Johannes Eder (Skilangläufer)

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Johannes Eder (* 19. Oktober 1979 in Oberndorf) ist ein ehemaliger Salzburger Skilangläufer der für den SK Maishofen startete.

Karriere

Seine ersten Lebensjahre verbrachte Eder in Dienten, ehe er mit der Familie nach Viehhofen zog. Mit sechs Jahren begann seine Langlauf-Karriere beim SK Maishofen, für den er während seiner gesamten Karriere startete. Ab 1994 gehörte Eder dem Kader des ÖSV an. 1998 maturierte er an der HIB-Saalfelden und begann im darauffolgenden Jahr ein Jus-Studium an der Universität in Innsbruck.

Am 8. Jänner 1998 kam Eder in Ramsau zu seinem ersten Weltcupeinsatz. Er beendete das 15 Kilometer Rennen als 65. 1999 und 2000 gelangen ihm vier Siege auf Kontinentalcup-Ebene. 2001 siegte er beim Koasalauf, einem Volkslauf. Bei insgesamt 37 Weltcup-Einzelstarts konnte er sich lediglich zweimal in den Punkterängen der besten 30 platzieren.

Bei seiner ersten WM-Teilnahme 2005 in Oberstdorf erreichte er Platz 11 im Team-Sprint. Ein Jahr später qualifizierte er sich für die Olympischen Winterspiele in Turin. Sein erster Olympiaeinsatz endete am 14. Februar 2006 im Halbfinale des Team-Sprints. Gemeinsam mit dem Kärntner Jürgen Pinter reichte das nur für den 16. Endrang.

Vier Tage später war Johannes Eder in den Dopingskandal des ÖSV-Teams involviert. Am 18. Februar 2006 wurde ihm die Selbstinjektion einer Kochsalzlösung zum Verhängnis. Die ÖSV-interne Kommission sperrte ihn am 12. Mai 2006 für ein Jahr. Dabei war die Injektion einer Kochsalzlösung bei Durchfall prinzipiell nichts Illegales, jedoch hätte verpflichtend ein Arzt anwesend sein müssen.

Der ÖSV entließ Eder vorübergehend aus dem Kader und raubte ihm den Anspruch, am Training der österreichischen Langläufer oder nationalen und internationalen Wettkämpfen teilzunehmen. Stimmen wurden laut, er sei nach dem Skandal in Turin das Bauernopfer. Eder bereitete sich auf eigene Faust auf die Saison 2007 vor und wollte vor dem Internationalen Sportgerichtshof eine Starterlaubnis erkämpfen, was allerdings misslang.

Trotz der fehlenden Wettkampfpraxis wurde Eder im Februar 2007 zur WM nach Sapporo mitgenommen und erreichte dort am 28. Februar 2007 als Vierter das beste Resultat eines österreichischen Langläufers und auch sein bestes Ergebnis auf Top-Niveau. Zur Sensation schlechthin, der Bronzemedaille über 15 km Freistil, fehlten dem Salzburger lediglich 5,9 Sekunden.

Wenig später wurde er am 25. April 2007 vom IOC wegen der Vorfälle von Turin lebenslänglich von Olympischen Spielen ausgeschlossen. Auch die FIS verhängte eine zweijährige Sperre und strich ihn aus den Ergebnislisten von Sapporo. Daraufhin erklärte Eder seine Karriere für beendet.

Im Herbst 2009 wird sich Eder zudem wahrscheinlich der Anklage der Turiner Staatanwaltschaft stellen müssen.

Quellen

  • Salzburger Nachrichten
  • FIS [1]
  • Homepage Johannes Eder

Weblinks