Salztransport

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Der Salztransport in Salzburg fand hauptsächlich auf Flüssen statt.

Salztransport in Salzburg

Das Salz vom Dürrnberg wurde hauptsächlich auf der Salzach verschifft. Es wurde in kegelförmigen Holzbehälter gepresst und flussabwärts auf der "Naufahrt" auf zuerst auf kleinere Schiffe, den Zillen (vielfach Hallasch genannt) und unterhalb von Laufen auf die den größeren Plätten verladen, die Salzach und Inn bis Passau hinunter fuhren und über die Donau bis zum Schwarzen Meer kamen. Bei dieser nicht ungefährliche Arbeit kam es immer wieder zu Zwischenfällen und Todesopfern (siehe auch Salzachschifffahrt).

Durch die Beherrschung des Wasserwegs auf der Salzach, dem einzigen leistungsfähigen Transportweg, konnten die Fürsterzbischöfe auch den Export der konkurrierenden Saline Reichenhall und Berchtesgaden kontrollieren. Die Salzschifffahrt von Hallein über Laufen nach Passau wurde noch im 13. Jahrhundert durch erzbischöfliche Urkunden genau geregelt. Der Salzexport blieb bis zum Ende der geistlichen Herrschaft die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der Salzburger Erzbischöfe.

Die 80 Kilometer lange Fahrt von Hallein nach Laufen und wieder zurück nach Hallein wurde einschließlich der Beladung der Schiffe in drei, gelegentlich sogar in zwei Tagen bewältigt. Auf diese Weise verließen etwa im Jahr 1590 über 2 200 Schiffsladungen mit Salz Hallein[1].

Im Salzburgischen Laufen mit seinem Vorort Oberndorf musste das Salz von den kleineren Zillen auf die größeren Plätten umgeladen werden. Der Grund war zum einen die geringere Wasserführung der Salzach auf der Strecke von Hallein bis zur Einmündung der Saalach bei Freilassing und zum anderen der „Nocken“, ein gefährliches Hindernis im Flusslauf bei Laufen. Die großen Salzplätten, die bis Passau fuhren, wurden auf den Schopperplätzen in Laufen gebaut.

Aber auch alle anderen Waren mussten umgeladen werden und so erlangten diese beiden Städte großen Wohlstand. Zum Schutze der Schiffer gegen kriegerische und räuberische Überfälle auf die Salzzillen wurde 1278 von Erzbischof Friedrich II. von Walchen die Schiffergarde gegründet, welche bis zum heutigen Tag besteht.

825 finden sich in der Laufener Chronik erste Hinweise auf eine Salzachschifffahrt. Auf Anordnung von Kaiser Ludwig dem Bayern aus dem Jahr 1333 durfte das Salz aus Hallein nur noch auf dem Fluss verfrachtet werden. Das Salz aus der Saline Reichenhall musste dagegen weitgehend auf dem beschwerlichen Landweg befördert werden. Erst seit 1816 befuhren nördlich von Salzburg wieder vereinzelt bayrische Salzschiffe die Salzach. 1866 findet der letzte königlich bayerische Salztransport nach Passau auf dem Wasserweg statt. Die Eisenbahn setzte sich damals immer mehr gegen die Beförderung durch Salzachschiffe durch.

Hallfahrt (auch Naufahrt genannt)

Eine Hallfahrt war der Transport mit Salz auf der Salzach (zum Unterschied der Flussaufwärtsfahrt, bei der die Beladung eine andere war). Einst waren die Halleiner Hallfahrten auch unter dem Namen "Mühlbacher Hallfahrt" bekannt. Muehlbach (Mühlbach, wahrscheinlich der heutige Kotbach) ist der alte Name der Stadt Hallein vor dem 13. Jahrhundert.

Salztransport im Salzkammergut

Hauptartikel: Salz im Salzkammergut

Zahlreiche Berufe hingen im Salzkammergut mit dem Salztransport zusammen. Es gab Fachkräfte, die für die Instandhaltung der komplizierten Wasser- und Treidelwege zuständig waren. Hanfseile waren für das Ziehen der Zillen notwendig. Die starken Hanfseile hielten nicht länger als sechs bis neun Tage. Allein für Seile musste das Salzamt jährlich 4.000 Gulden ausgeben.

Ischl besaß für den Handel mit Salz das Uferrecht. Denn auf der Traun wurde flussabwärts das Salz zum Traunsee nach Gmunden geschafft, flussaufwärts brachten die Zillen, von Pferden stromaufwärts getreidelt, alle Güter für das tägliche Leben mit. Grenzposten achteten darauf, dass kein Salz ins Kammergut eingeschmuggelt wurde.

Quellen

Fußnoten