Königskerze

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Königskerze am Bahndamm der Pinzgauer Lokalbahn in Schüttdorf
Blüten einer Königskerze mit rötlich-wolligen Staubgefäßen
Königskerzenblüte

Die Königskerze zählt zu den Braunwurzgewächsen (Scrophulariaceae), ist im Bundesland Salzburg heimisch und kommt in mehreren Arten vor.

Bekannte Arten

  • Kleinblütige oder Kleine Königskerze (Verbascum thapsus) – sie weist heilkräftige Pflanzenteile auf.
  • Große Königskerze (Verbascum thapisforme Schr.) – sie kann ebenfalls als Heilpflanze verwendet werden.
  • Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum), keine Heilpflanze.
  • Mehlige Königskerze (Verbascum lychnitis)
  • Windblumen-Königskerze (Verbascum phlomoides)

Beschreibung der heilkräftigen kleinblütigen Königskerze

“Volksnamen“

Die kleinblütige Königskerze ist im deutschen Sprachraum auch unter den Bezeichnungen Brennkraut, Fackelblume oder Fackelkraut, Frauenkunkel oder Frauenkerze, Johanniskerze oder Königinkerze, Marienkerze, Neunmannskraft, Schafschwanz, Unholdenkerze, Unholdenkraut, Wetterkerze, Wollblume, Wollkraut und Zöllich bekannt.

Botanisches

Die Pflanze ist zweijährig, bildet einen ein bis zwei Meter hohen geraden Stengel aus, der wie seine Blätter wollig filzig erscheint. Die unteren Blätter wachsen groß, stumpf, länglich elliptisch, während die oberen Blätter klein sind und spitzer zulaufen. Der Blütenstand ist als lange, endständige Ähre ausgebildet. Die Blüten der Kleinblütigen Königskerze sind gelb und weisen weißwollige oder rötlichwollige Staubgefäße auf.

Die Pflanze blüht von Anfang Juli bis gegen Ende September. Sie bevorzugt steinige Böden wie Schuttplätze, Wegränder, Bahndämme, gedeiht aber auch auf sonnigen Waldplätzen und auf Holzschlägen.

Heilkräftige Pflanzenteile und Heilwirkung

Die Königskerze zählt wie der Eibisch zu den schleimhaltigen Heilpflanzen. Es werden die Blätter und die Blüten gesammelt und getrocknet, wobei Trocknung und Lagerung wegen der Luftfeuchtigkeitsunverträglichkeit größte Sorgfalt erfordern. Die Wurzel wird im Frühjahr ergraben, noch bevor das Kraut ergrünt. Die Pflanze eignet sich aufgrund ihrer Inhaltsstoffe für die Anwendung bei allen Erkrankungen der Atmungsorgane. Sie wirkt schmerzlindernd und entzündungswidrig, wodurch sie auch zur Behandlung von katarrhalischen Erkrankungen des Magen-Darmkanals sowie zur Behandlung entzündlicher Wunden geeignet ist. Die Pflanze wird sowohl in der Volksmedizin, als auch in der Homöopathie und in der Tiermedizin eingesetzt. Die Kleinblütige Königskerze zählt auch zu den Pflanzen im Nationalpark Hohe Tauern.

Quellen

  • Dieter Podlech: „Heilpflanzen“, GU Gräfe und Unzer Naturführer
  • Bruno P. Kremer: „Was blüht in den Alpen?“, KOSMOS naturführer, 2001, Franckh-Kosmos-Verlags-GmbH & Co, Stuttgart
  • Richard Willfort: „Gesundheit durch Heilkräuter“, Rudolf Träuner Verlag, Linz/D., 6. Auflage 1964