Herbert Matl

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Herbert Matl

Dr. Herbert Matl (* 15. Oktober 1957 in der Stadt Salzburg) ist Ziviltechniker, Geologe und Geschäftsführer des Pongauer Abfallwirtschaftsverbandes.

Leben

Herbert Matl wuchs mit sieben Geschwistern in der Stadt und später in Elixhausen auf. Seit 1994 lebt der Geologe und Ziviltechniker im Pongau, seit 1998 in Werfenweng.

Vorgestellt

Vorgestellt ist eine Beitragsreihe in den Salzburger Nachrichten. Das Salzburgwiki hat hier den Originaltext übernommen. Dieser kann wiederholende Teile zu obigem Lebenslauf enthalten, sollte aber im Sinne eines Zeitdokuments nicht korrigiert werden.


Es kann schon vorkommen, dass Herbert Matl beim Spazierengehen den Deckel der einen oder anderen Mülltonne öffnet, um nachzusehen, ob die Abfalltrennung funktioniert. Der Geschäftsführer des Pongauer Abfallwirtschaftsverbandes verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen, das Hobby mit dem Beruf.

Dass er bei jedem Wetter mit seinem 15 Monate alten reinrassigen Boarder-Collie-Rüden "Aragorn" die Natur erkundet, bezeichnet der Werfenwenger allerdings nicht als Hobby. "Hobbys habe ich keine, ich habe nur Lebenszeit, und da gehört sehr viel Arbeit dazu." Zur Arbeit als Abfallmanager kam der gebürtige Stadt-Salzburger durch Zufall. Nach unsteten Studienjahren mit einigen Wechseln vom Lehramtsstudium für Geschichte und Philosophie bis zur Theaterwissenschaft bewarb sich der Geologie-Absolvent der Universität Salzburg 1988 bei Prof. Eberhard Stüber, der für die damals neue Umwelt- und Abfallberatung des Landes Spezialisten suchte. Der Vorstellungstermin war vorerst ernüchternd. "Mehr als hundert Bewerber warteten bei den Sauriern im Foyer des Hauses der Natur", erinnert sich Matl, "ich kam nach zwei, drei Stunden dran und wurde von der Jury befragt." Er bekam den Job als Abfallberater für den Pinzgau und das Gasteinertal. So war Matl eineinhalb Jahre "Wanderprediger" für Mülltrennung, ehe er ebenso lang in der Privatwirtschaft in Vorarlberg für einen Abfallwirtschaftsplaner arbeitete. 1991 verschlug es ihn zum neu gegründeten Pongauer Abfallverband. "Bis morgen" solle er ein kurzes Konzept erstellen, habe ihm Verbandsobmann Bürgermeister Simon Illmer junior beim Vorstellungsgespräch gesagt.

Bewerber und Konzept waren erfolgreich, der Geologe wurde Geschäftsführer und war gleich voll gefordert. Der Bürgeraufstand gegen die in Großarl geplante Deponie und der "Pongauer Müllnotstand" mit dringend notwendiger Deponiesanierung und Deponiesuche machten in den 1990er Jahren Schlagzeilen. Da eine eigene Deponie zu teuer gekommen wäre, lösten die Pongauer das Problem durch eine Kooperation mit der Pinzgauer Müllverwertung in Zell am See.

Zuletzt etablierte Matl eine automatische Verwiegung des Mülls. Dennoch ist der Abfallfachmann alles andere als ein Technokrat. Eher ein unbequemer Vor- und Querdenker, der sich für vieles begeistern kann: für Saurier und Urgeschichte, für griechische Mythologie, Philosophie und Quantenphysik. Die Philosophie werde von der Quantenphysik abgelöst, sagt Matl. "Das Leib-Seele-Problem ist nur mit der Quantenphysik zu lösen."

Quelle