Marianne Resch

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Marianne Resch

Marianne Resch, geborene Weilharter (* 2. September 1932 in Ramingstein, Lungau) ist Mesnerin der Wallfahrtskirche St. Leonhard bei Tamsweg.

Leben

Geboren auf dem elterlichen Erbhof in Kendlbruck verbrachte die Marianne Resch ihre Kindheit und Jugend mit acht Geschwistern zu Hause, 1963 heiratete sie Johann Resch und kam auf den Hof in St. Leonhard. Die beiden haben drei Kinder und zehn Enkelkinder. Nach dem Tod der Schwiegermutter übernahm sie 1996 die Mesnerei in St. Leonhard und entwickelte eine besondere Liebe zu den Details der Kirche. Ihre Führungen sind legendär.

Vorgestellt

"Nein, mein Herr, das ist kein Museum, das ist ein Gotteshaus!" In pointiertem Hochdeutsch mit Lungauer Färbung mahnt Marianne Resch einen beleibten Herrn, der das gotischen Juwel auf der Anhöhe des Tamsweger Hügels protzig als ein Museum abtut: "Hier ist von der Karwoche bis Allerheiligen das Allerheiligste im Tabernakel aufgestellt, hier wird Gottesdienst gefeiert, hierher kommen Menschen, die sich unter den Schutz des heiligen Leonhard und der Mutter Gottes stellen wollen."

Die Szene ist nicht erfunden. Für Marianne Resch haben die kunstvollen Details in der berühmten spätgotischen Kirche in erster Linie religiösen Inhalt. Wie sie die Linien, Bögen und geschnitzten Figuren im Chorstuhl aus dem Jahre 1445 erläutert, wie sie die goldenen Glasfenster aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. beschreibt, so haben es die Künstler dazumal verstanden: Botschaften des Glaubens, Zahlenmystik, Biblia Pauperum, Bilderbibel des Volkes.

"Durch den Besuch dieser Kirche ist mein Glaube wieder etwas zurückgekommen", schrieb eine 18 Jahre alte Schülerin in das Bittbuch von St. Leonhard. Die Jugendliche erlebte mit einer Schülergruppe aus Wien eine Führung von Marianne Resch. "Das hat mich sehr gefreut", erinnert sich die Leonhards-Mesnerin, "da sieht man, dass junge Menschen offen sind für die Botschaften der religiösen Kunst."

Mit dem wertvollen Interieur des Juwels hat sich Marianne Resch intensiv nach dem Tod ihrer gleichnamigen Schwiegermutter im Jahre 1996 auseinandergesetzt. Bis dahin war ihre Schwiegermutter die Leonhard-Mesnerin.

"Ich hab mir alles selbst angeeignet", sagt Marianne mit dem Brustton der Überzeugung. Und ist sich auch der historischen Verantwortung bewusst: Seit 1665 hat die Familie die Mesnerei von St. Leonhard inne: Zuerst als Lederwasch, dann, ab 1897, als Resch.

Seit der Übergabe des Bauernhofes an den Sohn hat Marianne Resch Zeit für die Kirche: Für Schmuck, Vorbereitung der Messen, Führungen. Als guter Geist von St. Leonhard unterstützt sie auch die Renovierung, die derzeit bei Kosten von 8,5 Mill. Euro durchgeführt wird.

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Bernhard Strobl)