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Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau Maria Himmelfahrt

Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt
Wallfahrtskirche Maria Dürrnberg, Tor mit Inschriften
Kircheninneres
Mauracher-Orgel 1860
Gnadenbild: thronende Madonna mit Jesuskind
Schutzmantel-Rupertus-Statue, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, unterhalb der Bergknappen ist das Salzfass zu sehen, mit dem der Heilige seit dem 15. Jahrhundert dargestellt wird.

Die Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau Maria Himmelfahrt befindet sich in Bad Dürrnberg oberhalb von Hallein im Tennengau. Sie zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in Hallein‎‎.

Inhaltsverzeichnis

Die Wallfahrtskirche

Diese frühbarocke, im italienischen Saalbau errichtete Kirche aus rotem Marmor, der ganz in der Nähe gebrochen wurde, entstand von 1596 bis 1614, begonnen unter Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, beendet unter Fürsterzbischof Markus Sittikus. Schon vorher gab es an dieser Stelle eine Kirche. Unter Fürsterzbischof Markus Sittikus entstanden das Marmorportal und drei Kapellen von Baumeister Santino Solari. Der erste Baumeister war Vincenzo Scamozzi.

Gnadenbilder

Das Gnadenbild auf dem Hochaltar ist eine 1616 angefertigte, auf Wolken thronende Madonna mit zwölf Sternen um das Haupt. Zu ihren Füßen befindet sich ein Halbmond, in der Rechten hält sie ein Herz, und ein nacktes gekröntes Kind sitzt auf ihrem linken Knie, das beide Hände streckt[1].

Das Alte Gnadenbild über der Sakristeitür ist eine Marienstatue mit Kind, das angeblich von einem Verbrecher namens Hans Pernegger geschnitzt worden war, den man in Folge dann nicht hinrichtete. Die dargestellte hl. Maria, stehend, hält mit der Rechten ein Szepter und mit der Linken das Jesuskind[2].

Orgel von 1860

Johann Nepomuk Carl Mauracher, der 1861 seine Werkstätte von Braunau nach Salzburg verlegte, verwendete für den Bau der Orgel am Dürrnberg einerseits die 15 Register der gerade von ihm abgebrochenen Heilig-Geist-Orgel, die auf der Nord-Ost-Empore des Salzburger Doms gestanden hatte, andererseits das von seinem Vater Karl Mauracher stammende, 1832 im nachbarocken Stil angefertigte Orgelgehäuse der Saalfeldener Kirche. Treibende Kräfte für die Vorgangsweise, in der Dürrnberger Kirche eine Orgel aus gebrauchten Teilen herzustellen, waren die Söhne Franz Xaver Grubers, Franz und Felix Gruber. 1969 erhielt der Salzburger Orgelbauer Hermann Oettl den Auftrag, die Orgel umzubauen. Er entfernte den originalen Spieltisch und montierte einen neuen. Im Weiteren baute er die spieltechnische Einrichtung um und hellklingende Register ein, wobei er u.a. Pfeifenreihen einfach abschnitt.[3]

Das Chronogramm auf dem Gehäuse lautet FAVSTE EXSTRVCTA LAVDES EDITE DEO IN’ SAECVLA,[4] ergibt 1832 und nimmt Bezug auf die Errichtung der Orgel in Saalfelden in diesem Jahr.

Im Zuge der Anschaffung der "neuen" Orgel 1859/60 wurde das alte Orgel-Instrument − ein Positiv, das vermutlich im Jahr 1613 gebaut worden war − 1860 nach Torren verkauft, wo es erhalten geblieben ist.

Disposition seit 1969

I. Manual C–f3
Bourdun 16′
Principal 8′
Salicional 8′
Flöte 8′
Octav 4′
Flöte 4′
Quinte 22/3
Mixtur 2′
II. Manual C–f3
Gedeckt 8′
Flöte 4′
Principal 2′
Zimbel 1/2
Pedal C–f1
Subbaß 16′
Octavbaß 8′
Piffaro 4′+2′

Die Wallfahrt

Hauptartikel Dürrnberger Wallfahrt

Wallfahrtsmotive waren die Wiederbelebung toter Kinder, Aussicht auf Heilung durch Auftragen von Ampelöl und Schutz vor der Pest.
Auf Fürsprache der Madonna vom Dürrnberg blieb Saalfelden angeblich im Jahre 1600 vor der Pest verschont, weshalb sie jedes sechste Jahr eine Kerze spendeten, die dann ein Jahr brannte.[5]

Die Kriegsheimkehrer aus der Schlacht bei Solferino hielten ihre Jahreswallfahrt auf den Dürrnberg ab.[6]

Bei einem Schiffsunglück 1669 ertranken 62 Antheringer bei der Rückkehr von einer Dürrnberger Wallfahrt in der Nähe des Michaelstors in der Salzach.

Bilder

  Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau Maria Himmelfahrt – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

  1. Dehio Salzburg 1986, Wien 1986, S. 73
  2. Gustav Gugitz: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch. Ein topographisches Handbuch zur religiösen Volkskunde in fünf Bänden, Wien 1958, Band 5, S. 156
  3. Roman Matthias Schmeißner: Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg, Diss. Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 26ff.
  4. (Ihr glücklich errichteten [Pfeifen], bringt das Lob Gottes in Ewigkeit hervor). Vergl.: Roman Matthias Schmeißner: Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg, Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 29.
  5. Gustav Gugitz: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch. Ein topographisches Handbuch zur religiösen Volkskunde in fünf Bänden, Wien 1958, Band 5, S. 156.
  6. Georg Stadler: Kreuzvölker und Wallfahrten im Laufe der Jahrhunderte. In: Salzburgs Wallfahrten in Kult und Brauch, hg. von Johannes Neuhardt (Salzburg 1986), S. 45.