Schulgeschichte Thalgau

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Thalgauer Schulgeschichte feierte 2013 ihr 400-Jahr-Jubiläum.

Geschichte

Am 20. Oktober 1791 schrieb der neue Schulleiter und Organist Michael Eckschlager an das Konsistorium in Salzburg, dass diese Zustände im Schulzimmer "von Tallgau für Leib und Seele nicht länger zumuthbar" seien.

Direktor Hans Bendl sprach 1926 in einem Schreiben an die Behörde von pestähnlichen Begebenheiten, Finsternis der Räume und zusammengepferchten Kindern auf faulen Holzböden, die mit Zementsäcken ausgestopft waren, und verweigerte schlichtweg die Abhaltung des Schulunterrichtes.

Wenn am 26. Mai 2013 im Rahmen eines großen Gemeinde- und Schulfestes mit den örtlichen Vereinen die neue, vielseitig benützbare Volksschule Thalgau ihrer zukünftigen Funktion übergeben wird, dann gehören diese historischen Notizen endgültig zu den Bildern der Vergangenheit.

Schulgeschichte Thalgaus begann 1613

Der Kultur- und Museumsverein Hundsmarktmühle unter Obfrau Anneliese Grubinger präsentiert zur Eröffnung der neuen Volksschule am 9. Juni die große Sonderschau "Aliquando" über die 400-jährige Schulgeschichte Thalgaus. Eröffnet werden die 22. Bildungswochen bereits am 3. März mit der Installation einer Gedenkbüste zum 100. Todestag von Nicolaus Gaertner. Der Industrielle wird auch als Thalgauer Schul- und Bildungsvisionär gewürdigt.

2013: 400 Jahre Schule Thalgau: Sonderschau "Heil Hitler, Herr Lehrer!"

Die Sonderschau "Heil Hitler, Herr Lehrer!" stellte am 17. März 2013 in der Hundsmarktmühle die Thalgauer Schulerinnerung an die NS-Zeit von 1938 bis 1945 dar, wo vor 75 Jahren in jeder Schule mit den Methoden begonnen wurde, Gehirne und Gedanken der Jugendlichen im Dienste der "arischen Volksgemeinschaft" zu manipulieren und zu kollektivieren. Konferenzprotokolle geben Einblicke über Hingabe, Verblendung, Enttäuschung und Ernüchterung einer Generation.

Bericht von der Sonderschau "Heil Hitler, Herr Lehrer" in der Hundsmarktmühle.

Protokolle. Kinder als Boten der NS-Ideologie: Beim Abriss der alten Volksschule entdecktes Material ist in der „Hundsmarktmühle“ zu sehen.

Der Mann war ein strammer Nazi und sorgte dafür, dass die braune Ideologie via Schülerinnen und Schüler in die Haushalte gebracht wurde. Das Wirken des einstigen Thalgauer Volksschuldirektors Alois Behensky ist aber nur ein Teil der Vergangenheit, die in der Sonderschau „Heil Hitler, Herr Lehrer!“ in der Thalgauer „Hundsmarktmühle“ dokumentiert wird.

In fast allen Schulen sind die Protokolle nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs vernichtet worden. In Thalgau hatte man sie versteckt. Die Unterlagen sind beim Abriss der alten Volksschule im Jahr 2011 gefunden worden“, schilderte Bernhard Iglhauser, Leiter des Thalgauer Bildungswerks, bei der Eröffnung der Sonderausstellung, „damit haben wir eine lückenlose Chronik über 400 Jahre Schulgeschichte.“ Diese Chronik wird in diesem Herbst veröffentlicht. Zusätzlich gibt es am 25. Oktober in der neuen Volksschule Thalgau (sie wird am 26. Mai eröffnet) die Gedenkveranstaltung „Die Nacht, in der die Bücher brannten“ (Salzburger Bücherverbrennung).

Besonders auffallend sind für Iglhauser in den Protokollen die Aufzeichnungen über die ständigen Attacken der Schulleitung auf den Klerus. So wurde der örtliche Dechant stets angehalten, im Schulhaus den deutschen Gruß zu leisten. Die Kinder sollten die Beschimpfungen der Kirche in die Elternhäuser tragen. „Aber da ist nicht viel auf fruchtbaren Boden gefallen. Auf dem Land war die Kirche viel zu stark verwurzelt“, schilderte Iglhauser. Schon in den frühen Tagen wurden Schulkinder als Boten eingesetzt. In Heften sind Anleitungen für Eltern gefunden worden, wie sie bei der Volksabstimmung zum Anschluss ihr „Ja“ ausführen sollen.

Zur Sonderschau gehört auch der Prototyp einer Schulbank, die Behensky in vorauseilendem Gehorsam anfertigen ließ. Die Bänke hätten Standard an Schulen werden sollen. Die Idee versandete.

Siehe auch

Bildergalerie

Quellen