Großarl

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Ortsbild
Großarl 01.jpg
Karte
Karte 5611.png
Basisdaten
Politischer Bezirk: St. Johann/Pg. (JO)
Fläche: 129,2 km²
Geografische Koordinaten: 47°14'17" N
13°12'03" O
Höhe: 924 m ü. A.
Einwohner: 3 825
(1. Jänner 2018)
Postleitzahl(en): 5611
Vorwahl: 0 64 14
Gemeindekennziffer: 50 411
Gliederung Gemeindegebiet: 6 Katastralgemeinden
Gemeindeamt: 5611 Großarl
Markt 1
Offizielle Website: gemeindegrossarl.at
Politik
Bürgermeister: Johann Rohrmoser (ÖVP)
Gemeindevertretung (2019): 21 Mitglieder:
13 ÖVP
8 SPÖ
Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 1 685
1880 1 682
1890 1 623
1900 1 585
1910 1 732
1923 1 728
1934 1 994
1939 2 040
1951 2 326
1961 2 574
1971 2 915
1981 3 043
1991 3 376
2001 3 634
2011 3 693
2018 3 825
Karte
Historische Mautstelle Alte Wacht
Pfarrkirche und Pfarrhof
Denkmalhof Kösslerhaus
Kapellen-Wanderweg
Blick auf das Ellmautal

Großarl ist eine Marktgemeinde im Pongau und zugleich Hauptort des Großarltals.

Geografie

Geografische Lage

Der Ort liegt im Großarltal an den Ausläufern der Radstädter Tauern, östlich des bekannten Gasteinertals und ca. 70 km südlich der Stadt Salzburg. Die Marktgemeinde ist mit Fahrzeugen nur von Norden her, von St. Johann im Pongau auf der Großarler Landesstraße (L 109) erreichbar.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst die sechs Katastralgemeinden Großarl, Au, Eben, Bach, Unterberg und Schied, die zugleich auch die Großarler Ortsteile bilden:

  • Großarl 1 316
  • Au 483
  • Eben 319
  • Bach 512
  • Unterberg 568 und
  • Schied 436.

Anmerkung: In kursiver Schrift wird die Einwohnerzahl der Ortsteile nach dem Stand der Volkszählung aus dem Jahr 2001 angegeben.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind im Süden des Großarltals der ehemalige Bergbauort Hüttschlag und im Osten Kleinarl, im Westen – bereits im Gasteinertal – die drei Gemeinden Bad Gastein, Bad Hofgastein und Dorfgastein sowie am nördlichen Talausgang der Eisenbahnerort Schwarzach im Pongau, die Bezirkshauptstadt St. Johann im Pongau und Wagrain.

Geologie

Die Ortsteile Großarl Markt und Unterberg liegen auf der größten und flachsten Talaue des Großarltales. Der Ortskern von Großarl steht auf dem Schwemmkegel des Ellmautales.

Klima

Das lokale Klima in Großarl entspricht der kontinental geprägten (tief-)montanen Höhenstufe. Die Sommer sind mild bis heiß, die Winter meist kalt.

Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt 8,1 °C. Die Niederschlagsmenge pro Jahr beträgt 1 298 Millimeter. Die höchsten Niederschlagsmengen gibt es im Juli mit durchschnittlich 191 Millimetern. Die geringsten Niederschlagsmengen gibt es im Februar, März und November mit durchschnittlich 70 Millimeter.

Religionen

Die katholische Pfarre Großarl deckt sich mit dem Gebiet der politischen Gemeinde Großarl und gehört zum Dekanat St. Johann im Pongau. Von den etwas mehr als 3 600 Einwohnern sind 95 % Katholiken. Gegründet wurde die Pfarre erst 1806, davor wurde Großarl von der Mutterpfarre St. Veit im Pongau betreut. Kirchenpatrone sind der hl. Martin und der hl. Ulrich. Außer der Pfarrkirche besteht eine Kapelle im Altenwohnheim und mehrere kleine Kapellen und Marterl im ganzen Tal. Betreut wird die Pfarre Großarl von einem Pfarrer und einen ständigen Diakon, die beide auch für die Nachbarpfarre Hüttschlag zuständig sind.

