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Pass Hallthurm

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Der Pass Hallthurm vor dem Abbruch des Torhauses
Mauerreste der Sperrmauer
Alte Landkarte mit Hallthurm
Hallthurm heute
Straßenverlauf in Hallthurm in Bischofswiesen, ganz links befindet sich der Bahnkörper, Westansicht

Der Pass Hallthurm ist eine Anhöhe von 695 m ü. A. in Bischofswiesen im Berchtesgadener Land in Bayern.

Geografie

Dieser Pass erhebt sich zwischen dem Untersberg im Osten und dem Lattengebirge im Westen. Er stellt die Verbindung im Bischofstal zwischen Bad Reichenhall und Berchtesgaden dar.

Die Straße ist in diesem Teil der Verbindung zwischen Bad Reichenhall und Berchtesgaden sehr gut ausgebaut. Auf der westliche Seite des Passes verläuft die Neue Soleleitung.

Geschichte

Nach einem Überfall von Reichenhaller Bürgern, die die Berchtesgadener Saline zerstören wollten, baute die Fürstpropstei Berchtesgaden 1194 einen Wehrturm. An der engsten Stelle zwischen dem Untersberg und dem Lattengebirge entstand der „Turm gegen Hall“ (Reichenhall), der „Hallthurm“. Westlich davon errichtete man ein zweites Gebäude, das so genannte Althaus. Nördlich davor lagen der Haag oder Landzaun, der aus Dornen- und Weidengeflecht bestand und drei hintereinander aufgeschüttete Erdwälle. Im Zusammenhang mit der so genannten „Berchtesgadener Expedition“ (1382) errichtete der bayerische Herzog westlich des Hallthurm die Festung Hagenfels, die aber bereits zwei Jahre später bei der Berchtesgadener Expedition zerstört wurde. Von 1394 bis 1404 annektierte Salzburg die Propstei Berchtesgaden. Während dieser Zeit wurde der Hallthurm unter dem Salzburger Erzbischof Pilgrim II. von Puchheim zur regelrechten Talsperre ausgebaut. Eine etwa 800 Meter lange und durchschnittlich vier Meter hohe Mauer, in die der Hallthurm und das Althaus einbezogen worden waren, riegelte das Tal ab. Am Hallthurm war das Torhaus angebaut, wo der Weg durch das über drei Meter hohe Tor führte. Der Pass Hallthurm galt als der „hintere Ausgang“ der Fürstpropstei Berchtesgaden, während der „vordere Ausgang“ im Bereich des Hangendenstein lag und durch den Passturm bei Schellenberg bewacht wurde.

Als Berchtesgaden 1810 an Bayern fiel, verloren die Grenzsperren ihren Zweck. Im Jahr 1851 wurde der so genannte „Hallthurmer Spitz“, ein Gelände, das zu Österreich gehörte, an Bayern abgetreten. Die Straße von Reichenhall über den Pass Hallthurm nach Berchtesgaden verlief nun ausschließlich über bayerisches Gebiet. Drei bisher österreichische Anwesen wurden dabei nach Bayerisch Gmain eingemeindet. Im Gegenzug trat Bayern einen Gebietsstreifen bei Marzoll an Österreich ab. Dadurch verlief die Straße von Großgmain nach Salzburg nur noch auf österreichischem Territorium. Gleichzeitig wurde im Bereich des Grenzübergangs Hangendenstein bei Marktschellenberg eine Grenzbereinigung durchgeführt.

Das Torhaus am Hallthurm wurde 1876 abgebrochen, um für Straße und Eisenbahn Platz zu schaffen. Heute sind noch der (gekürzte) Hallthurm und Teile der Sperrmauer erhalten. Nur wenige Reste erinnern an das Althaus und die Burg Hagenfels. Erst 1954 wurden die Überreste der Burg Hagenfels auf einem Ausläufer des Lattengebirges oberhalb von Hallthurm gefunden. Es handelte sich um einen Turm mit etwa zehn mal zehn Metern Grundfläche, der von einer Mauer umgeben war. Nach einer archäologischen Untersuchung von 2004 zeigte sich, dass die Befestigungsanlage weitaus größer war. Sie reichte mit ihren Vorwerken und Außenmauern vom Bach Klausgraben bis zum etwa 500 Meter entfernten Bach Hallthurmgraben. Die talwärts gerichtete Seite war mit weiteren Türmen versehen. Ein Wall mit Graben sicherte die Anlage auf der Bergseite.

Quellen

  • Wanderführer Salz, Spuren zwischen Salzach und Inn, Fritsch Landkartenverlag, 1995
  • Andreas Hirsch, Bad Reichenhall, Textteil "Geschichte"
  • Burg Hagenfels umkopiert von Artikel Berchtesgadener Expedition