Schneerose

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Schneerosen im Bluntautal in Golling
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Schneerose am Riedersteig November 2011
Schneerose am Falkenstein Novemver 2011
Aus Geschütze Pflanzen 1937 Naturschutz in Bayern

Die Schneerose (auch: Christrose, lat. Helleborus niger) ist eine Pflanzenart der Gattung Nieswurz, die vor allem durch ihre frühe Blütezeit hervorsticht.

Allgemeines

Seit uralten Zeiten blüht jedes Jahr in der Weihnachtsnacht die Blume auf und die Menschen nennen sie Christrose. So mag auch schon zu Urzeiten der Weihnachtslustgaren am Saumpfad und heutigem Pilgerweg über die uralte Kultstätte am Falkenstein, Riedersteig, Holzerbauer, Schwarzensee, bis hinunter zum Attersee große Bewunderung hervorgerufen haben.

Die Christrosen liegen zusammengekauert um den schwarzen Wurzelstock, scheu strecken sie die kleinen Blüten zu den warmen Sonnenstrahlen und drängen durch den braunen Blätterteppich ans Licht. An den Hängen des Schafberges und der Vormauer vom Falkenstein über den Riedersteig, den Holzer Bauer hin zum Schwarzensee blühen sie millionenhaft damit sie uns alle zum Weihnachtsfest erfreuen. Oft fragte man sich wie kommt es, dass mitten im tiefsten Winter diese Schneerosen in Kälte und Nacht sich an das Licht und in das Leben Bahn brechen? Selma Lagerlöf hat uns die Legende von der Christrose erzählt, eine Geschichte, die auch heute noch etwas zu sagen weiß und Boten der Heiligen Nacht ankündigt mit dem ersten Christrosenstrauß in den Stuben.

In der berühmten Naturgeschichte der Gewächse Kreuterbuch Otto Brunfels 1530 werden naturgetreue Abbildungen gezeigt. Die Jahreszahl ist gleichfalls das Geburtsjahr der wissenschaftlich, künstlerisch hochwertigen Botanik der naturgetreuen Illustrationen zum Wiedererkennen bestimmter Pflanzen, die als Vorlage für mittelalterliche Tafelbilder galten. Hier wird vor allem die Christwurz, mit den Hochblättern unter denen noch knospenhaft geschlossenen Blüten, die zusammengekauert in Bündeln über der Erde ruhen, als botanische Besonderheit aufgezeigt. Die Christrose hat viele Namen und blüht in zahlreichen Farbnuancen. "Helleborus niger L. ist eine der schönsten Winterblumen, Christblume, Christ-, Schnee-, Weihnachtsrose, Christwurz, der Wurzelstock ist schwarz teilweise auch gelblich, die Blätter sind lederig und fußförmig gefiedert."

In unseren Breiten blüht sie von November bis März und zählt zu den giftigen Pflanzen. Bei richtiger Anwendung kann die Substanz für die pharmazeutische Industrie wirksame Verwendung finden. "Die Wurzeln haben einen süßlich, bitteren, beißenden Geschmack und einen widerlich ranzigen scharfem Geruch, welcher starkes Niesen erregt, daher auch Nieswurz. Im Absud wirkt es seit altersher gegen Läuse und Ungeziefer." Schon seit mehr als 2000 Jahren haben die Helleborus - Arten, vor allem die Schwarze, die Grüne und Weiße Nieswurz in der Volksmedizin gegen "Blödsinn und Geisteskrankheiten" und gegen die Fallsucht eine große Bedeutung. Von Badern wurde es gegen Gicht Rheuma und Bandwurm verordnet. Im 11. Jahrhundert nahmen Hildegard von Bingen und im späten Mittelalter die berühmten Botaniker und Ärzte beide Nieswurz-Arten in ihren Arzneischatz auf. Sie galt als Mittel zur Bewahrung der ewigen Jugend.

"Die Pflanze ist giftig und ihr Gebrauch steht nur den Heilkünstlern zu. Vorsicht damit man nicht Schaden damit empfängt."