Geschichte

Die Besiedlung des Ortes erfolgte gleichzeitig mit jener des gesamten Tales, das auf eine uralte Siedlungsgeschichte zurückblicken kann. Die Arlscharte war früher eine der wichtigsten Nord-Süd-Routen durch das Gebirge im Pongau.

Die ersten Siedler haben sich einer Legende nach wohl im 9. Jahrhundert v. Chr. im Tal niedergelassen. Aus dem Jahr 930 n. Chr. stammt dann die erste Erwähnung des Großarltales in einer Tauschurkunde des Erzbischofs Adalbert II.. Um 1000 übernahm die Kirche das großflächige Wald- und Weidegebiet in ihre Grundobrigkeit. Im 12. Jahrhundert wurden die ersten Bauernhöfe (Großschwaigen) gegründet.

Bis zum 17. Jahrhundert entwickelte sich aus dem bei der Kirche liegenden Weiler mit Kramerei und Gasthaus ein ansehnliches Marktdorf. Durch den florierenden Bergbau machte sich allmählich Wohlstand breit und es entstanden mächtige Häuser auf dem Dorfplatz, die vor allem den Gewerbetreibenden (Schuster, Schmied, Schneider usw.) gehörten.

1672 erhielt Großarl, das dem Gerichtsbezirk Werfen angeschlossen war, ein selbstständiges Landgericht (bis 1811). Dieses Gericht ist im Atlas Salisburgensis des Salzburger Kartografen Joseph Jakob Fürstaller angeführt. Während der Protestantenvertreibung in den Jahren 1731 und 1732 mussten 551 Großarler unter Zurücklassung ihrer Habe ihre Heimat für immer verlassen. Viele von ihnen emigrierten gemeinsam mit den ausgewiesenen Lutherischen anderer Salzburger Gemeinden ins damalige Ostpreußen und gründeten dort eine "Salzburger Kolonie". Die Nachfahren dieser Emigranten wurden nach Ende des Zweiten Weltkriegs neuerlich aus ihrer (von Deutschland an Russland gefallenen) Heimat vertrieben und leben heute zerstreut in aller Welt.

Zur Mitte des 20. Jahrhunderts verließen wiederum viele Großarler ihre Heimat. Grund war diesmal jedoch die Motorisierung und Verkehrserschließung, die, mit der in diesem Jahrhundert stattfindenden globalen Technisierung einhergehend, einen Umbau im Lebens-, Arbeits- und Sozialgefüge brachte und zu einer Abwanderung vorwiegend junger Menschen aus der Enge der Gebirgstäler in die arbeitsplatzreichen Städte führte.

Die Salzburger Landesregierung erhob Großarl mit Beschluss am 23. Mai 1962 zu einer Marktgemeinde. Am selben Tag erhielt Großarl auch sein Wappen. Damals, 1962, zählte Großarl 35 127 Nächtigungen. Vier Jahre später, 1966, wurde dann erst der erste Lift im Ortsteil Unterberg erbaut. Bereits 1971 folgte die Gründung des Skigebiets Dorfgastein - Großarltal.

Zu Beginn der 1970er-Jahre setzte auch im Großarltal der Fremdenverkehr ein, der auch einen Aufschwung der übrigen Wirtschaft mit sich brachte. Mit den Einnahmen aus dem Fremdenverkehr konnte die Gemeinde eine Verbesserung der Infrastruktur und die Schaffung notwendiger kommunaler Einrichtungen verwirklichen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Pfarrkirche zu den Heiligen Ulrich und Martin

Hauptartikel Pfarrkirche zu den Heiligen Ulrich und Martin

Die spätbarocke Saalkirche mit den markanten Zwiebeltürmen liegt auf einer Hangstufe im östlichen Ortsbereich und wurde in den Jahren von 1768 bis 1769 von Wolfgang Hagenauer erbaut.

