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Otto Troyer

Dr. Otto Troyer (* 4. Februar 1870 Steyr, Oberösterreich; † 24. Juli 1949 Salzburg) war ein Salzburger Rechtsanwalt und Politiker der DNSAP (Landesrat von 1922 bis 1927).

Inhaltsverzeichnis

Beruflicher Werdegang

Nach Besuch des k.k. Staatsgymnasiums in Linz (1880 bis 1888, Matura 1888) studierte Otto Troyer 1888 bis 1892 Rechtswissenschaften an der Universität Wien.

1899 bis 1901 war er Gerichtsadjunkt beim Bezirksgericht Tamsweg, 1902 Dr. iur., 1901 bis 1906 Rechtsanwaltsanwärter und 1906 bis 1949 Rechtsanwalt in Salzburg.

Politische Laufbahn

Dr. Otto Troyer war 1905 bis 1931 Mitglied des Gemeinderates der Stadt Salzburg.

Ab 1918 kandidierte er für die (1913 als (Salzburger) „Deutsche Arbeiterpartei“ gegründete) Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei (DNSAP) (welche nicht mit der – jüngeren – NSDAP Hitlers identisch war), mit der er 1919 bei den Wahlen zum Salzburger Gemeinderat 9 % der Stimmen und vier Mandate errang.

Er war 1919 bis 1930 auch Mitglied des Sparkassenausschusses der Salzburger Sparkasse.

Landesrat

Vom 4. Mai 1922 bis zum 4. Mai 1927 war Dr. Otto Troyer als Landesrat Mitglied der Salzburger Landesregierung.

Vorgeschichte

Da die DNSAP landesweit nur mit einem geringen Stimmenanteil rechnen konnte und von den Sozialdemokraten scharf abgelehnt wurde, war sie vielfach auf die Zusammenarbeit mit anderen Parteien des deutschnationalen Spektrums, den bürgerlich orientierten Deutschfreiheitlichen (später: Großdeutschen) und dem Freiheitlichen Salzburger Bauernbund angewiesen, mit denen aber ebenfalls erhebliche Differenzen bestanden.

Für die Landtagswahlen am 9. April 1922 schloss sich die DNSAP mit der Christlichsozialen Partei und dem Freiheitlichen Salzburger Bauernbund zur „Christlich-nationalen Wahlgemeinschaft“ zusammen. Aufgrund der getroffenen Vereinbarungen und des Wahlergebnisses musste die DNSAP auf zwei der drei von ihr erzielten Mandate - darunter das Troyers - verzichten, dafür wurde aber Dr. Troyer mit den Stimmen der „Christlich-nationalen Wahlgemeinschaft“ in die Landesregierung gewählt.

Ende

Vor der Landtagswahl des Jahres 1927 waren die Verhältnisse erheblich anders als im Jahr 1922: Die österreichischen Nationalsozialisten hatten sich in die „Schulz-Bewegung“ und die „Hitler-Bewegung“ gespalten, und der „Schulz-Bewegung“, bei der Troyer verblieben war, blieb nur eine Wahlkoalition mit den Großdeutschen übrig. Auf dem sechsten Listenplatz kandidierend, zog Troyer nicht in den Landtag ein und wurde auch nicht in die Landesregierung wiedergewählt.

Bei den Gemeinderatswahlen des Jahres 1931 traten die geschwächten Schulz-Nationalsozialisten alleine an und erlitten eine schwere Niederlage, die das Ende von Troyers politischer Laufbahn bedeutete.

Großglockner Hochalpenstraße

In Otto Troyers Amtszeit fielen die ersten Schritte der Baugeschichte der Großglockner Hochalpenstraße. Er war bei der Gründung des Ausschuss zur Erbauung einer Großglockner-Hochalpenstraße am 3. Juni 1924 in Klagenfurt, Kärnten, dabei, bei der er auch den Namen der Hochgebirgsstraße Großglockner Hochalpenstraße kreierte.

Ehrungen

Dr. Otto Troyer erhielt 1928 das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Osterreich.

Literatur

Hanisch, Ernst: Zur Frühgeschichte des Nationalsozialismus in Salzburg (1913–1925), in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 117 (1977), Salzburg 1978, S. 371–410

Quellen

  • Voithofer, Richard: „Drum schließt Euch frisch an Deutschland an ...“, Die Geschichte der Großdeutschen Volkspartei in Salzburg 1920-1936, Wien 2000, Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Band 9, ISBN 978-3-205-99222-6
  • Voithofer, Richard: Politische Eliten in Salzburg. Ein biografisches Handbuch. 1918 bis zur Gegenwart, Verlag Böhlau, Wien 2007, Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Band 32, ISBN 978-3-205-77680-2, Seite 34 f.
  • Buch Großglockner Saumpfad Römerweg Hochalpenstraße