Haus der Natur

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Saurierhalle
Halle "Welt der Meere"
Weltraumhalle

Das Haus der Natur ist ein naturkundliches Museum in der Altstadt von Salzburg. Es ist Mitglied der Dachmarke hello salzburg.

Ausstellungen

Das Haus der Natur bietet zahlreiche Ausstellungen:

  • Saurier und andere Urzeittiere in der Saurierhalle des Museums
  • Welt der Kristalle: die Schau präsentiert Salzburger Besonderheiten aus dem Bergbau wie Salz, Gold, Arsen, Wolfram sowie Mineralbildungen aus den Hohen Tauern
  • Christian-Doppler-Schau: mit interaktiven Versuchen können die Besucher den Doppler-Effekt verständlich nachvollziehen
  • Weltraumhalle: gezeigt werden hier Schaustücke zur Geschichte der Raumfahrt und Wissenswertes über die Grenzen des Universums
  • Tierwelt der Erde  dokumentiert die Vielfalt der Tierwelt in den unterschiedlichen Lebensräumen der Erde
  • Tierwelt Europas: in aufwändig gestalteten szenischen Einblicken werden europäische Tierarten in der freien Wildbahn dargestellt
  • Lebensader Salzach: die Dauerschau präsentiert im Rahmen der Schatzkammer Land Salzburg den Natur- und Kulturraum der Salzach
  • <!—3.? St.--> Mensch und Natur: hier vermitteln Dioramen und wertvolle Objekte das traditionelle Leben der Menschen in den unterschiedlichsten Regionen der Erde
  • Erdgeschichte & Eiszeit: in der paläontologischen Abteilung werden Fossilien, die Entwicklung der Kontinente sowie Vulkane und Erdbeben mit bewegten Modellen dargestellt
  • Mensch und Tier in Fabel und Mythos: die Ausstellung berichtet von Zauberern und Hexen, Seeschlangen und Seychellennüssen
  • Reise in den menschlichen Körper: mittels interaktiver Versuche erforscht der Besucher das Nervensystem und die Sinnesorgane des menschlichen Körpers
  • Welt der Meere und Seen: Hier werden unter anderem Modelle und Originalpräparate von Haien, Walen und Riesenfischen gezeigt
  • Heimische und exotische Lebensräume im Diorama: die besonderen Schaukästen sind im ganzen Museum zu finden

Außerdem gibt es laufend Sonderausstellungen zu unterschiedlichen Themen, z. B.

  • Gestalt und Wesen: Kunst trifft auf Naturwissenschaft: Museale Sammlungen aus einem außergewöhnlichen Blickwinkel
Laufzeit: bis 9. April 2012
  • Lebens-Gefahr? Die (un)erschöpfliche Vielfalt der Natur
Laufzeit: bis Ende Mai 2012
  • Teilchen.at: Von den kleinsten Teilchen zur größten Maschine der Welt am CERN
Laufzeit: bis 4. März 2012

Lebende Tierarten im Haus der Natur

Das Aquarium (im Erdgeschoss) umfasst 42 Schaubecken unterschiedlicher Größe bis zu einem Volumen von 60.000 Litern. Darin werden Tiere aus tropischen Korallenriffen, aber auch aus den tropischen Gewässern Afrikas, Südamerikas, Südostasiens und aus unserer heimischen Region vorgestellt.

Im Reptilienzoo (2. Stock) können Besucher etwa die dreißig Jahre alten Mississippi-Alligatoren oder giftige Krustenechsen beobachten. Darüber hinaus sehen Besucher hier Giftschlangen, von der Kobra bis zur grünen Mamba, den größten Netzpython Österreichs oder andere Vertreter der heimischen Schlangen.

In der Abteilung Lebende Insekten und Spinnentiere (4. Stock) werden exotische und - teils jahreszeitenabhängig - einheimische Insektenstaaten lebend gehalten. Den Blattschneiderameisen kann man so etwa beim Betreuen ihrer Pilzzucht zusehen und die Stabheuschrecken als Meister der Tarnung entlarven.

Forschungsprojekte mit Partnern aus Stadt und Land Salzburg

Volkssternwarte am Voggenberg
Entomologische Arbeitsgemeinschaft, Ornithologische Arbeitsgemeinschaft, Herpetologische Arbeitsgemeinschaft, Botanische Arbeitsgemeinschaft, Arbeitsgruppe für Mineralogie und Paläontologie, Astronomische Arbeitsgemeinschaft

Geschichte

Paul Eduard Tratz gründete 1924 das Haus der Natur als "Erlebniswelt". Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland, 1938, wurde es der SS-Stiftung 'Forschungs- und Lehrgemeinschaft (das) Ahnenerbe' angegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg leitete 1945 bis 1949 interimistisch Maximilian Piperek das Haus der Natur, bis wieder Paul Eduard Tratz die Leitung übernahm. 1976 wurde Prof. DDr. h.c. Eberhard Stüber zum Leiter bestellt. Mit 1. Juli 2009 übernahm Norbert Winding dieses Amt.

Zunächst war das Haus der Natur in einem Teil des heutigen Hauses für Mozart untergebracht gewesen. Aufgrund des Baus des Großen Festspielhauses musste 1956 das Haus der Natur von den Räumen an der Hofstallgasse in ein Gebäude umziehen, das ursprünglich zum alten Ursulinenkloster nahe der Salzach gehörte. 2008 begann man mit einem Umbau der ehemaligen Räume des Salzburger Museums Carolino-Augusteum (jetzt: Salzburg Museum). Am 26. Juni 2009 wurde das neu gestaltete und erweiterte Haus der Natur wieder eröffnet.

