Deutscher Volksruf

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Der Deutsche Volksruf war eine deutschnationale (nationalsozialistische) Salzburger Wochenzeitung, die von 1912 bis 1914 und von 1916 bis 1931[1] erschien.

Allgemeines

Der „Deutsche Volksruf“ wurde von dem deutschnationalen Gewerkschafter Hans Wagner gegründet. In der am 30. November 1912 erschienenen Probenummer wurde der neuen Zeitung das Ziel gesteckt, die „arbeitenden Massen“ – zu denen außer den Handarbeitern auch Angestellte, Beamte, Lehrer, Kleingewerbetreibende und Kleinbauern gerechnet wurden – für das „nationale Leben“ zu gewinnen. Das ideologische Programm war deutschnational, antisemitisch und antimarxistisch.

Die Zeitung erschien ursprünglich mit dem Untertitel „Organ der deutschen Arbeitnehmer des Kronlandes Salzburg“. Mit seiner am 26. April 1913 erschienenen Nr. 17 änderte der Deutsche Volksruf seinen Untertitel in „Organ der deutschen Arbeiterpartei“ (damals existierte diese Partei, die ihre Wurzeln in Nordböhmen hatte, zwar bereits, die Deutsche Arbeiterpartei Salzburgs wurde aber erst am 25. Oktober 1913 gegründet). Ab 31. Oktober 1920 lautete der Untertitel „Nationalsozialistisches Wochenblatt für Salzburg und Tirol“.

Zwischen Juli 1914 und Oktober 1916 erschien der Deutsche Volksruf nicht. Von 1916, nach der Reaktivierung der politischen Parteien, bis 1918 wurde er im Stammland der Deutschen Arbeiterpartei, in Nordböhmen herausgegeben.

Die Parteispaltung von 1926 stürzte auch die Zeitung in eine Existenzkrise; der DNSAP-Landesrat Otto Troyer rettete sie, indem er einen Teil seines Bezuges opferte.

Herausgeber und Redaktion

1912 bis 1914 und 1919/20 war der Gründer, Hans Wagner, Herausgeber und Redakteur der Zeitung.

Im Oktober 1913 schied Hans Wagner, aus der Redaktion; seine Funktion übernahm Hans Prodinger. Aber bereits im März 1914 war Wagner wieder Schriftleiter. Am 25. Juli 1914 erschien die vorläufig letzte Nummer. Wagner und Prodinger wurden zum Dienst im Ersten Weltkrieg eingezogen.

Während der „nordböhmischen“ Periode (1916 bis 1918) scheinen Ferdinand Hofmann als Herausgaber, Hans Krebs (1917) und Ottilie Patzel als Schriftleiter auf. 1918, nach dem Zerfall der Habsburger-Monarchie, kehrte die Redaktion nach Salzburg zurück, die Leitung übernahm wieder Hans Wagner. 1920 musste sich dieser zurückziehen, interimistisch leitete Wilhelm Dietrich, ab 25. April 1920 Max Verworner, bald darauf aber Hans Prodinger (Verworner blieb Herausgeber) die Redaktion. Im Sommer 1922 wurde Anton Funk Schriftleiter.

Die Schriftleitung befand sich am Makartplatz Nr. 8 (Mozarts Wohnhaus).

Quelle

Einzelnachweisn

  1. Angaben über ein späteres Erscheinen bzw. den Zeitpunkt des letzten Erscheinens konnten in der Literatur nicht gefunden werden. Belege aus dem Jahr 1931 bei Richard Voithofer, »Drum schließt Euch frisch an Deutschland an ...« Die Geschichte der Großdeutschen Volkspartei in Salzburg 1920-1936, Wien 2000 (= Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Band 9.