Gaisberg Landesstraße

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Begriffsklärung
Dieser Artikel behandelt die Straße auf den Gaisberg. Für die Straße im Salzburger Stadtteil Parsch siehe Gaisbergstraße (Stadt Salzburg)
Bild
Gaisbergstraße.JPG
Gaisberg Landesstraße
Ziffer: L 108
Länge: 8,652 km
Startpunkt: Wolfgangsee Straße (Landesstraße), Guggenthal
Endpunkt: Gaisbergspitze

Die Gaisbergstraße (L 108) ist eine Bergstraße, gelegen überwiegend im Flachgau jedoch teilweise auch auf dem Gebiet der Stadt Salzburg, die den Gaisberg hinauf bis zur Gaisbergspitze führt.

Lage und Verlauf

Die Gaisberg Landesstraße ist 8,652 km lang, führt spiralförmig um den Gaisberg herum oder hinauf und überwindet einen Höhenunterschied von 672 m. Die Gaisberg Landesstraße zweigt von der Wolfgangsee Straße (Landesstraße) bei Guggenthal ab; stetig bergauf führend gelangt man über Gersbergalm, Judenbergalm (ehemaliges Hotel Kobenzl), Rauchenbichl-Kehre (auf ~ 899 m ü. A.), Zistelalm (auf ~ 985 m ü. A.) und Nockstein-Kehre (auf 1 140 m ü. A.) bis auf das Gaisberg-Plateau (auf 1 274 m ü. A., Parkplatz-Niveau) hinauf. Hier endet die Straße in einer Wendeschleife. Die letzten Höhenmeter hinauf zur Gaisbergspitze (auf 1 287 m ü. A.) kann man nur zu Fuß gehen.

Geschichte

Gaisberg Landesstraße bei Mitteregg (Haltestelle) Panorama Ansicht: Süd nach Nord
Gaisberg Landesstraße bei der Nocksteinkehre auf 1 140 m ü. A.
Gaisberg Landesstraße unterhalb Gaisberg Plateau
Gaisbergstraße kurz nach dem Beginn bei der Abzweigung des Georg Weikl Weges in Guggenthal

Der Bau dieser Straße war gleichzeitig auch das Ende der Zahnradbahn, der Gaisbergbahn. Salzburger Zeitungen berichteten erstmals am 10. Februar 1928 von der Idee von Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl, auf den Gaisberg eine Kombination von Straße und Seilschwebebahn errichten zu wollen. Die Idee einer Seilbahn tauchte im Jahr 2010 nochmals als Projekt Seilbahn auf den Gaisberg auf.

Doch die Kostenberechnungen ließen dann nur das Straßenprojekt zu und noch im Februar 1928 begann die Wiener Tiefbaufirma Redlich & Berger mit dem Baulos I (von insgesamt drei). Baulos I war von Guggenthal bis zur Judenbergalpe, Baulos II von der Judenbergalpe zur Rauchenbichleralpe und das letzte Baulos ging dann zur Gaisbergspitze. Baulos III wurde von der Firma Vianova, heute Strabag, errichtet.

Etwa 700 Arbeiter waren mit der Errichtung dieser Straße beschäftigt.

Die Gaisbergstraße wurde am 16. Mai 1929 von Dr. Rehrl als erste Straße in Österreich eröffnet, die ausschließlich touristischen Zwecken diente. Dr. Rehrl hatte nämlich erkannt, dass die wirtschaftlich triste Situation von Österreich nach dem Ersten Weltkrieg unter anderem nur durch Zufluss von Devisen zu meistern sein wird. Um Touristen anzulocken, plante er aus dieser Überlegung heraus neben der Gaisberg-Autostraße auch die Großglockner Hochalpenstraße und die Salzburger Festspiele.

Die Straße war mautpflichtig - 1934 kostete die Fahrt für den Autofahrer vier Schilling, jeder Mitreisende musste nochmals zwei Schilling bezahlen. Schon bald begann die Albus Ausflugsfahrten auf die Gaisbergspitze anzubieten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, am 15. Juni 1950 begann dann, wiederum die Albus, mit einem regelmäßigen, nicht von der Zahl der Fahrgäste (bisher mindestens 12) abhängigen Linienverkehr auf den Gaisberg.

Am 18. Juli 1951 wurde sie wegen schweren Baumängel gesperrt und konnte erst wieder am 11. Jänner 1952 für den Verkehr freigegeben werden.

Von 1929 bis 1969 fanden auf dieser Straße auch die legendären Gaisbergrennen statt, seit 2003 ein Gaisbergrennen mit nostalgischem Bezug.

Gaststätten und Hotels

Freizeit

Gaisberg und Gaisberg Landesstraße sind für Radfahrer, Mountainbiker und E-Biker eine sehr beliebte Strecke.

2015: Bürgerliste fordert Maut

Seit etwa dem Jahr 2000 tauchen regelmäßig Proteste auf, wenn an schönen Tagen die Straße von unzähligen Besucher regelrecht erstürmt wird. Parkverbote werden ebenso ignoriert wie angeordnete vorübergehende Sperren heftig von den Gastronomiebetrieben am Berg bekämpft werden. Anfang November 2015 gab es wieder einen solchen Ausflugstag. Die zahlreichen Autos, die dort zu Staus führten und im Parkverbot standen, veranlassten den Salzburger Gemeinderat Bernhard Carl (Bürgerliste), die Forderung der Bürgerliste nach einer Gaisberg-Maut zu erneuern[1].

Bilder

 Gaisberg Landesstraße – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblinks für Mountainebike-Routenvorschläge

Vorschläge für Mountainbike-Touren auf den Berg:

Weblinks Geschichte

Quellen

Fußnoten

  1. Salzburger Nachrichten, 2. November 2015