Perchtenlaufen

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Perchtenlauf in Bad Gastein: die Perchten erweisen Referenz
Die "Percht" mit einer hellen und einer dunklen Seite - hier ihre helle Seite beim Goldegger Perchtenlauf am 1. Jänner 2015. Im Bildhintergrund der Hanswurst.
Schiachpercht beim Goldegger Perchtenlauf am 1. Jänner 2015

Perchtenlaufen ist ein auch in Teilen Salzburgs noch heute lebendiger uralter Brauch, der an bestimmten Wintertagen im abendlichen Dunkel zwecks Austreibung des bösen Winters (der bösen Wintergeister) ausgeübt wird.

Allgemeines

Perchtenlaufen findet in der Form des Anklöckens und in Form von Umzügen verlarvter Burschen und Männer statt. Das Anklöcken ist ein alter Heischebrauch, bei dem Verlarvte und Vermummte an den Donnerstagen der Adventzeit an den Häusern anklopfen. Nach altem Brauch sind die Anklöckler Perchtenläufer. Im Pinzgau hat sich im 20. Jahrhundert aus dem Anklöckeln das Herbergesuchen entwickelt.

Perchtenlaufen wird von verlarften Burschen und Männern in gemeinsamen Auf- und Umzügen ausgeübt. Sie stellen dabei Hell- oder Dunkelgestalten - Schön- oder Schiachperchten genannt – dar. Ihre Aufzüge gehören zur Winterszeit, beginnend mit der „Großperchtennacht“ (Nacht auf den Dreikönigstag) und enden am „Unsinnigen Pfinsda(g)“, dem Donnerstag vor dem Faschingsende. Dieser uralte Brauch findet regional und lokal in abgewandelten Formen statt.

Im Bundesland Salzburg sind besonders der Pongauer Perchtenlauf, der abwechselnd in den Gemeinden Altenmarkt im Pongau, St. Johann im Pongau, Bischofshofen und Bad Gastein stattfindet, sowie Die Wilde Jagd vom Untersberg bekannt. In Goldegg im Pongau findet der dort 1995 wieder belebte Brauch des Goldegger Perchtenlaufes jeweils am 1. Jänner statt.

Begleitschar

Je nach Region werden die Perchten von einzelnen oder mehreren anderen Gestalten begleitet.

Flachgauer Stubentanz

Anstelle des abendlichen Laufens im Dunkeln findet im Flachgau der Stubentanz als regionale Sonderform des Perchtenlaufes statt. Der Stubentanz wird vom altbedeutsamen „Auskehrer“ eingeleitet und von einem Mohren- und Bettlerpaar, begleitet von fahrendem Volk, ausgeführt. Der Stubentanz erinnert an den „Moriskentanz“ des 16. Jahrhunderts.

Touristische Auswüchse

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts entstanden neben Krampus- auch Perchtenläufe, die nicht mehr der Überlieferung zu den festgelegten Tagen stattfinden, sondern ab Mitte November bis zum Dreikönigstag.

Quellen

  • Arthur Haberlandt: Taschenwörterbuch der Volkskunde Österreichs, Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst, Wien 1959
  • Salzburgwiki-Beiträge rund um Perchten und Krampusse