Flüchtlingsbewegung im November 2015

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Dieser Artikel berichtet über die täglichen Ereignisse im Zusammenhang mit der Flüchtlingsbewegung im November 2015. Den Übersichtsartikel sowie Ereignisse aus dem aktuellen Monat findest du im Artikel Flüchtlingsbewegung 2015.

Erklärung häufig verwendeter Begriffe

November

29. November 2015, Sonntag

Am Sonntag wurden am Übergang Kufstein nach Deutschland gar keine Flüchtlinge mehr gezählt, in Salzburg waren es am Samstag noch rund 1 100 gewesen. Für Sonntag waren Busse mit 600 Personen angekündigt, die Flüchtlinge aus Unterkünften in in Kärnten an die deutsche Grenze bringen sollten.

28. November 2015, Samstag

Doraja Eberle berichtet auf ihrer Facebook-Seite von einem Vater, der sich alleine mit seinem schwer behinderten Sohn auf die Flucht gemacht hat, in der Hoffnung, dass es ihm in Deutschland besser geht. Doch die Flucht und die Trennung von seiner Mutter haben den Buben derart überanstrengt, dass er nur mehr geschrien und um sich geschlagen hatte. Nun hatte sich der Vater entschieden, mit ihm wieder nach Hause in den Irak zu reisen. Eberle, ihre Helfer und der Verein für Menschenrechte versuchen seit Tagen für die beiden freie Flugplätze zu bekommen. Doch bisher vergebens. In der Zwischenzeit wurden die beiden beim Gasthof Hartlwirt untergebracht, damit der Kleine nicht mit tausend anderen im Zelt wohnen muss. Obwohl Eberle selbstverständlich für die Kosten der Unterbringung aufkommt, war der Hartlwirt das einzige Beherberungsunternehmen, welches bereit war, sie zu nehmen - Flüchtling und behindert ist allen zu viel.
Am 27. November erhielt dann Eberle die Nachricht, dass Vater und Sohn am Montag, den 30. November, heimfliegen können.

27. November 2015, Freitag

In ihrer heutigen Ausgabe berichtet die "Passauer Neue Presse" von einem aus der Türkei stammenden muslimischen deutschen Bundespolizisten. Der 32-Jährige Ümünt Kuscu versieht an der Grenze in Freilassing und ist seinen Kollegen und den Schutzsuchenden durch seine Sprach- und Religionskenntnisse eine große Hilfe. Seine Einsätze dauern jeweils neun Tage, dann hat er fünf Tage frei. Seine Erlebnisse an der Grenze und in den Notunterkünften in Freilassing und Rosenheim lassen ihn nachdenklich werden. Wenn er das Leid dieser Menschen sieht, schätzt er wieder, wie gut es uns hier geht.

26. November 2015, Donnerstag

Die Temperatur liegt um null Grad, kein einziger Flüchtling muss mehr in der Autobahnmeisterei Salzburg-Liefering warten. Direkt an der Grenze zu Deutschland warten etwa 100 Personen. Allerdings kommen seit 12 Uhr immer wieder Busse von Spielfeld mit neuen Flüchtlingen.

25. November 2015, Mittwoch

Deutschland: Ab Freitag, 27. November, verkehren wieder Züge von Salzburg nach Deutschland im Fernverkehr. Auch die Railjet-Züge nach Innsbruck nehmen wieder ihre Fahrt auf. Alle Reisenden, die mit Zügen aus Österreich in Salzburg kommen müssen umsteigen und werden auf gültigen Papiere für Deutschland kontrolliert.
19. November 2015: in der Autobahnmeisterei Salzburg-Mitte müssen Menschen mangels Feldbetten bereits auf Holzpaletten schlafen

24. November 2015, Dienstag

Unter den Flüchtlingen sind auch Menschen aus Marokko und Algerien, die nicht als Kriegsflüchtlinge zählen. In der letzten Woche waren es 42 Flüchtlinge, die von Deutschland an der Grenze in Freilassing wieder nach Österreich abgeschoben wurden. Jedoch kehren beispielsweise marokkanische Flüchtlinge nicht mehr in ihr Land zurück, sondern tauchen in Österreich unter.

19. November 2015, Donnerstag

Stadt Salzburg: In der für 1 150 Personen ausgelegten Notunterkunft in der ehemaligen Autobahnmeisterei Salzburg-Liefering seien Donnerstagfrüh erstmals mehr als 500 Menschen gezählt worden, die gar nicht nach Deutschland wollen. Sie haben in Österreich einen Asylantrag gestellt, aber keine Unterkunft zugeteilt bekommen. Sie landeten im Transitquartier, um nicht auf der Straße zu stehen. Bürgermeister Heinz Schaden braucht aber die volle Kapazität als Puffer, um den Zu- und Abstrom nach Deutschland zu bewältigen. Er will daher ab Montag, den 23. November 2015 das Lager für Asylbewerber sperren.
Abends spitzte sich völlig überraschend die Situation wieder zu: Sieben Busse mit insgesamt 340 Personen aus der Steiermark wurden angekündigt und zusätzlich sollen noch 450 Personen mit der Bahn in Salzburg eintreffen. In der ehemaligen Autobahnmeisterei hielten sich gegen Abend rund 1 000 Flüchtlinge und etwa 450 Asylwerber auf, zusammen mit den angekündigten Ankünften werden es heute Nacht dann rund mit den Bussen aus der Steiermark rund 1 800 Personen!
Wie Bilder des Informationsdienstes InfoMediaWorx abends zeigen, müssen Menschen in der Autobahnmeisterei bereits auf Holzpalettten mangels Feldbetten schlafen.

