Birke

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Birke am Nordufer des Irrsees in Oberösterreich
Typisch nordisches Birkenwäldchen, hier in Estland
Birkenrinde

Die Birke ist ein Laubbaum, der in mehreren Varianten vorkommt.

Allgemeines

Die zwei in Österreich vorkommenden baumwüchsigen Arten sind die Gemeine Birke (auch Sand-, Weiß- oder Hängebirke genannt) und die Moorbirke (auch Haarbirke, Besenbirke oder Behaarte Birke genannt). Sie sind schwer unterscheidbar und Bastarde sind häufig. Sie erreichen Höhen bis etwa 25 m und lieben leichte Standorte in ganz Österreich. Geschlossene Bestände sind selten. In den Alpen findet man die Birke bis zu einer Höhe von 1.500 m ü. A.

Die Zwergbirke (Betula nana) ist kein Baum sondern ein niederwüchsiger Strauch, der in Salzburg nur an wenigen Standorten wie im Wasenmoos Mittersill vorkommt und als botanisches Kleinod anzusehen ist.

Botanisches

Die Birken blühen in Kätzchen, wobei die männlichen bereits im Herbst des Vorjahres erscheinen. Die Samen sind geflügelt und die Knospen ungestielt. Birken kommen als Baum und als Strauch vor, wobei die Stämme schlank sind. Die Rinde ist glatt oder wandelt sich erst spät in eine rissige Borke. Die Samenreife erreicht die Birke im Sommer. Die reifen Zapfen zerfallen und die borstenförmigen Spindeln bleiben. Die einzelnen Birkenarten variieren stark. Birken verursachen bei vielen Menschen Allergien und haben dadurch traurige Berühmtheit erlangt.

Birkenholz

Birkenholz ist weiß oder rötlich und weist viele Markstrahlen auf. Es ist mäßig schwer, mittelhart und schwer spaltbar, es lässt sich aber gut beizen und sauber bearbeiten. Seine Witterungsbeständigkeit ist gering. In den nordischen Ländern wird Birkenholz in großem Ausmaß als Sperrholz verarbeitet. Birkenholz wird in Österreich im Innenausbau, für Sitzmöbel und als Drechslerholz eingesetzt. Wegen seiner hohen Spaltfestigkeit kommt für Zwirnspulen nur Birkenholz in Frage, ebenso für bestimmte Holzblasinstrumente. Es werden auch Faser- und Spanplatten hergestellt.

Prähistorisches

Birkenrinde

Ötzi, der Mann vom Hauslabjoch am Similaungletscher, der am Übergang von der Steinzeit zur Kupferzeit lebte, führte zwei Gefäße aus Birkenrinde mit sich, die mit dünnen Baststreifen vernäht waren. Von den Auffindern seiner Leiche, dem Ehepaar Simon aus Deutschland noch bemerkt, war eines der zwei Gefäße zwei Tage danach zertreten. Es wurde wie ein Puzzle wieder zusammengesetzt und genauestens untersucht. Auf Grund der darin vorgefundenen Kohle- und Aschereste ist davon auszugehen, dass es Ötzi als Glutbehälter gedient hat. Was der Similaunmann im anderen Gefäß aufbewahrt hat, war nicht mehr festzustellen.

Birkenpech

Birkenrinde diente Ötzi aber nicht nur als Aufbewahrungs- und Transportbehälter, in seiner Zeit wurde aus ihr auch Birkenteer, der >Klebstoff der Steinzeit< hergestellt. Birkenrinde wird solange gekocht, bis sich ein asphaltartiger Teer bildet. Dieser wird bei der Herstellung von Pfeilen zur Befestigung der Federn und der Pfeilspitze, die aus Feuerstein, Obsidian oder hierzulande auch aus Bergkristall hergestellt wurde, verwendet.

Quellen

  • Gottfried Amann: „Bäume und Sträucher des Waldes“, Neumann Verlag, Melsungen, 13. Auflage 1980
  • Salzburgwiki-Artikel Holz
  • Gudrun Sulzenbacher: „Die Gletschermumie“, Folio Verlag, 5. Aktualisierte Auflage, Wien/Bozen 2004