Flüchtlingsbewegung im Oktober 2015

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Dieser Artikel berichtet über die täglichen Ereignisse im Zusammenhang mit der Flüchtlingsbewegung im Oktober 2015. Den Übersichtsartikel sowie Ereignisse aus dem aktuellen Monat findest du im Artikel Flüchtlingsbewegung 2015.

Erklärung häufig verwendeter Begriffe

Oktober

31. Oktober 2015, Samstag

Wurden in den letzten Tage zwischen 30 und 50 Flüchtlinge pro Stunde von den deutschen Behörden am Grenzüberübergang übernommen, so waren es heute an die 100 Personen pro Stunde.
In den letzten beiden Wochen wurden neue Standorte für Flüchtlings-Notlager publik. So sollen auf dem Werksgelände des Zementwerks Leube und in Kaltenhausen entstehen, ein Zelt am Parkplatz des Salzburger Freilichtmuseums in Großgmain steht bereits. Da die Parkgarage unter dem Salzburger Hauptbahnhof nicht winterfest gemacht werden kann, bauten gestern Soldaten des Österreichischen Bundesheeres ein stabiles Zelt für 220 Personen an der Rückseite des Hauptbahnhofs, an der Lastenstraße, auf. Nachdem in der ehemaligen Straßenmeisterei der Autobahn Salzburg-Mitte ein baufällige Gebäude gesperrt werden musste, wurde ein Zelt für bis zu 520 Personen aufgestellt. Weitere Gebäude sollen für 250 Personen adaptiert werden.

29. Oktober 2015, Donnerstag

Salzburg: Am Vormittag brachten sieben Busse aus der Steiermark 400 Flüchtlinge in die alte Autobahnmeisterei in Liefering, wo sich am Abend rund 800 Menschen inkl. rund 100 Asylbewerber, die in Österreich bleiben, aufhielten. An der Grenze warteten rund 300 Flüchtlinge. Die Abfertigung funktioniert ohne Probleme, durchschnittlich werden 50 Personen pro Stunde von den deutschen Behörden übernommen. In der Parkgarage des Hauptbahnhofes befanden sich rund 700 Migranten.
Deutschland: In Freilassing konnten in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag alle Flüchtlinge aus der Notunterkunft Sägewerkstraße mit Hilfe eines Sonderzuges weiterreisen. Donnerstagmittag befanden sich wieder 640 Menschen in der Notunterbringung. 360 wurden am frühen Nachmittag mit einem Sonderzug ins Bundesgebiet weitergeleitet. Zusätzlich kamen noch mehrere Busse aus dem Raum Passau. Noch zwei weitere Sonderzüge vom Bahnhof Freilassing werden heute erwartet, die insgesamt 950 Flüchtlingen in Deutschland weiterbringen sollen.

25. Oktober 2015, Sonntag

Salzburg: In Salzburg verlief der Weg der Flüchtlinge nach Deutschland am Sonntag wieder geordnet. Dennoch warten im Stadtgebiet am Nachmittag mehr als 2 000 Flüchtlinge auf den Grenzübertritt. Pro Stunde wurden zuletzt rund 40 Flüchtlinge über die österreichisch-deutsche Grenze nach Freilassing geführt. Gestern waren es aufgrund des starken Andrangs stündlich 100. Am Salzburger Hauptbahnhof befanden sich am Nachmittag 1 200 Menschen, in der alten Autobahnmeisterei 700 und im ehemaligen Zollgebäude an der Saalachbrücke 130 Flüchtlinge.