10. November 2015, Dienstag

Seit Tagen ist das Wetter sehr mild (Temperaturen zwischen 15 und 20 °C) und trocken.
Salzburg: In der alten Straßenmeisterei hat Doraja Eberle ein Babyzimmer eingerichtet. Dort können Babys und Kleinkinder gebadet und geölt werden. Anschließend erhalten sie neue Bekleidung. Auch die Caritas Salzburg hat nun eine spezielle Baby-Kleiderkammer eingerichtet. Dort gibt es auch Windeln und Babynahrung. Von der Organisation Bauern helfen Bauern von Eberle erhalten Flüchtlinge, die als Asylwerber in Österreich bleiben möchten, Rucksäcke, gefüllt mit Kinderwäsche, einer Puppe oder einem Modellauto.
Die generelle Situation ist ruhig, etwa 400 Flüchtlinge hielten sich im Bereich Autobahnmeisterei und Grenzübergang auf.
Deutschland: Grenzkontrollen bis Ende Februar 2016 verlängert, das hat das Deutsche Bundesinnenministerium heute bekannt gegeben. Und: Deutschland wird syrische Asylbewerber wieder nach dem Dublin-Verfahren in andere EU-Länder zurückschicken, über die sie eingereist sind. Das gilt auch für syrische Staatsangehörige, rückwirkend seit dem 21. Oktober.
Die Situation in der Notunterbringung in Freilassing hat sich heute ebenfalls entspannt. Die ehemalige Möbelhalle war kurzzeitig nicht belegt, nachdem 750 Flüchtlinge am Nachmittag mit einem Sonderzug ins Bundesgebiet weitergebracht wurden. Für den späten Abend wurde noch ein zweiter Sonderzug vom Bahnhof Freilassing zur Weiterbringung der Flüchtlinge in eine Erstaufnahmeeinrichtung im Bundesgebiet erwartet.

6. November 2015, Freitag

Stadt Salzburg: Nachdem die Parkgarage unter dem Salzburger Hauptbahnhof mehr als zwei Monate als Notunterkunft für Flüchtlinge gedient hatte, wurde sie heute wieder der Contipark International Austria GmbH übergeben. Nächste Woche muss das Unternehmen aber alle technischen Einrichtungen kontrollieren, denn beispielsweise die Lüftungsanlage war in den letzten Wochen nahezu pausenlos auf Volllast gelaufen.
6. November: Die Flüchtlingssituation in der Stadt Salzburg hat unerwartete Ausmaße angenommen. Hier ein Situationsbild aus dem Hauptbahnhof Salzburg
6. November in einem der Zelte bei der ehemaligen Autobahnmeisterei Salzburg-Mitte

5. November 2015, Donnerstag

Stadt Salzburg: Stadt Salzburg schlägt Alarm: gegen Abend 3 200 Flüchtlinge in Salzburg
Die Flüchtlingssituation in der Stadt Salzburg hat unerwartete Ausmaße angenommen. Gegen 16 Uhr waren heute über 2 000 Personen in der alten Asfinag-Autobahnmeisterei, 600 Flüchtlinge befanden sich im Bereich der Bahnhofs-Halle und 600 warteten auf den Übertritt an der Grenze.
Zusätzlich waren von der Verkehrsleitzentrale des Innenministeriums in Wien via Bussen von Spielfeld kommend 1 500 angekündigt angekündigt. Erst nach einer massiven Intervention von Bürgermeister Heinz Schaden im Bundeskanzleramt gelang es, den Zustrom größtenteils umzuleiten. Auch Landeshauptmann Wilfried Haslauer machte sich dafür stark. Laut Auskunft der Polizei werden nun 700 Flüchtlinge in Zelte in der Schwarzenbergkaserne gebracht, 400 fahren weiter nach Kufstein, 200 an Grenzübergänge in Oberösterreich. Will der Bund Deutschland unter Druck setzen?
Stabsleiter Magistratsdirektor Martin Floss: Man darf nicht auf dem Rücken der Menschen Politik machen. Weder auf dem der Flüchtlinge. Noch auf dem der Helfer, die seit Monaten Tag und Nacht versuchen, geordnete Verhältnisse aufrecht zu erhalten.

3. November 2015, Dienstag

Die Zahl der nach Bayern kommenden Flüchtlinge ist auch in der Nacht auf Dienstag hoch gewesen. In der Früh warteten in Salzburg und Oberös­terreich rund 3 500 Flüchtlinge auf die Weiterreise nach Deutschland. In der Früh warteten an den niederbayerischen Grenzübergängen auf oberösterreichischer Seite bei Wegscheid 1 389 Menschen auf ihre Einreise, bei Simbach waren es 400 und bei Neuhaus am Inn 763 Menschen. In Salzburg warteten gegen 6 Uhr in der alten Autobahnmeisterei 760 Menschen, am Bahnhof 111 und an der Saalachbrücke 150.
Insgesamt hätten am Montag 5 800 Flüchtlinge die Grenze zu Niederbayern überquert – viele von ihnen laut deutscher Bundespolizei kurz vor Mitternacht. An den beiden Tagen zuvor kamen jeweils etwa 4 500 Menschen. Von Salzburg aus wurden am Montag zwischen 0 und 18 Uhr 1 537 Flüchtlinge von bayerischer Seite übernommen.

Details der anderen Monate

Quellen

  • siehe http://www.salzburg.com www.salzburg.com