Büchsenmacher (Brauch)

Aus Salzburgwiki
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Ein nicht mehr zeitgemäßer Brauch ist der Büchsenmacher (Brauch) nach der Geburt eines Mädchens.

Allgemeines

Bis ins 21. Jahrhundert hat sich der skurrile Brauch erhalten, nach der Geburt eines Mädchens dem Vater ein Schild aufzustellen mit dem Titel Zum Büchsenmacher xyz und dieses mit alten Dosen zu behängen. Urheber dieses seltsamen Gehabens sind Freunde oder Bekannte des Vaters.

Dieser Brauch ist nicht nur im Bundesland Salzburg immer noch nicht ausgerottet, sondern er hält sich auch hartnäckig in Niederbayern und Oberösterreich. Die Ursprünge für diesen Brauch finden sich im bayerischen Dialekt, der ein Mädchen als Bix, in einer Koseform Bixei, bezeichnet. Dose wird hier als das wenig schmeichelhafte Wort für die weiblichen Geschlechtsorgane verwendet.

Zum Ausdruck mit diesem Brauch möchten die Urheber bringen, Töchter auf die Welt zu bringen ist ein Schande, eine Schmach. Auf jeden Fall wird damit zum Ausdruck gebracht, dass Mädchen minderwertig gegenüber Buben seien. Ziel des Spotts ist dabei jedoch der Vater, der Büchsenmacher, also die Person, die nichts Gescheites [er]zeugen konnte.

Das wiederum geht auf frühere Zeiten zurück, in denen Mädchen oft eine (hohe) finanzielle Belastung (hohe Mitgift) bedeutete. Aber dies ist wohl lange vorbei und der Brauch nicht mehr zeitgemäß.

Quelle