Der Umbau führte 2010 zu einem Besucherrekord von 366 678 Besuchern. In den Jahren davor waren es zwischen 250 000 und 300 000 gewesen.

Das Haus der Natur und sein Bezug zur NS-Ideologie

Mit Hilfe der deutschen Historikerin und Museumsexpertin Susanne Köstering begann das Haus der Natur Anfang 2013 seine Geschichte aufzuarbeiten. Dazu befand sich die Expertin zwei Monate in Salzburg. Die Ergebnisse waren im Herbst 2013 in einer Ausstellung zu sehen und 2014 erscheint ein Buch darüber.

Ungewöhnlich eng verlief die Beziehung mit dem Namen Paul Eduard Tratz, wie Köstering feststellt. Sie wird aber noch genau seine Rolle im Nationalsozialismus an Hand der Unterlagen in den Salzburger Archiven untersuchen. Ihr ist es wichtig zu klären, wie stark er eingebunden war und welche Inhalte des Nationalsozialismus er für seine Ausstellungen übernommen hatte. Als entscheidende Zäsur sieht Köstering den Umzug des Museums 1959 vom Salzburger Festspielhaus an den heutigen Standort. Denn auch hier sieht die Expertin Erklärungsbedarf, ob die Annahme, dass aufgrund der personellen Kontinuität keine richtig kritische und aktive Auseinandersetzung stattgefunden hatte, ob und wie viel aufgearbeitet und mitgeschleppt wurde, zutreffend ist[1].

Haus der Natur restituiert Raubgut aus NS-Zeit

Die Vorgänge in der NS-Zeit hat nun eine Arbeitsgruppe im Salzburger Haus der Natur aufgearbeitet. 2014 sollen die noch im Haus verbliebenen Raubgut-Objekte an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden. Von den rund 900 000 Objekten in der Sammlung des Museums ist nur mehr ein kleiner Teil betroffen. Viele Dinge wurden schon in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg restituiert. Rund 1 000 Bücher, 200 Jagdtrophäen, rund 150 Tierpräparate und einige eiszeitliche Funde wie Mammutknochen, die in der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig angeeignet wurden, müssen noch zurückgegeben werden.

Seit 2010 wurde erstmals akribisch die Provenienz der Sammlungen mit dem Schwerpunkt in der Zeit von 1939 bis 1945 untersucht. Zuvor hatte man die problematische Vergangenheit des Museums unter der Leitung ihres Gründers und langjährigen Direktors Eduard Paul Tratz weitgehend ausgeblendet. Tratz war Abteilungsleiter in der NS-Wissenschaftsorganisation "Ahnenerbe" und identifizierte sich mit deren Forschungszielen und -vorhaben. Im Jahr 1939 sei das Haus der Natur in das "Ahnenerbe" integriert worden, berichtete der Leiter des Forschungsprojektes, der Zeithistoriker Robert Hoffmann, in den Salzburger Nachrichten[2].

Tratz als Museumsleiter hatte in der Zeit des Nationalsozialismus vor allem drei Quellen genutzt, um zu neuen Objekten für Salzburg zu kommen: Er beschlagnahmte Bestände kirchlicher Einrichtungen, beteiligte sich an Raubzügen in besetzten Gebieten und profitierte von Arisierungen naturwissenschaftlicher Sammlungen. So wurde 1938 die Schulbibliothek des Salzburger Borromäums enteignet, 1939 die Petrus Claver Sodalität, die in Salzburg ein kleines Afrikamuseum betrieben hatte. Im Jahr 1939 nahm Tratz am "Kommando Paulsen" des Ahnenerbes in Krakau und Warschau teil. Objekte des Anatomischen Instituts und des Naturhistorischen Museums in Warschau gingen nach Salzburg.

Ähnliche Raubzüge gab es auch in der Akademie der Wissenschaften in Krakau, in Askania Nova in der Ukraine, in Straßburg, im Zoologischen Museum Smolensk oder im Museum Lemberg, wo Reste eines eiszeitlichen Mammuts beschlagnahmt worden sein dürften. Durch Arisierungen gelangten Jagdtrophäen aus dem Besitz des Kunstsammlers Rudolf Gutmann, eine Trophäensammlung von Alphonse und Clarisse Rothschild sowie eine Sammlung südamerikanischer Vögel der Familie Bomstein-Bomi nach Salzburg. Zum Teil wurden diese Bestände in der Vergangenheit schon zurückgegeben, Teile befinden sich allerdings nach wie vor im Besitz des Museums.

Direktoren

  • 1924 - 1945: Paul Eduard Tratz
  • 1945 - 1949: Maximilian Piperek
  • 1949 - 1976: Paul Eduard Tratz
  • 1976 - 2009: Eberhard Stüber
  • seit 2009: Norbert Winding

Auszeichnung

Das Museum ist mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel ausgezeichnet.

Quellen

  1. Salzburger Woche, Ausgabe Stadt Nachrichten, 18. Jänner 2013
  2. Salzburger Nachrichten, 21. Jänner 2014, online

Siehe auch

Artikel „Salzburger Landesrelief

Weblinks