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Maria Magdalena Haydn

Maria Magdalena Haydn (* 1745 in Salzburg; † 1827 ebenda), geborene Lipp, war die Tochter des Salzburger Domorganisten Franz Lipp, Hofsängerin und Ehefrau von Johann Michael Haydn.

Leben

Maria Magdalena Haydn erhielt als 16-Jährige gemeinsam mit Maria Anna Braunhofer eine Gesangsausbildung am Ospedale della Pietà in Venedig, die von Erzbischof Sigismund Graf Schrattenbach finanziert wurde. Anschließend erhielt sie 1765 in Salzburg eine Anstellung als Hofsingerin, die sie offiziell bis zu ihrer Pensionierung am 1. Jänner 1804 behielt.[1]

Am 17. August 1768 heiratete sie Johann Michael Haydn und wohnte mit ihrem Mann im St. Petrischen Haus am Friedhof. Es war sein Wohn- und Sterbehaus an jener Stelle, wo 1894 die Talstation der Drahtseilbahn zur Festung Hohensalzburg entstand. Sie hatten ein Kind, eine Tochter, die jedoch bereits im ersten Lebensjahr verstarb.

Obwohl beide recht gut verdienten, herrschte ständig Geldmangel in der Familie Haydn. Aber sie führten getrennte Finanzen, was dazu führte, dass er, Michael, nie belangt wurde, wohl aber Maria Magdalena. So kam es 1786 soweit, dass eine Kommission die Finanzen von Maria Magdalena untersuchten und einen Haushaltsplan aufstellten. Michael stimmte freiwillig einem Gehaltsabzug zu. Doch Maria Magdalena machte weiter Schulden, vor allem durch den Kauf bei Tandlern. Michael Haydn machte sie zu seiner Erbin.

Als Witwe erhielt sie eine Pension von 144 Gulden, ihre eigene Pension betrug 192 Gulden. So hatte sie mehr als eine Hofratswitwe erhielt. Trotzdem konnte sie auch in der Pension nicht mit ihrem Geld haushalten. Sie verkaufte dem Fürsten Esterhazy die Musikalien ihres Mannes für den Gegenwert einer weiteren Monatsrente von 16 Gulden. Sie ließ sich sogar von Freunden ihres Mannes nochmals 50 Gulden dafür geben, dass diese in einem von ihnen errichteten Denkmal in der Stiftskirche St. Peter den Schädelknochen in einer Urne hinterlegten.

Am Ende ihres Lebens, 21 Jahre nach dem Tod ihres Mannes, war ihre Verlassenschaft mit 20 Gulden passiv.

Quellen

  1. Sangl, Carena: Salzburgs 'Goldkehlchen'. Elisabeth Neukomm und Anna Pauline Milder-Hauptmann, in: Hochradner, Thomas (Hg.): Verlorene Söhne und Töchter. Salzburgs Musikleben nach Auflösung der Hofmusikkapelle. Wien (Hollitzer) 2019, S. 155.