24. Oktober 2015, Samstag

Salzburg: In Salzburg haben am Samstagvormittag gegen 10:30 Uhr überraschend rund 1 200 Flüchtlinge das Notquartier in der Bahnhofsgarage verlassen und sich auf den Weg Richtung Grenze gemacht. Dort sammelten sich schließlich rund 1 500 Flüchtlinge. Das hat für heftige Unstimmigkeiten zwischen Stadt und Polizei gesorgt. Bürgermeister Heinz Schaden hat am Abend erneut bekräftigt, dass die Flüchtlinge in der Bahnhofsgarage dezidiert von der Polizei aufgefordert wurden, zur Grenze zu gehen.
Bereits am Nachmittag machte Schaden seinem Ärger Luft: “Wir wurden mit keiner Silbe informiert. Das macht alles kaputt, was wir bisher an funktionierender Ordnung im Flüchtlingstransit auf die Beine gestellt haben. Damit wird Deutschland von Wien aus provoziert und unter Druck gesetzt. Eine gezielte Provokation, die ich für absolut kontraproduktiv halte.
Augen- und Ohrenzeugen der örtlichen Einsatzleitung und Betreuer der Dolmetscher hätten bestätigt, dass mehrere Dolmetscher instruiert wurden, die Leute zum Gehen zu bewegen, betonte Schaden weiter. “Menschen in Rollstühlen und auf Krücken wollten die Garage eigentlich nicht verlassen.” Die Polizei habe dann schließlich über 1 000 Flüchtlinge durch die Stadt zur Grenze eskortiert. “Das ist offensichtlich die Linie der Wiener Stäbe”, sagte Schaden.
Die Exekutive widersprach dieser Version weiterhin: Am Vormittag hätten sich zunächst rund 50 Personen vom Vorplatz des Hauptbahnhofs auf den Fußweg zur Grenze gemacht, weil sie schon mehrere Tage in der Bahnhofsgarage warten mussten und mit ihrer Geduld am Ende waren. Der Aufbruch sprach sich dann aber offenbar rasend schnell herum. Kurz darauf hatte sich das Transitquartier fast völlig geleert. Um eine Massenpanik und Eskalation zu vermeiden, habe man die Garagentore geöffnet und Absperrungen und Barrieren zur Seite geräumt, betonte die Polizei.
Die Lage beruhigte sich im Laufe des Nachmittags wieder einigermaßen. Gegen 17 Uhr befanden sich am Samstag rund 1 100 Menschen an der Grenze zu Deutschland, weitere 500 in der Bahnhofsgarage. Seit dem Nachmittag ist auch das Transitquartier in der ehemaligen Autobahnmeisterei Liefering wieder geöffnet. Dort hielten sich am frühen Abend rund 80 Flüchtlinge auf. Die zwei großen Zelte in der Asfinag bieten Schlafplätze für rund 650 Personen. Sie sind fertig hergerichtet und stehen erstmals zur Verfügung. Gegen 19:30 Uhr wird der nächste Zug mit etwa 500 Flüchtlingen erwartet. Weitere Züge sind noch nicht bekannt. Das teilte die Stadt Salzburg am frühen Abend in einer Aussendung mit.
Der Koordinator der Freiwilligen, Mike Vogl, hat „aus Sicherheitsgründen“ mittlerweile alle privaten Helfer von der Grenze abgezogen. Er sagt: „Diese unkontrollierte Lage ist nicht zu verantworten. Das ist für unsere Leute viel zu riskant.“ Die Verantwortung und Versorgung an der Grenze obliegt nunmehr der Polizei, hieß es auch von Seiten der Stadt. Ein Verbindungsmann der Stadt Salzburg bleibt vor Ort. Die Berufsfeuerwehr ist weiter samt Fahrzeug vertreten. Auch die Müllentsorgung geht, soweit möglich, seitens der Stadt Salzburg weiter.

21. Oktober 2015, Mittwoch

Salzburg: Wegen bautechnischer Mängel muss das Asfinag-Gebäude der ehemaligen Straßenmeisterei am Autobahnschluss Salzburg-Mitte Liefering gesperrt werden; Flüchtlinge werden in anderen Gebäuden untergebracht und Kapazität beträgt ab morgen nur mehr 400 Personen.

20. Oktober 2015, Dienstag

Salzburg: Die Zeltstadt bei der Landespolizeidirektion wird abgebaut, die Flüchtlinge übersiedeln am Dienstag in die Riedenburghalle. In Salzburg werden ab Dienstag vorerst keine Asylbewerber mehr in Zelten übernachten müssen.
Das Notquartier am Salzburger Hauptbahnhof, das Platz für rund 800 Transit-Flüchtlinge bietet, wird winterfest gemacht. Die Salzburger Parkgaragen-Gesellschaft, die zu 60 Prozent der Stadt und zu 40 Prozent dem Land Salzburg gehört, hat ein Bauansuchen eingereicht. Seit 11. September werden in der Bahnhofsgarage Flüchtlinge untergebracht, und seit diesem Zeitpunkt können dort auch keine Autos mehr parken. Die Salzburger Parkgaragen-Gesellschaft geht von einem monatlichen Einnahmenverlust in der Höhe von rund 40.000 Euro aus, wie Geschäftsführer Alfred Denk auf Anfrage der APA erklärte. Wie der Verlust abgegolten wird, das müsse in einer Aufsichtsratssitzung besprochen werden. Als die Garage aufgrund der Notsituation für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt wurde, seien die Kosten kein Thema gewesen, sagte Denk.
Die Kapazität des einzigen Verteilerzentrums in Salzburg, des ehemaligen Hotel Kobenzl am Gaisberg, wird von derzeit 60 Plätzen auf rund 160 erweitert. Die Umbauarbeiten sollten spätestens im November abgeschlossen sein, sagte der Sprecher des Innenministeriums. Seitens der Stadt zeigte man sich verwundert, dass das Kobenzl "immer noch nicht in voller Kapazität" zur Verfügung steht, obwohl die Stadt die dafür notwendige Baugenehmigung innerhalb von zwei bis drei Wochen bereits im Sommer erteilt habe. Für die Adaptierungen sei der Eigentümer des Gebäudes verantwortlich, hieß es dazu aus dem Innenministerium.

