Salzfass (Transportgefäß)

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Halleiner Kufen, Nachbauten, Keltenmuseum Hallein

Das Salzfass, in der Saline Kufe genannt, war ein Transportgefäß für Salz von der Saline bis zum Kunden oder Umschlagplatz.

Geschichte

Genauso wie die Perkufe, ein historisches Gefäß, das bei der Produktion von Salz in einer Saline Verwendung fand, wurde das Salzfass für den Transport von einem Küfer hergestellt.

Bei diesem Salzfass handelte es sich um doppelkonische Fässer. Jeder Küfer musste beispielsweise der Saline Hallein wöchentlich zwanzig bis vierzig Salzfässer liefern. Die Fertigung der Kufen wurde dann erst während des Salzausganges vorgenommen.

Bei jeder Hallfahrt auf der Salzach ab Hallein wurden 244 in Perkufen getrocknete Salzstöcke auf die Salzschiffe verladen. 211 solcher Salzstöcke ergaben 186 Salzfässer (Kufen). Damals wurde Salz aber nicht gewogen sondern nach Salzfässer gezählt, in die man die Salzstöcke gestoßen hatte. Nun ergänzte man die 186 bereits gefüllten Salzfässer mit unzerhackten Salzstöcken. Diese wurden mit je sieben Spötern (Schutzlatten) und drei Reifen eingeschlagen als Ausgleich für eventuelle Fehlmengen.

Die Halleiner Salzfässer waren als Halleiner Kufen weit im Ostalpenraum bekannt.

Der "falsche" Salzheilige Rupert

Rupert von Worms, als hl. Rupertus der Landespatron von Salzburg, in einer Darstellung mit Salzfass in der Salzburger Kollegienkirche.
Aus der Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau Maria Himmelfahrt in Bad Dürrnberg: Schutzmantel-Rupertus-Statue, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, unterhalb der Bergknappen ist das Salzfass zu sehen, mit dem der Heilige seit dem 15. Jahrhundert dargestellt wird.

Der Salzburger Landespatron Rupert von Worms, der hl. Rupertus, wird mit dem Attribut eines Salzfasses zu seinen Füßen dargestellt.

Zu dieser eigentlich geschichtlich falschen Darstellung war es erst im 15. Jahrhundert[1] gekommen. Bis dahin wurde Rupert von Worms stets als Bischof mit Buch und Bischofsstab (Pastorale) dargestellt. Seither wird er mit einer Halleiner Salzkufe dargestellt.

Denn zu Lebzeiten von Rupert von Worms (* um 650; † 716/718) gab es im Gebiet des heutigen Bundeslandes Salzburg noch keine Salzgewinnung. Wohl wurde Rupert von seinem Gönner, dem bayerischen Herzog Theodo II. mit Salzquellen ausgestattet, die den Reichtum Salzburgs begründeten. Diese aber befanden sich im damals wie heute bayerischen Reichenhall.

Als nun am Dürrnberg 1185 wieder mit der Salzgewinnung begonnen wurde (schon die Kelten hatten ja hier bereist früher Salz abgebaut), wandte sich Reichenhall stärker dem bayerischen Herzog zu. Nun hatte der Salzburger Erzbischof Angst, ihm könnten mit Reichenhall und ihrer Saline auch der hl. Rupert als Salzheiliger abhanden kommen. Eine List verhinderte dies. Bei den Auseinandersetzungen um den Salzheiligen identifizierte man das Salina in Salzburgs ältesten Güterverzeichnissen nicht mit jener Saline in Reichenhall, sondern - mit der viel jüngeren - Saline in Hallein.

So kam der Heilige auf den Dürrnberg und erhielt sein Salzfass.

Darstellungen von Salzfässern

Neben der Darstellung mit Rupert von Worms kann man heute Salzfässer noch auf Gemälden in den Fürstenzimmern im Halleiner Keltenmuseum sehen.

Quellen

Einzelnachweis

  1. Quelle 1, Seite 147