Hermann Rubenkes

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Stolperstein für Hermann Rubenkes, in der Werkstättenstraße Nr. 14

Hermann Rubenkes (* 10. Juli 1901 in Wien; † 12. März 1942 in der Tötungsanstalt Bernburg an der Saale (ermordet)) war als Jude und Widerstandskämpfer Opfer des NS-Regimes in Salzburg.

Leben

Hermann Rubenkes war der Sohn des jüdischen Ehepaares David und Berta Rubenkes. Von Beruf war er Schlosser und Maschinentechniker. Seit Beginn der 1920er-Jahre arbeitete er in Deutschland. Mit der Machtergreifung der Nazis wurde er aus Deutschland ausgewiesen. Ab September 1934 lebte er in Salzburg, fand hier aber keine feste Anstellung und musste sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten.

Er schloss sich dem kommunistischen Widerstand gegen das austrofaschistische Regime an. Seit 1938 waren die Aktionen aktenkundig. Im Bericht der Bundespolizeidirektion Salzburg vom 20. Februar 1938 wurden zehn Verhaftete, die der Landesleitung der verbotenen Kommunistischen Partei (KPÖ) angehörten, aufgelistet, darunter Hermann Rubenkes mit seinen Personaldaten inklusive Glaubensbekenntnis, letzteres abgekürzt: »mos.« (mosaisch) – Er war unter den politisch Verfolgten in Salzburg der einzige Jude.

Im Februar 1938 wurde er entlassen und wohnte in Salzburg-Itzling, Werkstättenstraße 14. bei der Anmeldung deklarierte er sich als konfessionslos, vermutlich um etwaiger Verfolgung zu entgehen. Dies war aber nahezu unmöglich, da er als Jude und Kommunist bei den Behörden bekannt war.

Am 20. Juni 1938 wurde Rubenkes verhaftet und am 25. Juni 1938 vom Polizeigefängnis in Salzburg ins KZ Dachau deportiert und dort als Jude und AZR-Häftling Nr. 17129 registriert. (AZR:Häftlingskategorie - Abkürzung für »Arbeitszwang Reich« ). Am 11. Dezember 1940 wurde er ins KZ Buchenwald überstellt und als Häftling Nr. 5514 registriert. Der dort bescheinigte Tod des Häftlings am 25. März 1942 im KZ Buchenwald ist nicht richtig. Hermann Rubenkes zählte vielmehr zu jenen Häftlingen, die im Zuge der »Sonderbehandlung 14f13« (Die Aktion 14f13 diente dazu, schwer erkrankte oder aus anderen Gründen nicht mehr arbeitsfähige KZ-Häftlinge als „Ballastexistenzen“ zu beseitigen. Von der „Aktion 14 f 13“ wurden außerdem jüdische Gefangene unabhängig von ihrem konkreten Gesundheitszustand erfasst.) am 12. März 1942 in der Tötungsanstalt Bernburg an der Saale vergast wurden.

Die Urne mit der Asche der ermordeten Juden wurde nach Wien gesandt, die Kosten mussten von der Israelitischen Kultusgemeinde ersetzt werden. Sie wurde am am 14. Juli 1942 in Abwesenheit von Trauernden, in der israelitischen Abteilung des Wiener Zentralfriedhofs beigesetzt. Am 22. März 2012 wurde in Salzburg, in der Werkstättenstraße Nr. 14 zu seinem Gedächtnis ein Stolperstein verlegt.

Quelle