17. Oktober 2015, Samstag

Deutschland: In Freilassing legte heute am frühen Nachmittag eine Demonstration "Bayern steht auf" - mit Inhalten gegen Geflüchtete und gegen das Grundrecht auf Asyl - die Aufnahme von Flüchtlingen vorübergehend still[1]

15. Oktober 2015, Donnerstag

Salzburg: Am Salzburger Hauptbahnhof hatte sich die Lage am späten Donnerstagnachmittag dramatisch zugespitzt. Der Zustrom an Flüchtlingen hielt an, obwohl die drei Notquartiere an der Grenze, in der ehemaligen Autobahnmeisterei Lieferung und der Bahnhofsgarage mit rund 2 000 Flüchtlingen bereits voll ausgelastet waren. Als letzte Notmaßnahme drohte eine Sperre des Bahnverkehrs aus Sicherheitsgründen. Im Bahnhofsbereich hielten sich am Abend um 550 Flüchtlinge auf, viele von ihnen im Freien in der Lastenstraße. Am Abend zeichnete sich zunächst eine Entlastung durch Sonderzug ab, der 400 Flüchtlinge nach Linz brachte. Doch gleichzeitig kam ein neuer Sonderzug mit mehreren Hundert Flüchtlingen in Salzburg an, die erst gegen Mitternacht in der Parkgarage untergebracht werden konnten.
Österreich: 9 500 Flüchtlinge haben die Nacht auf Donnerstag in Notquartieren in Österreich verbracht, 1 200 weitere befanden sich in der Früh an Sammelstellen. Diese Zahlen nannte der Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes, Gerry Foitik. Gestern, Mittwoch, seien 7 460 Flüchtlinge nach Österreich gekommen. 3 700 Asylantragsteller hätten sich in Notquartieren befunden.

13. Oktober 2015, Dienstag

Rückblick auf den September
→ Im September betreute das Rote Kreuz insgesamt 40 942 Flüchtlinge, leistete in 4 186 Fällen medizinische Hilfe und wickelte 256 Transporte in ein Krankenhaus ab. 1 104 Helferinnen und Helfer waren dafür im Einsatz.
→ Seit der massiven Reisebewegung von Flüchtlingen hat die Salzburger Polizei täglich zwischen 15 und 20 Prozent ihres Personals aus dem gesamten Bundesland im Einsatz. Die Polizeiarbeit erstreckt sich von einem humanitären, sicherheits- und ordnungspolizeilichen, kriminalpolizeilichen, fremdenpolizeilichen sowie grenzpolizeilichen Einsatz bis zur Bearbeitung asylrechtlicher Aufgaben.
→ Zudem erhalten die Beamten Unterstützung von Einsatzkräften aus den anderen Bundesländern und erstmals auch Unterstützung durch das österreichische Bundesheer. 152 Kadersoldaten stehen täglich im Assistenzeinsatz, unterstützt durch weitere 84 Kadersoldaten. Insgesamt wurden seit September vom Bundesheer 20 560 Mannstunden erbracht, 17 000 Kilometer gefahren sowie 49 000 Löffelgerichte und 35 000 Liter Tee ausgegeben.
→ Seit Mitte September ist auch die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Salzburg im 24-Stunden-Schichtdienst aktiv, achtet auf die Brandsicherheit und unterstützt den Aufbau von Zelten sowie den Transport von Betten, Heizgeräten und Stromaggregaten. Insgesamt wurden 103 Einsätze in Zusammenhang mit dem Flüchtlingsstrom verzeichnet. Die Brandwache rund um die Uhr hat inzwischen die Salzburger Berufsfeuerwehr übernommen.
→ Im September waren insgesamt rund 800 Freiwillige aus der Salzburger Bevölkerung im Einsatz, einige davon über einen längeren Zeitraum hinweg. Die Caritas war mit mehr als 60 Mitarbeitern vertreten. Sie stellten unter anderem die Spendenlogistik sicher. Verbraucht wurden 70 Tonnen an Lebensmittelspenden, Wasser und Kleiderspenden, die über private Spenderinnen und Spender und Unternehmen zur Verfügung gestellt wurden.

