Internationale Filmfestwoche 1947 in Salzburg

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Die Internationale Filmfestwoche 1947 in Salzburg war eine willkommene Abwechslung kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs, um Spitzenfilme aus dem Ausland kennenzulernen.

Die Filmfestwoche

Die Besucher bedauerten, dass es 1947 keine sowjetrussische Filme mehr zu sehen gab wie bei der Filmfestwoche 1946, die sie noch in bester Erinnerung hatten.

Willi Forst, der bedeutendste Filmregisseur Österreichs zu jener Zeit vertrat zwei Jahre nach Ende des Kriegs die Ansicht, dass man derzeit (1947) keine zufriedenstellende Filme herstellen kann (in Österreich).

Den festlichen Auftakt der Filmwoche bildete Walt Disneys Film "Schneewitchen". Als schroffen Gegensatz, wie ein grauenhaftes Erwachen und ein unerbittlicher Griff in die Wirklichkeit (Zitat Quelle), war dann der am zweiten Tag gezeigte italienische Film "Sciuscias". Regie in diesem Film führte Vittorio di Sicca. Er zwang in diesem Film das Publikum dazu mit schonungsloser Konsequenz die Verwahrlosung der Nachkriegsjugend und die sich daraus ergebenden katastrophalen Folgen mitzuerleben. Am dritten Tag gab es dann wieder leichte Kost.

Die französische Filmproduktion, das Märchen "La Belle et la Bête" (Die Schöne und das Biest) erheiterte dann am dritten Tag das Publikum. Das Drehbuch dazu stammte von einem der bedeutendsten französischen Dichter der damaligen Zeit, Jean Cocteau[1]. Es handelte sich beim Inhalt um die Verfilmung eines französischen Volksmärchen aus dem 17. Jahrhundert.

Mit Spannung wurde der Schweizer Film "Die letzte Chance" am vierten Tag erwartet. War die Schweizer Filmszene erst recht jung, trat mit einem Mal der Österreicher Leopold Lindtberg mit diesem Film, gedreht in der Schweiz, in Erscheinung. Die Quelle meint dazu "Die letzte Chance" ist ein großartiger Film und es erscheint dabei nur umso bedauernswerter, daß Österreich bisher noch nicht seine Chance gefunden hat und wenn es noch lange dauert, wird für Österreich sogar "Die letzte Chance" vorbei sein".

Der Musikfilm "Traum und Geige" war der tschechoslowakische Beitrag dann am fünften Tag. Im Mittelpunkt des Films stand der früh verstorbene Violinvirtuose Jan Slavik. Am sechste Tag sah man den österreichischen Beitrag, einen alten Mozart-Film "Wen die Götter lieben". Zitat Quelle: "Jedes weitere Wort ist überflüssig".

Der Film "Heinrich V." war schlechthin das vollendete Kunstwerk des Filmschaffens jener Zeit und bildete am letzten Tag der Filmfestwoche den krönenden Abschluss. Zitat Quelle: "Shakespeare verfilmt! Welche Gefahr! Meisterhaft wurde die Aufgabe gelöst. Laurence Olivier gebührt höchste Anerkennung für diese Leistung!"

Quelle

Einzelnachweise