Austria Salzburg Finanzprobleme

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Die finanziellen Probleme und die Sanierung des Sportvereins Austria Salzburg ereignete sich Ende 2015 und Anfang 2016.

Vorgeschichte

Gästesektor Spiel SV Austria Salzburg FC Liefering

Den Aufstieg in die SKY Go Erste Liga erreichte der Sportverein Austria Salzburg nach einem vergeblichen Versuch 2014/15 (scheiterte am Floridsdorfer AC in der Relegation). In der darauffolgenden Saison stieg Salzburg als Meister der Regionalliga in die Erste Liga auf, da in jener Saison der Meister der Westliga ohne Relegation aufstieg. Bereits bei der Lizenzvergabe durch die Liga mussten einige Auflagen der Liga erfüllt werden, die mit großem finanziellen Aufwand verbunden waren. Neben der Verbesserung der Flutlichtanlage und einer neuen Tribüne, was durch eine Subvention der Stadtgemeinde Salzburg ermöglicht wurde (rund eine Million investierte die Stadt ins Stadion), musste auch ein Stadion für die Hochsicherheitsspiele gegen Wacker Innsbruck und dem LASK genannt werden, da der Gästesektor in Salzburg-Maxglan dafür nicht geeignet war. Nach längerer Suche wurde man in Schwanenstadt (.) fündig. So konnte die Liga auch die Lizenz erteilen.

Doch wurde von der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck bei einigen Spielen keine Durchführungserlaubnis erteilt. So hatte man Investitionen getätigt, die aber mehr oder weniger umsonst waren. Es kam noch dazu, dass sich der Verein einen für die zweite LIga sehr großen Kader leistete. Ende 2015 stellte sich heraus, dass die Schulden des Vereins auf 1,4 Millionen Euro angewachsen war.

Der Weg zur finanziellen Sanierung

Um sich zu entschulden stellte Austria Salzburg am 30. November 2015 am Landesgericht Salzburg den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung (Ausgleich).

Die Eröffnung eines Ausgleichsverfahrens war auch gleichbedeutend mit dem Abstieg aus dem Profifußball. Die Liga verhängte den bei Ausgleichsverfahren zwingend vorgeschriebenen Zwangsabstieg in die Regionalliga West. Daneben erhielt der Verein noch wegen Nichteinhaltung von Lizenzbestimmungen eine Geldstrafe, die jedoch in zweiter Instanz vermindert wurde.

Am 16. Februar 2016 fand im Salzburger Landesgericht die erste Gläubigerversammlung statt. Der Verein benötigte die Kopf- und Summenmehrheit, um den Spielbetrieb fortsetzen zu können, denn wenn sich die Gläubiger nicht mit 20 Prozent ihrer Forderungen zufrieden, dann muss die Austria zusperren. Nach gut 75 Minuten stimmte eine knappe Mehrheit der Gläubiger gegen den Sanierungsplan. Eine "Kopfmehrheit" hatte sich zwar für den Plan ausgesprochen, jedoch konnte die "Kapitalmehrheit" nicht erreicht werden. Eine Allianz der Baufirmen, darunter der Hauptgläubiger RHZ Bau Gmbh, wollte sich nicht mit 20 Prozent zufriedengeben und forderte 40 Prozent. Wie der "Kreditschutzverband 1870" mitteilte, konnte die Austria nur zwei Prozent gesichertes Kapital aufbringen. Ein letzter Hoffnungsschimmer für die Violetten: Das Verfahren wurde "erstreckt". Die Gläubiger verlangen eine deutlich höhere Quote. In den zwei Wochen musste der Verein 100 000 Euro aufbringen.

In der Verhandlung am 1. März 2016 stimmten die Gläubiger nach zähen Verhandlungen dem Sanierungsplan der Violetten zu. Vereinbart wurde eine Ausgleichsquote von 25 Prozent auf zwei Jahre sowie eine Barquote von fünf Prozent - die rund 70.000 Euro sind binnen vier Wochen zu zahlen. Dem Ausgleichsangebot hatten 89 Gläubiger mit einem Forderungsvolumen von rund 1,068 Mio. Euro zugestimmt, sieben Gläubiger stimmten gegen die Annahme.

Mit diesem Ergebnis kann nun der Verein den Spielbetrieb fortsetzen. In zwei Jahren muss der Verein jedoch finanziell wieder gesundet sein, da sonst das endgültige "aus" der Neugründung droht.

  • 15. Dezember 2016: Die Austria muss die erste Rate in Höhe von 70.000 Euro an die Gläubiger überweisen, was durch verschiedene Benefizaktionen gesichert ist.
  • 15. Mai 2017: Fälligkeit der zweiten Rate
  • 15. Oktober 2017: Fälligkeit der dritten Tranche
  • 28. Februar 2018: Mit der fristgerechten Überweisung der vierten Rate wäre die Austria schuldenfrei

Reaktionen

"Die Wettbewerbskontinuität ist wesentlicher Bestandteil jeder Meisterschaft. Deswegen ist es trotz aller Schwierigkeiten wichtig, dass die Meisterschaft der Sky Go Ersten Liga nicht nur mit zehn Clubs begonnen hat, sondern auch mit ebenso vielen endet." - Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer

"Die Gläubiger glauben noch einmal an die Salzburger Austria. Der Ball für die Erfüllung liegt nun beim Verein." - Kreditschutzverband 1870

"Wir mussten viel Überzeugungsarbeit leisten. Es war bis zum Schluss eine ganz enge Sache. Die Erleichterung ist jetzt sehr, sehr groß. - Freddy Scheucher SV Austria Salzburg

Solidaraktionen

Die Einnahmen aus einem Spiel gegen den deutschen Traditionsklub Union Berlin und einem Spiel gegen SV Wacker Burghausen kamen dem Verein zugute. Ebenso boykottierten die Anhänger des 1. FC Heidenheim das Auswärtsspiel gegen RasenBallsport Leipzig, veranstalteten stattdessen ein Public Viewing, dessen Einnahmen ebenfalls dem Salzburger Verein gespendet wurden. Um den Nachwuchsbetrieb zu sichern, sammelten die Nachwuchsspieler Spenden im Europark, die Summe wurde von der Betreiberfirma auf 15.000 Euro aufgerundet.

Quelle