Pfarrkirche zu den Hll. Hieronymus und Leonhard

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Kirchbichl Bucheben, Zoomaufnahme von der Kalchkendlalm
Kirche in Bucheben, Innenansicht
Orgel von Franz Reinisch II. 1896 mitsieben Registern
Kanzel, bis 1783 in Maria Elend

Die Pfarrkirche zu den Hll. Hieronymus und Leonhard steht auf dem sogenannten Kirchbühel, der einen weit Ausblick in beide Richtungen des Hüttwinkltales bietet. Sie ist seit 1891 die römisch-katholische Pfarrkirche der Katastralgemeinde Bucheben in Bucheben in der Marktgemeinde Rauris, liegt elf Kilometer südlich des Marktzentrums und steht unter Denkmalschutz.


Patrozinium

Das Patrozinium wird am 6. November (Leonhardstag) begangen, an dem an den hl. Leonhard von Limoges erinnert wird.[1]

Denkmalschutz

Die Kirche und der Pfarrhof sind zwei der denkmalgeschützten Objekte der Gemeinde Rauris mit der Objekt-ID 60384 und 60382.

Geschichte

In der Zeit zwischen 1684 und 1776 ergingen zahlreiche, aber vergebliche Bittgesuche der Bevölkerung des Hüttwinkls um die Errichtung eines Vikariats in „Hinter-Rauris“ nach Salzburg. 1775 wurde erneut eine Bittschrift um eine Kirche verfasst. Als Unterzeichner scheinen Matthias Krakl, Nigglbauer von Hinterbucheben, Philipp Langreiter, Bauer am Fröstelberg, Wilhelm Rohrmoser zu Schranbach und Georg Laidreiter, Knappe am Schreiberhäusl, auf. Sie bitten um die Errichtung einer Kirche auf dem sog. Schmutzerbühel. Ihre Begründungen lauten:

Im Winter sind die Wege oft derart verweht und durch Lahnen (Lawinen) verlegt, daß man nicht durchkommt, daß die Kranken sterben und nicht einmal die Leichen zum Friedhof gebracht werden können. Es ist vorgekommen, daß die Leiche aufgefrört und auf eine wegsamere Zeit aufbehalten werden musste, weil man mit einem Fuhrwerk nicht durchkam.“ Es standen damals 15 Häuser leer, aber 200 Personen hatten weiter als zwei Wegstunden bis zur Kirche in Rauris. Auch dieses Gesuch war erfolglos. Erst als Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo im Jahr 1783 beschlossen hatte in den abgelegenen Tälern doch neue Seelsorgestellen zu errichten, kam die Kirchenfrage in Bucheben erneut ins Rollen. Da sich die Bevölkerung auf keinen Standort einigen konnte, kam eine erzbischöfliche Kommission in den Hüttwinkl und wählte den Bühel in Bucheben als den geeignetsten Standort aus.

1891 wurde das Vikariat Bucheben zur Pfarre erhoben.

Kirchenbau

1784 wurden die Kirche und das nebenstehende Vikariatshaus, in dem damals auch die Schule und die Lehrerwohnung Platz finden mussten, errichtet, beide Bauwerke plante Hofmaurermeister Jakob Pogensperger. Die Kirche steht auf einer Anhöhe, von der aus man weit talein- und auswärts blicken kann. Analog zum Empire-Stil weist sie einerseits einfache Bauformen auf, andererseits Rokokoelemente, insbesondere bei der Ausmalung und Einrichtung.

Die Kirche ist mit einer segmentbogigen Schale gewölbt, der Hochaltar mit einem Bild der Maria als Unbefleckte Empfängnis versehen, dessen Rahmen baldachinartig wirkt, neben diesem stehen der Hauptpatron Leonhard und, zu Ehren des damaligen Fürsterzbischofs Hieronymus Colloredo, dessen Namenspatron. Das Bild Maria Immaculata malte Virgil Groder 1902, die Buchebnerin Hanna Winkler, die sogenannte Schmutzer-Hanna, stand dafür Modell. Auf den Durchgängen neben dem Hochaltar sind Statuen der Apostel Petrus und Paulus angebracht, zur Linken der Kirche befindet sich ein einfacher Seitenaltar mit einem Bildnis der Pieta, darüber ein größeres Kruzifix. Gegenüber dem Seitenaltar ‚schwebt‘ die Kanzel, die von der 1783 abgetragenen Kirche Maria Elend stammt, woher auch Orgel, Uhr, Glocken und Kreuze kamen. (Anmerkung: heute steht dort die Wallfahrtskapelle Maria Elend). Nahezu alle übrigen Einrichtungsgegenstände in Kirche und Sakristei lieferte der Tischlermeister Leopold Hacksteiner aus Rauris. Als der Tiroler Orgelbauer Franz Reinisch II. (* 1840; † 1921) 1896 eine neue Orgel schuf, übernahm er das alte Instrument, das aus Maria Elend stammte, ohne dafür eine Entschädigung zu bezahlen, wie danach Pfarrer Johann Ghedina protestierend bemerkte. Seither ist sie verschollen. Lediglich ein paar vergoldete Verzierungen dürften vom alten Gehäuse auf das neue übernommen worden sein.

Weitere Bilder

 Pfarrkirche zu den Hll. Hieronymus und Leonhard – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Literatur

Quellen

Einzelnachweise

  1. Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957 (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 271f.