Schon in der antiken Dichtkunst wurde Helleborus niger all bekannt, in den "Metamorphose der Pflanzenorgane" verewigt, auch in der der Kunst der religiösen Wahr- und Weissagung der Deutung außerordentlicher Naturerscheinungen spielte sie eine bedeutende Rolle.

Johann Wolfgang von Goethe verewigte die so zart anmutende Christrose in der "Metamorphose der Pflanzenorgane", auf sie schrieb Eduard Mörike ein Epos. Josef Weinhebers Gedicht "erste Blume" reimt er auf die Christrose, Karl Heinrich Waggerl stellt die Frage: "ist die Schneerose die erste oder letzte Blume des Jahres?"

Die Legende der Christrose

Die Räubermutter erzählte dem naturbegeisterten auf seinen Garten so stolzen Abt von einem noch prachtvolleren Garten im Goinger Wald, der sich in jeder Christnacht in einen Lustgarten und ein Blütenmeer, um die Geburtsstunde des Heilands zu bejubeln verwandelt. Auf Drängen und Bitten des Abtes Johannes, der auch beim Bischof für die Räubermutter und ihre fünf Kinder ein gutes Wort einlegen wollte, erlaubte sie ihm in der Heiligen Nacht zur Räuberhöhle zu kommen, um das Blühen im Räuberwald zu bewundern. An die Erfüllung des Wunsches Abt Johannes, schnürte der Erzbischof Absolon eine Übereinkunft, dass die Räuberfamilie die Gnade der Menschen erfahren dürfe: "an welchem Tage du mir eine Blume aus dem Weihnachtsgarten des Goinger Waldes schickst, will ich dir einen Freibrief für alle Friedlosen geben, für die du bitten magst."

Als der Abt mit seinem Gärtner in der Christnacht aufbrach um den Räuberwald nach dieser besonderen Blume zu suchen, die er dem Erzbischof für den Freibrief der Räuberfamilie versprochen hatte, brach er überwältigt von der Blütenpracht im Räuberwald tot zusammen, ohne die Blume für den Bischof gepflückt zu haben. Sein Gärtnergehilfe fand ihn mit einigen Wurzelstöcken in der erstarrten Hand. Diese pflanzte er zum Andenken auf das Grab Abt Johannes im Klostergarten, doch wartete er vergebens auf ein Erblühen der Christrosen. Doch in der nächsten Weihnachtsnacht ging er in Gedanken an das Erlebte zum Grab Abt Johannes und sah nun die grüne Blätterpracht mit den langstieligen weißen Blüten der Weihnachtsrose. "Man hat sie Christrose genannt und jedes Jahr lässt sie ihre schneeweißen Blüten und ihre grünen Stängel um die Weihnachtszeit aus dem Erdreich sprießen, als könnte sie nie und nimmer vergessen, daß sie einmal in dem großen Weihnachtslustgarten gestanden hat." Die Räuberfamilie erhielt indes eine Urkunde mit des Bischofs Siegel: "Fortab sollst du mit deinen Kindern im Weihnachtsstroh spielen, und das Christfest unter Menschen feiern, wie es der Wunsch des Abtes Johannes war."

Literatur

  • Behling: Mittelalterliche Tafelmalerei. Christrose, die stinkende Nieswurz. aus dem Kreuterbuch Otto Brunfels 1534 naturgetreuen Abbildungen um 1530, Geheimnis und Heilkräfte der Pflanzen 1978 Häufig vorkommende Giftpflanzen, dazu zählt auch die Christrose
  • Geschütze Pflanzen 1937 Schnee oder Christrose, Giftpflanze Standorte sind lichte Wälder, steinig, sonnige Abhänge, wächst nur auf Kalk, Blütezeit Dezember bis März
  • Karl Heinrich Waggerl: "Heiteres Herbarium"
  • Selma Lagerlöf: 1858–1940 "Die Legende von der Christrose"
  • Gustav Hegi: Alpenpflanzen Österreich und Schweiz 1922

Quelle

Verfasser

  • Dieser Artikel wurde von Adele Sungler verfasst und als Word-Dokument an das Salzburgwiki gesandt.