Gerhard Mory

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Gerhard Mory (* 1952) ist ein Salzburger Rechtsanwalt.

Karriere

Gerhard Mory ist auf die Vertretung von Asylwerbern spezialisiert. Trotz Rückschlägen will er weitermachen. Er sei ein Humanist, sagt er.

Asylanwalt spricht über Erfolg und Scheitern

Fesch sei er, der Mann aus Guinea, sagt Gerhard Mory. „Groß gewachsen, er könnte ein Dressman sein.“ Der Asylwerber liegt dem Rechtsanwalt, der sich seit Jahren auf das Fremdenwesen spezialisiert hat, besonders am Herzen. „Der Fall ist ein perfektes Beispiel für die Probleme im österreichischen Asylwesen“, sagt Mory.

Sein Mandant aus Westafrika war bis vor zehn Tagen im zweiten Lehrjahr als Kfz-Techniker. Er habe wirklich Pech gehabt, sagt Mory. „Wir sind in der Berufung des Bescheids zu einem Richter gekommen, der berüchtigt ist.“ Vor einer Woche beschloss der Nationalrat in Österreich, dass Asylbewerber, die eine Lehre haben, nicht mehr abgeschoben werden dürfen. „Aber der Richter hat mir die Revision drei Tage drei dem Beschluss zurückgeschickt. Er hätte noch die drei Tage warten können, dann hätte mein Mandant hier bleiben können. Aber nein: Der gibt ihm gleich negativ. Jetzt ist seine Lehrstelle deshalb weg und die neue Regelung gilt für ihn nicht.

Gerhard Mory muss sich auch jetzt noch sehr aufregen, wenn er den Fall schildert. Dabei, sagt er, sei er viel ruhiger geworden. „Früher war ich viel schlimmer.“ Vor einigen Jahren sei er mit seinen Kräften am Ende gewesen. Die jahrelange intensive Arbeit im Asylbereich hätte ihm zu schaffen gemacht. Nun vertrete er deutlich weniger Mandanten, sagt er. „Ich sage vielen von vornherein ab, deren Lage aussichtslos ist. Und die, die ich vertrete, für die habe ich heuer auch einige Erfolge erreicht.

Der Großteil seiner Mandanten aus dem Asylbereich komme aus Afghanistan. Auch für Menschen aus diesem Land habe er immer wieder etwas erreichen können. Das sei aber schwierig, weil viele Afghanen, die von den Taliban verfolgt werden, das nicht nachweisen können. „Die Taliban stellen ja keine Bestätigungen aus, nachdem sie jemanden erschossen haben.

Trotzdem habe er es in einem Fall erreichen können, dass für einen jungen Mann aus Afghanistan eigens ein Gutachten erstellt wird. „Das ist sehr ungewöhnlich, aber der Richter hat eine Gutachterin beauftragt, die über Mittelsmänner die Geschichte meines Mandanten im Heimatdorf recherchiert hat. Sie konnte bestätigen, dass sein Cousin von den Taliban getötet wurde und er im letzten Moment flüchten konnte.“ Trotzdem bekam der Afghane zwei negative Asylbescheide. Mit der Anfechtung hatte Mory aber Erfolg: Der Verwaltungsgerichtshof kritisierte, dass das Gutachten nicht beachtet worden war. Somit ging der Fall zurück zum Richter. „Ich habe schon eine erneute negative Stellungnahme befürchtet. Aber der Richter hat nur gesagt: Das Höchstgericht hat geurteilt. Und er hat meinem Mandanten Asyl gewährt.

Der Fall dokumentiere, dass in dem Bereich sehr viel vom Wohlwollen der Richter abhänge, sagt Gerhard Mory. Obwohl er jetzt 67 Jahre alt und pensionsberechtigt ist, will er weiter für seine Mandanten kämpfen. „Meine Frau sagt auch immer: Warum tust du dir das an. Du bewirkst doch kaum etwas.“ Es stimme zwar, dass er mit seinen wenigen Fällen im Vergleich zu den Tausenden Asylverfahren nur ein Tropfen auf den heißen Stein sei. „Die meisten Asylbewerber können sich keinen Anwalt leisten. Das geht nur, wenn sie Helfer haben.

Er wolle aber weitermachen. „Ich bin Humanist und davon überzeugt, dass ein Einzelner einen Unterschied machen kann. Und wer soll diese Menschen sonst vertreten?

Er will auch für seinen Mandanten aus Guinea weiterkämpfen. Der Mann werde wirklich verfolgt, sagt Mory. Er habe mittlerweile einen Haftbefehl vorliegen, der das beweise. Jetzt will der Anwalt erreichen, dass das Verfahren neu aufgerollt wird.

Quelle