittelpunkt seines Interesses.

Ehrungen

  • Baurat h. c. Dr. mont. h. c. an der Montanistischen Hochschule in Leoben (1953)
  • Ehrenmitglied des Österreichischen Ingenieur- und Architektenvereines (1971)
  • Goldener Ring der Stadt Salzburg (1971)
  • Goldenes Verdienstzeichen des Landes Salzburg (1972)
  • Carl-Friedrich-Gauß-Medaille der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft (1983)
  • Hans-Cloos-Medaille der Internationalen Gesellschaft für Ingenieurgeologie (1984)
  • Ehrenbürger der Stadt Salzburg (9. Oktober 1985)
  • Ring des Landes Salzburg (1988)

Seit 1984 wird von der Österreichischen Gesellschaft für Geomechanik der Leopold-Müller-Preis für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten vergeben.

Projekte und Konsulenzen

Nur einige Projekte mit Salzburgbezug seien hier erwähnt:

Quellen