Schwaige

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Eine Schwaige meint eine spezielle Siedlungs- und vor allem Wirtschaftsform im alpinen Raum.

Schwaighöfe

Schwaighöfe als Dauersiedlungsform wurden von verschiedenen Grundherren - vielfach von den Landesherren selbst - gegründet und dienten als Viehhöfe vor allem der Milchwirtschaft, speziell für die Käseerzeugung. Den Schwaighöfen wurde das Vieh vom Guts- oder Landesherrn beigestellt und damit der Hof eingerichtet. Die Hofbewirtschafter mussten dafür jährlich eine bestimmte Anzahl an Käselaiben „dienen“, das bedeutet die Käselaibe als Naturalleistung an den Gutsherrn oder Landesherrn abliefern.

Schwaighöfe sind für Tirol und Salzburg seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar und wurden bis zum Anfang des 13. Jahrhundert gegründet. (Gegendweise ging der Begriff Schwaige auch auf die nur im Sommer bewirtschafteten Almen über, wodurch in der Almwirtschaft tätige Senner und Sennerinnen in manchen Regionen auch „Schwaiger“ und „Schwaigerin“ genannt werden.) Die Tauernhäuser Tauernhaus Spital und Tauernhaus Schößwend im Felbertal gingen aus einer Schwaige hervor.

Namen nach Schwaige

Guts-, Siedlungs- und Familiennamen erinnern bis heute an die ehemalige Wirtschaftsform, bzw. an die Schwaighöfe als Dauersiedlungsform. So heißt eine der Katastralgemeinden in Wagrain Schwaighof, Güter in St. Johann im Pongau, in St. Martin am Tennengebirge, in der Gemeinde Werfenweng, alle im Pongau, in der Gemeinde Weißpriach im Lungau und in Maria Alm im Pinzgau hießen Schwaig. Schwaighof als Gutsname ist ebenfalls in mehreren Gemeinden nachzuweisen und der Familienname Schwaighofer oder Schweighofer kommt in allen Salzburger Gauen außer im Lungau vor. Von den etwa 40 Schwaignamen entfallen etwa 2/3 auf den Pongau, 9 auf den Flachgau, im Unter- und Oberpinzgau fehlen sie ganz, die übrigen verteilen sich auf die anderen Gaue. Die meisten sind Einzelsiedlungen geblieben. Nur wenige haben sich zu Weilern oder Ortschaften entwickelt. Zusammengesetzt kommt der Name als Schwaiggütl, als Schwaighäusl, selten als Arlschwaig oder als Marchlschwaig, manchmal zusammen gesetzt als Schwaigmühl, Schwaigstatt oder Schwaigweng, vor allem aber als Schwaighofen vor. Zeitlich kommen die Namen nach Schwaige oder Schwaighof erst nach dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts, vor allem im St. Petr. Urbar ca. 1230/38, auf.

Quellen