Bayerisch Gmain

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Östliche Ansicht von der Burg Plain aus. Im Vordergrund ist noch ein Ortsteil von Großgmain zu sehen.
Großgmain und Bayerisch Gmain, Ansicht vom Predigtstuhl aus
Gmain auf einer Karte des Gerichts Reichenhall um 1680
Grenzstein in Spitz am Hallthurm, heute Bayerisch Gmain

Bayerisch Gmain ist ein Kur- und Urlaubsort sowie Kurbezirk des bayerischen Staatsbades Bad Reichenhall an der Grenze zu Österreich.

Lage

Bayerisch Gmain liegt etwa acht Kilometer südwestlich von Salzburg, nördlich des Lattengebirges und ist Nachbargemeinde von Bad Reichenhall.

Name

Der Doppelname deutet bereits darauf hin, dass es auch ein österreichisches Gmain geben könnte, nämlich Großgmain. Im Volksmund heißen beide Orte zusammengefasst Auf der Gmain. Dies geht auf den Höhenzug über dem Reichenhaller Talkessel, dem keltischen "Muona", einen uralten Siedlungsgebiet, zurück.

Das Wahrzeichen für die beiden Gemeinden ist die schlafende Hexe, ein eigenwillig geformtes Bergmassiv, um das sich viele Sagen und Legenden ranken.

Geschichte

Erstmals erwähnt wurde der Ort um 713 - 715 als „Mona“ im Zusammenhang mit der Ausstattung des Benediktinenstifts Nonnberg durch Herzog Theodebert. Aus diesem Ortsnamen wurde später „auf der Gmain“. Der Ort lag im Territorium der Grafen von Plain, die ihren Sitz auf der nahen Plainburg hatten. Nach dem Aussterben der Plainer 1260 fielen deren Besitzungen größtenteils an die Salzburger Erzbischöfe, was im „Zweiten Erhartinger Vertrag“ von 1275 festgeschrieben wurde. Das Gebiet zwischen dem Weißbach und dem Streitbichl allerdings war noch einige Jahre umstritten, bis es um 1295 der Herzog von Bayern erhielt. Von da an bildete der Weißbach die Grenze zwischen den Territorien des Herzogs und des Erzbischofs von Salzburg und teilte damit die „Gmain“ in eine salzburgische (Großgmain) und eine bayerische Hälfte.

Das Erzstift fiel 1810 an das Königreich Bayern. Im Zuge einer Verwaltungsreform wurden die salzburgische und die bayerische Gmain 1811 zu einem Ort zusammengelegt, der zum Landgericht Reichenhall gehörte. Als das Land Salzburg 1816 wieder an Österreich gefallen war, trennte man die Ortsteile voneinander. Der Weißbach bildete wieder die Landesgrenze. Die bayerische Gmain wurde von der Pfarrei Gmain (Großgmain), getrennt, zu der sie Jahrhunderte lang gehört hatte. Die Kinder durften nicht mehr wie bisher in die (Groß-)Gmainer Schule gehen, sie mussten den weiten Weg nach St. Zeno auf sich nehmen.

Im Jahr 1840 standen auf der bayerischen Gmain 29 Häuser mit 24 Familien, im Ortsteil Höfen (beim heutigen Feuerwehrheim) 26 Häuser mit 22 Familien (insgesamt 321 Einwohner). Das Dorf war bis zum starken Anwachsen des Fremdenverkehrs um 1900 ausschließlich von der Landwirtschaft geprägt. Die bayerische Gemeinde Gmain wurde 1926 offiziell in „Bayerisch Gmain“ umbenannt.

Grenzbereinigungen

Im Jahr 1851 wurde der so genannte „Hallthurmer Spitz“, ein Gelände, das zu Österreich gehörte, an Bayern abgetreten. Die Straße von Reichenhall über den Pass Hallthurm nach Berchtesgaden verlief nun ausschließlich über bayerisches Gebiet. Drei bisher österreichische Anwesen wurden dabei nach der bayerischen Gmain eingemeindet. Im Gegenzug trat Bayern einen Gebietsstreifen bei Marzoll an Österreich ab. Dadurch verlief die Straße von Großgmain nach Salzburg nur noch auf österreichischem Territorium. Gleichzeitig wurde im Bereich des Grenzübergangs Hangendenstein bei Marktschellenberg eine Grenzbereinigung durchgeführt.

Siehe auch

Weiterführend

Für Informationen zu Bayerisch Gmain, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema

Bildergalerie

weitere Bilder

 Bayerisch Gmain – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblink

Quellen

  • Lang, Johannes; Schneider, Max: Auf der Gmain, Chronik der Gemeinden Bayerisch Gmain und Großgmain, 1995
  • Lang, Johannes: Geschichte von Bad Reichenhall, 2009, S. 190,191, 859 (Anm. 70)
  • Hirsch, Andreas, Bad Reichenhall, Textgestaltung
  • Homepage der Gemeinde Bayerisch Gmain