10. Oktober 2015, Samstag

Deutschland: Der Fernverkehr Salzburg-München bleibt weiter bis 18. Oktober unterbrochen. Seit einigen Tagen fahren allerdings wieder Regionalbahnen über die Grenze.

9. Oktober 2015, Freitag

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer möchte Flüchtlinge an der Grenze zu Österreich abweisen lassen. Österreich will dem nicht tatenlos zusehen. Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel bekräftigte am Donnerstagabend: Verfolgte werden weiter aufgenommen. Die Maßnahmen Bayerns sollen in einer Sondersitzung des Kabinetts von Seehofer am Freitag in München beschlossen werden. Vor allem in Salzburg könnte eine humanitäte Katastrophe drohen.

8. Oktober 2015, Donnerstag

Die Nahverkehrszüge zwischen Salzburg und Freilassing verkehren wieder im zwei-Stunden-Takt. In Summe bieten die ÖBB und die deutsche Privatbahn Meridian an diesem Tag 22 Züge (je elf pro Richtung) an. Bei den Zügen Richtung Bayern werden beim Einstieg Ticketkontrollen in Salzburg durchgeführt. Vereinbart wurde auch, dass es bei den Zügen von Salzburg nach Freilassing keinen Zwischenstopp an den S-Bahn-Haltestellen gibt, sie fahren direkt bis Freilassing.

7. Oktober 2015, Mittwoch

Salzburg: Am Mittwochvormittag waren 250 Flüchtlinge am Salzburger Hauptbahnhof, in der Notunterkunft Autobahnmeisterei 84 und an der Grenze 180 Flüchtlinge. In der Autobahnmeisterei wurde eine Krankenstation eingerichtet.

6. Oktober 2015, Dienstag

Salzburg: Täglich kommt in den letzten Tagen etwa immer dieselben Anzahl an Flüchtlingen nach Salzburg bzw. an die Grenze zu Deutschland. Die erstmals seit langem entspannte Lage wird von den Einsatzorganisationen dazu genutzt, die Infrastruktur an der Grenze, in der Autobahnmeisterei und am Salzburger Hauptbahnhof zu verbessern und die Standorte winterfest zu machen. So werden beispielsweise in den Zelten die Böden mit einer Isolierschicht versehen, notwendige Adaptierungen im Sanitär- und Duschbereich durchgeführt und die Kleiderausgabe umstrukturiert. In der Notunterkunft der alten Autobahnmeisterei wird zudem eine Kinderbetreuung eingerichtet.

1. Oktober 2015, Donnerstag

Die Sperre des Bahnverkehrs zwischen Salzburg und Bayern wurde um eine Woche bis 12. Oktober verlängert. Die grenzüberschreitend fahrenden S-Bahnen im Nahverkehr werden nur bis zur ÖBB-Haltestelle Salzburg-Liefering kurz vor der Grenze geführt. Ab Freilassing in Bayern wird ebenso ein Nahverkehr mit S-Bahn-Zügen in Richtung München angeboten.
Salzburg: Knapp 2 600 Flüchtlinge übernachteten in der Nacht auf Donners­tag in der Stadt Salzburg. Das sind so viele wie noch nie seit Ausbruch der Flücht­­lingskrise. Denn am Mittwoch ist nur ein Sonderzug nach Deutschland gefahren. der Grenzübertritt nach Freilassing stockt immer wieder. Donnerstag in der Früh machte sich Verteidigungsminister Klug ein Bild.
In den Notquartieren um das ehemalige Zollamtsgebäude sollen knapp 350 Menschen übernachtet haben. Im Quartier der ehemaligen Autobahnmeisterei (ABM) sollen 800 Menschen untergebracht gewesen sein, während in der Parkgarage am Salzburger Hauptbahnhof 500 Menschen geschlafen haben sollen, berichten die Salzburger Nachrichten. Die restlichen Flüchtlinge wurden in weiteren Quartieren der Landeshauptstadt verteilt.

Details der anderen Monate

Quellen

  • Quelle www.bgland24.de
  • siehe http://www.salzburg.com www.salzburg.com]