Pfarrverband

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Pfarrverband ist eine Organisationsform der Römisch-katholischen Kirche, durch die mehrere Pfarren unter Erhaltung ihrer Selbständigkeit zusammengefasst werden und die auch in der Erzdiözese Salzburg verwendet wird.

Organisatorischer Rahmen

Ein Pfarrverband ist der Zusammenschluss mehrerer benachbarter Pfarren mit dem Ziel, die Seelsorge in verstärkter Form gemeinsam wahrzunehmen. Die Pfarren bleiben im rechtlichen Sinn in ihrer Eigenständigkeit erhalten.

Damit soll in angemessener Weise auf die gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungen, die personelle Situation – jede Pfarre bräuchte einen eigenen Pfarrer, was jedoch derzeit nicht mehr möglich ist – und die begrenzten finanziellen Mittel reagiert werden. Mit der schrittweisen Einführung der Pfarrverbände wurde in der Erzdiözese Salzburg im Jahr 2008 begonnen.

Um die pastorale Entwicklung des Pfarrverbandes und die pfarrübergreifende Zusammenarbeit zu fördern, wird in jedem Pfarrverband ein Pfarrverbandsrat errichtet. Er berät und koordiniert Ausmaß und Inhalt der Zusammenarbeit und erarbeitet Vorschläge für jene Angelegenheiten, die alle Pfarren des Pfarrverbandes betreffen.

Zu den einzelnen Pfarrverbänden und zugehörigen Pfarren siehe die Artikel zu den Pfarren und Dekanaten der Erzdiözese.

Geschichte

Im Jahr 2008 wurde ein umfangreiches Planungsdokument „Pfarrverbände der Erzdiözese Salzburg“ geschaffen, das nicht nur auswies, welche Pfarren zu welchen Pfarrverbänden vereinigt werden sollten, sondern auch Planungsdaten wie die Zahl der erfassten Katholiken und der vorgesehenen Personalkapazitäten. Den Pfarrverbänden wurden dabei keine Namen gegeben, sie wurden bloß pro Dekanat mit „PV1“, „PV2“ usw. durchnummeriert.

Die in diesem Dokument vorgesehene Einteilung der Erzdiözese in Pfarrverbände wurde per 1. Jänner 2009 festgesetzt, nur die Einteilung des Stadtdekanats in Pfarrverbände erfolgte erst im Jahr 2011. Die Pfarrverbände selbst sollten erst nach und nach errichtet werden.

Die Errichtung von Pfarrverbänden geschah zunächst sozusagen schubweise. Zum Beispiel wurden im Herbst 2009 dreizehn, im Sommer und Herbst 2010 immerhin fünf Pfarrverbände errichtet.

Für die ersten Jahre sind aus dem Verordnungsblatt der Erzdiözese Salzburg Errichtungsdekrete ersichtlich, die die Bezeichnung des Pfarrverbandes und den Wirksamkeitsbeginn festsetzen (dabei kommt nie die Bezeichnung „PV1“, „PV2“ usw. vor; Namensbestandteile sind die Toponyme der zusammengefassten Pfarren, durch Beistriche getrennt und manchmal durch das Wort „und“ verbunden; selten wird ein Sammelbegriff – „Gasteinertal“, „Unteres Saalachtal“, „Lammertal“, „Wildschönau“, „Werfen“, „Kufstein“ – verwendet, oft bloß vorangestellt). Später fehlen solche Verlautbarungen, die Existenz weiterer Pfarrverbände ergibt sich aber zB aus Stellenausschreibungen, aus Personalnachrichten oder aus Webseiten solcher Pfarrverbände.

Quellen

Jg. 2008 Nr. 91 (S. 152): Pfarrverbände: Dekret zur Einteilung der Erzdiözese Salzburg in Pfarrverbände;
Jg. 2008, Nr. 12/2: Pfarrverbände der Erzdiözese Salzburg;
Jg. 2010, Nr. 11 (S. 18): Pfarrverbandsrat: Rahmenordnung;
Jg. 2011, Nr. 32: Stadt Salzburg: Dekret zur Einteilung in Pfarrverbände.