Großarler Pfarrhof

Hauptartikel Großarler Pfarrhof

Der aus der Barockzeit stammende Pfarrhof mit dem sehenswerten Marmorportal liegt direkt neben der Pfarrkirche.

Alte Wacht

Hauptartikel Alte Wacht

Die Alte Wacht ist die älteste Mautstelle im Bundesland Salzburg. Bis zum Bau der neuen Brücke führte die Straße durch die Engstelle, an der in früheren Zeiten Waren kontrolliert und verzollt wurden.

Kapellen-Wanderweg

Hauptartikel Kapellen-Wanderweg

Am Kapellen-Wanderweg zwischen Großarl und Hüttschlag befinden sich elf Kapellen.

Museen

Denkmalhof Kösslerhäusl

Hauptartikel: Denkmalhof Kösslerhäusl

Das im Jahr 1600 erbaute Kösslerhäusl im Ortsteil Eben wird heute als Museum geführt. Das Gebäude verfügt über eine offene Feuerstelle in der Rauchkuchl und diente früher Bergknappenfamilien als Unterkunft.

Musik

Trachtenmusikkapelle Großarl

Kulinarische Spezialitäten

Verschiedene Käsespezialitäten von Topfenfrischkäse, über Schnittkäse (Süßkäse) und für den Großarltal so typischen Sauerkäse gibt es in der Genuss Region Großarltaler Bergbauernkäse.

Sport

Volkskultur und Vereine

In Großarl wird großer Wert auf Brauchtum und Volkskultur gelegt. Zahlreiche Vereine erhalten die althergebrachten Bräuche:

Regelmäßige Veranstaltungen

Bergadvent, Blasius Schlenkerfahrt, Ölbergsingen, Leiden-Christi-Singen, Lady-Ski-Woche, Musikantenroas, Rupertifest u. a.

Wirtschaft und Infrastruktur

In Großarl gibt es viele Klein- und Mittelbetriebe (Tischlerein, Zimmerei, Erdbaubetriebe etc.). Sie wurden zu bedeutenden Arbeitgebern für die Einwohner in der Region.

Verkehr

Die Landesstraße L 109 verläuft durch das Großarltal. Im Großarltal gibt es keinen Bahnhof, es verkehrt jedoch stündlich ein Bus von St. Johann im Pongau ins Großarltal. Es gibt keinen Durchzugsverkehr, daher herrscht im Großarltal nur mäßiges Verkehrsaufkommen.

Fremdenverkehr

Großarl ist heute ein wichtiger Ort im Salzburg Sommer- und Wintertourismus. Während in der warmen Jahreszeit die vielen Almen - weswegen das Tal auch den Beinamen "Tal der Almen" führt - zum Wandern einladen, zieht im Winter der Skisport die meisten Gäste an. Durch den Zusammenschluss des Großarler Urlaubsregion mit dem Gasteinertal zur Skischaukel Großarltal-Dorfgastein, die das Skigebiet Dorfgastein-Großarltal technisch verbindet, bieten sich den Gästen Lifte und präparierte Abfahrten in den beiden Tälern an.

1962 zählte Großarl 35 127 Nächtigungen. Vier Jahre später, 1966, wurde dann erst der erste Lift im Ortsteil Unterberg erbaut. Bereits 1971 folgte die Gründung der Skischaukel Großarltal-Dorfgastein. Lag es 1962 mit seinen Nächtigungszahlen noch an 49. Stelle aller Pongauer Gemeinden, so belegte die Gemeinde 2011 in der Nächtigungsstatistik aller 119 Gemeinden im Bundesland Salzburg den zehnten Rang.

