Salzfass (Transportgefäß)

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Die Halleiner Kufe aus der Saline Hallein im „Museum Goldener Steig“ in Waldkirchen (Landkreis Freyung-Grafenau, Bayern), die Andreas Hirsch für den Nachbau hält, der am besten der historischen Halleiner Kufe gerecht wird.

Das Salzfass, in der Saline Kufe genannt, war ein Transportgefäß für Salz von der Saline bis zum Kunden oder Umschlagplatz.

Geschichte

Genauso wie die Perkufe, ein historisches Gefäß, das bei der Produktion von Salz in einer Saline Verwendung fand, wurde das Salzfass für den Transport von einem Küfer hergestellt.

Die Halleiner Kufe

Eine Halleiner Kufe aus der Saline Hallein an der Fassade des Salzburger Doms.

Die Höhe einer Halleiner Kufe, die nur in der Halleiner Saline Verwendung fand, betrug ca. 50 cm.[1] Bei diesen Halleiner Kufen handelte es sich um doppelkonische Fässer. Jeder Küfer musste beispielsweise der Saline Hallein wöchentlich zwanzig bis vierzig Kufen liefern. Die Fertigung dieser Salzfässer wurde dann erst während des Salzausganges vorgenommen.

Bei jeder Hallfahrt auf der Salzach ab Hallein wurden 244 in Perkufen getrocknete Fuder (Salzstöcke) in Kufen (Salzfässer) gefüllt auf die Salzschiffe verladen. 211 Fuder ergaben 186 Kufen. Damals wurde Salz aber nicht gewogen sondern nach Salzfässern gezählt, in die man die Fuder (Salzstöcke) gestoßen hatte. Daher ergänzte man die 186 bereits befüllten Salzfässer (Kufen) bei Lieferung aus den mittransportierten unzerhackten Salzstöcken (Setzfudern). Diese wurden zum Transport mit je sieben Spötern (Schutzlatten) und drei Reifen eingeschlagen, um eventuelle Fehlmengen auszugleichen.

Die Halleiner Salzfässer waren als Halleiner Kufen weit im Ostalpenraum bekannt.

Andreas Hirsch schreibt dazu[2]: Inzwischen beschäftige ich mich seit mehreren Jahren immer wieder mit den Salzfässern der umliegenden Salinen. Dabei bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass die nachgebauten Fässer auf meinem Foto Halleiner Kufen, Nachbauten, Keltenmuseum Hallein nicht den historischen Halleiner Kufen entsprechen. Nach dem Vergleich von historischen Abbildungen und Studieren von Beschreibungen halte ich die Halleiner Kufe im „Museum Goldener Steig“ in Waldkirchen (Landkreis Freyung-Grafenau, Bayern) für den Nachbau, der am besten der historischen Halleiner Kufe gerecht wird.

Dafür spricht unter anderem auch die Halleiner Kufe, welche als Attribut des heiligen Rupert an der Salzburger Domfassade (um 1660 entstanden) zu sehen ist. Dort sind sogar die Weidenruten, die die Taufeln zusammenhalten, recht genau dargestellt. Dabei ist zu erkennen, dass diese Ruten stellenweise mit dünneren Weidenruten zusammengebunden wurden. Charakteristisch ist aber vor allem der Knick im oberen Teil der Kufe, den beide Abbildungen aufweisen. Diesen Knick zeigen (abgesehen von sehr seltenen Ausnahmen, z.B. Rupertfigur, Maria Dürrrnberg) nahezu alle historischen Abbildungen von Halleiner Kufen. So auch die Wandbilder in den Fürstenzimmern im Keltenmuseum Hallein.

Der "falsche" Salzheilige Rupert

Rupert von Worms, als hl. Rupertus der Landespatron von Salzburg, in einer Darstellung mit Salzfass in der Salzburger Kollegienkirche.
Aus der Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau Maria Himmelfahrt in Bad Dürrnberg: Schutzmantel-Rupertus-Statue, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, unterhalb der Bergknappen ist das Salzfass zu sehen, mit dem der Heilige seit dem 15. Jahrhundert dargestellt wird.

Der Salzburger Landespatron Rupert von Worms, der hl. Rupertus, wird mit dem Attribut eines Salzfasses zu seinen Füßen dargestellt.

Zu dieser eigentlich geschichtlich falschen Darstellung war es erst im 15. Jahrhundert[3] gekommen. Bis dahin wurde Rupert von Worms stets als Bischof mit Buch und Bischofsstab (Pastorale) dargestellt. Seither wird er mit einer Halleiner Salzkufe dargestellt.

Denn zu Lebzeiten von Rupert von Worms (* um 650; † 716/718) gab es im Gebiet des heutigen Bundeslandes Salzburg noch keine Salzgewinnung. Wohl wurde Rupert von seinem Gönner, dem bayerischen Herzog Theodo II. mit Salzquellen ausgestattet, die den Reichtum Salzburgs begründeten. Diese aber befanden sich im damals wie heute bayerischen Reichenhall.

Als nun am Dürrnberg 1185 wieder mit der Salzgewinnung begonnen wurde (schon die Kelten hatten ja hier bereist früher Salz abgebaut), wandte sich Reichenhall stärker dem bayerischen Herzog zu. Nun hatte der Salzburger Erzbischof Angst, ihm könnten mit Reichenhall und ihrer Saline auch der hl. Rupert als Salzheiliger abhanden kommen. Eine List verhinderte dies. Bei den Auseinandersetzungen um den Salzheiligen identifizierte man das Salina in Salzburgs ältesten Güterverzeichnissen nicht mit jener Saline in Reichenhall, sondern - mit der viel jüngeren - Saline in Hallein.

So kam der Heilige auf den Dürrnberg und erhielt sein Salzfass.

Salzfässer, Nachbauten im Keltenmuseum Hallein.

Darstellungen von Salzfässern

Neben der Darstellung mit Rupert von Worms kann man heute Salzfässer noch auf Gemälden in den Fürstenzimmern im Halleiner Keltenmuseum sehen.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle Andreas Hirsch
  2. E-Mail vom 28. Februar 2022 an Admin. Peter
  3. Quelle 1, Seite 147