Schmotzbirne

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Schmotzbirnen

Die Schmotzbirne ist eine der wenigen Mostbirnensorten, die auch als in Salzburg heimisch bekannt ist.

Einführung

Beim Durchblättern eines alten Fachbuches (siehe Quellenangabe unten) fällt interessierten Salzburger Lesern und Leserinnen auf, dass im ganzen Buch, in dem die häufigsten, in damaliger Zeit in Österreich vorkommenden Mostbirnensorten beschrieben sind, lediglich zwei Sorten explizit als auch in Salzburg vorkommend genannt werden. Es sind dies die Grüne Pichelbirne und die Schmotzbirne. Das ist für die Autorin Grund genug, der in Salzburg heute gänzlich im Abkommen begriffenen Kultur der Streuobstwiese mit den dort auch vertretenen Mostbirnbäumen ein kleines schriftliches Denkmal zu setzen.

Namen

Sie zählt zu den Großfrüchtigen Holzbirnen und trägt wie die Grüne Pichelbirne in verschiedenen Landstrichen unterschiedliche Namen. In der Gegend um Amstetten ist sie auch als Schmoderbirne, Schmödocher, Baumweichbirne und Schwanzlbirne bekannt. In Pottenbrunn nennt man sie Veigelbirne, in Sindlburg Schneiderbirne, in Wieselburg Willersbirne und im Bundesland Niederösterreich ist sie auch als Langstielbirne bekannt. In anderen Orten vorwiegend in Nieder- und Oberösterreich heißt sie auch Wolfsbirne, Bauchwehbirne, Rumbirne, Weiße Pullabirne, Schmalzbirne, Kachlirerbirne, Weiße Pillerbirne und Gelbe Pichelbirne. Darüber hinaus wird sie auch Krautbirne oder Weißbirne genannt.

Beschreibung der Frucht

Die Frucht wird kaum mittelgroß und ist kugel- oder breiteiförmig, seltener kreiselförmig. Zwei Früchte wiegen 87 g. Die Schale der Schmotzbirne ist glatt, wird in der Reife gelb und ist dann dicht mit feinen Rostpunkten übersät. Der Kelch ist groß und geöffnet. Die meist vollkommenen Blättchen sind sternförmig ausgebreitet. Der Stiel wird lang bis sehr lang, ist dünn und holzig, größtenteils grün und nur am Ende braun. Er wirkt wie eingesteckt und ist öfters schwach gebogen. Das Fruchtfleisch ist grobkörnig und gelblich weiß. Es ist sehr saftreich und schmeckt herbsüßsäuerlich. Das Kernhaus ist schwach hohlachsig, die Kammern sind klein, die Samen sind länglichoval, zuweilen unvollkommen, ihre Farbe ist fast schwarz. Die Früchte reifen in der ersten Oktoberhälfte, werden öfters bereits auf dem Baum weich und fallen rasch vom Baum. Im Lager wenig haltbar, ist die Schmotzbirne für den Transport nur im unreifen Zustand geeignet.

Beschreibung des Baumes

Der Wuchs dieses Mostbirnbaumes in der Baumschule ist ziemlich kräftig. Auf Grund seiner Geneigtheit und Schlangenförmigkeit ist er zur Stammerziehung ungeeignet. Das Holz ist braun und sparsam punktiert. Seine Blätter sind an den Rändern stark gewellt, dunkelgrün gefärbt und 66:81 mm groß. Die Blütezeit ist früh und die Blüten sind eher unempfindlich. Der als äußerst gesund und widerstandsfähig beschriebene Baum bildet eine große und breitgewölbte Krone. Sie weist weit abstehende sparrige Hauptäste auf und hat kürzere, etwas überhängende Seitenäste. Die Tragbarkeit des Baumes beginnt vergleichsweise früh. Dennoch trägt der Baum bis ins hohe Alter fast jährlich überreiche Frucht. Er ist ein Massenträger, der 150 Jahre alt wird. Der Schmotzbirnbaum übertrifft – was seine Anspruchslosigkeit an Lage und Boden betrifft – alle anderen Sorten. Ob der Boden steinig, trocken, feucht, schwer, ob der Standort im Gebirgsland oder im milden Winterweizenklima liegt, der Baum ist überall gleich gesund und fruchtbar. Er ist ein Feld- und Wiesenbaum und eignet sich nicht für die Straßenpflanzung.

Sonstige Eigenschaften im Vergleich zu anderen Sorten

Die Frucht ist am großen vollkommenen Kelch und am langen Stiel von anderen Sorten unterscheidbar. Der Baum ist an der breiten Krone und an den stark gewellten Blättern zu erkennen. Zu erwähnen sind als gute Eigenschaften seine Anspruchslosigkeit, seine außergewöhnliche Gesundheit und die überreiche Fruchtbarkeit. Als schlechte Eigenheit wird lediglich die kurze Haltbarkeit der Frucht genannt.

Nutzungswert und Verwendung der Frucht

Der aus dieser Sorte gewonnen Most entspricht nur bei sehr vorsichtiger und rechtzeitiger Ernte in Farbe und Qualität. Sind die Früchte schon etwas teigig, klärt sich der Most sehr schwer oder überhaupt nicht mehr. Bereits weiche Früchte sind zur Herstellung von Branntwein geeignet.

Quellen