Seit 1991 konnte die Zahl der Nächtigungen in Großarl und Hüttschlag von 360 000 auf 690 000 nahezu verdoppelt werden. Bei den Gästebetten (rund 4 600) gäbe es ein Plus von fast 40 Prozent. Das Tal könne mit 21 Viersterne Hotels aufwarten, 19 davon in Großarl. 2013 lag das Verhältnis der Nächtigungen 44 Prozent im Sommer zu 56 Prozent im Winter.

Ansässige Unternehmen

Beherbergungsbetriebe

4-Sterne-Hotels
3-Sterne-Hotels
Apapartementhäuser

Rettungsorganisationen

Bildung

Politik

Gemeinderat

21 Personen bilden den Gemeinderat, davon sind 13 der ÖVP angehörig und 8 der SPÖ.
Er setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2019 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 13 ÖVP – stellt den Bürgermeister Johann Rohrmoser
  • 8 SPÖ

Bürgermeister

Hauptartikel Bürgermeister der Marktgemeinde Großarl

2015 sind Johann Rohrmoser (ÖVP) Bürgermeister und Johann Ganitzer (SPÖ) Vizebürgermeister von Großarl.

Auszeichnungen der Marktgemeinde Großarl

Ehrenbürger

Hauptartikel Ehrenbürger der Marktgemeinde Großarl

Ehrenringträger der Marktgemeinde Großarl

Hauptartikel Ehrenringträger der Marktgemeinde Großarl

Wappen

Gleichzeitig mit ihrer Erhebung zur Marktgemeinde wurde der Gemeinde Großarl am 1. April 1965 durch die Salzburger Landesregierung das folgende Wappen verliehen:

In Silber ein heraldisierter entwurzelter grüner Erlenbaum.

Die Darstellung der Erle soll auf den undeutbaren vordeutschen Ortsnamen „Arla“ anspielen – 930 werden „dua flumina Arla ad Pongowe“ genannt und 1339 wird ein Tal in der „merern Arel“ erwähnt. Die entwurzelte Erle weist aber auch auf die große Rodungstätigkeit vom 11. bis zum 13. Jahrhundert zur Zeit der Besiedlung des Großarltales hin. Ebenso spiegelt die Erle die große Bedeutung der Holzindustrie wider. Die Wurzeln der Erle versinnbildlichen die Bodenverbundenheit der Talbewohner, die Blätter stellen den einstigen Kinderreichtum Großarls dar.

Gemeindepartnerschaften

Persönlichkeiten

Personen mit Bezug zur Gemeinde

  • Sepp Forcher (* 17. Dezember 1930 in Rom), Fernsehmoderator; führte von 1955 bis 1959 als Hüttenwirt das Großarler Berglandhaus
  • Balthasar Linsinger (* 1902; † 1986), von 1943 bis 1954 Pfarrer von Großarl, Gerchter unter den Völkern
  • Angelica Bäumer (*15. Jänner 1932 in Frankfurt am Main), österreichische Kunstkritikerin, Autorin, Ausstellungs-Kuratorin, überlebte das letzte Kriegsjahr als U-Boot in Großarl

Töchter und Söhne der Marktgemeinde

Hauptartikel Töchter und Söhne der Marktgemeinde Großarl
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Literatur

  • Heimat Großarl. Chronik der Gemeinde Großarl. Eigenverlag der Marktgemeinde Großarl. (erhältlich über den Tourismusverband)

Bilder

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Weblinks

Quellen

Städte und Gemeinden im Pongau
TennengauSalzburgFlachgauPongauLungauPinzgauLage des Pongau im Land Salzburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild

Stadtgemeinden: BischofshofenRadstadtSt. Johann im Pongau
Marktgemeinden: Altenmarkt im PongauBad HofgasteinGroßarlSchwarzach im PongauSt. Veit im PongauWagrainWerfen
Gemeinden: Bad GasteinDorfgasteinEben im PongauFilzmoosFlachauForstauGoldeggHüttauHüttschlagKleinarlMühlbach am HochkönigPfarrwerfenSt. Martin am TennengebirgeUntertauernWerfenweng