Leopold Ziller (St. Gilgen)

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Leopold Ziller

Prof. Dr. h.c. Leopold Ziller (* 23. September 1913; † 10. November 2003) war ein Salzburger Heimatforscher.

Leben

Leopold Ziller war in seinem Hauptberuf Leiter der Sparkassenfiliale St. Gilgen.

Sein lebhaftes Interesse für die Heimatkunde und Sprachwissenschaft begleitete ihn seit den Jugendjahren, er bildete sich in der alt- und mittelhochdeutschen Sprache und widmete sich intensiv der Geschichte seiner Heimat und des Salzburger Landes.

Lange Jahre war er Mitglied der Gemeindevertretung und Vizebürgermeister von St. Gilgen.

Seine Bedeutung liegt in seiner Tätigkeit als Heimatforscher. Dabei lagen seine Schwerpunkte auf Geschichte und Topographie des Wolfgangsee-Landes und der Namensforschung.

Im Heimatkundlichen Museum Wetzlhäusl legte Leopold Ziller mit im Jahr 1939 aus der Hand des 1943 verstorbenen Salzburger Komponisten August Brunetti-Pisano erhaltenen Musikalien und Dokumenten den Grundstock für ein kleines Brunetti-Archiv, das seinen Weg in das Salzburger Museum Carolino-Augusteum fand.[1]

Leopold Ziller war dreimal verheiratet (zweimal verwitwet) und Vater von zwei Kindern.

Werke

Selbständige Werke:

  • Mit Hans Windhager: Wegweiser von St. Gilgen und Umgebung. NS-Gauverlag, Innsbruck 1940.
  • Beiträge zur Geschichte von Kuchl. Eigenverlag, 1956.
  • St. Gilgen am Abersee. Pfarrgeschichte einer Salzburger Dorfgemeinde. Eigenverlag St. Gilgen 1969.
  • Fuschl am See. Heimatbuch einer jungen Fremdenverkehrsgemeinde. Fuschl am See, 1. Auflage 1970, 2. Auflage 1991.
  • Die Froschtränker. Balladen aus dem Wolfgangsee-Land. St. Gilgen 1971.
  • Unter dem Pseudonym „Leopold Weber“: Kindheit und Jugendzeit des Heinrich Z. Eine nicht ganz alltägliche Biographie. Typoskript (ohne Erscheinungsort) 1972. (autobiographisch)[2]
  • Vom Fischerdorf zum Fremdenverkehrsort. Geschichte St. Gilgens und des Aberseelandes. 2 Bände, 1973, 1975
    • 1. Teil: bis 1800.
    • 2. Teil: (Vom Fischerdorf zum Fremdenverkehrsort – Geschichte von St. Gilgen am Aber-(Wolfgang-)See). 1800 – 1938. St. Gilgen 1973.
  • Aberseer Namensbuch. Flur-, Haus- und Familiennamen des Gerichtsbezirkes St. Gilgen. Herausgegeben als Festschrift zur 75-Jahr-Feier der Raiffeisenkasse St. Gilgen-Fuschl-Strobl 1977. St. Gilgen–Fuschl–Strobl 1977.
  • Was nicht im Duden steht: Ein Salzburger Mundartwörterbuch. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 7. Ergänzungsband, im Selbstverlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1979.
  • Bearbeitung von Franz Hörburger u.a., Salzburger Ortsnamenbuch, Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 9. Ergänzungsband, im Selbstverlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1982.
  • Das Kuchler Bürgerbuch 1584-1928. 1984.
  • Die Salzburger Familiennamen – Ihre Entstehung, Herkunft und Bedeutung. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 11. Ergänzungsband, im Selbstverlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1986.
  • Häuserchronik der Gemeinden St. Gilgen und Strobl am Aber-(Wolfgang-)See. 1990.
  • Wie ich die NS-Zeit ertrug und überlebte, durchgesehen und ergänzt von Karl Breuer sen., Manuskript, St. Gilgen 1997.
  • Mit Rupert Kendler und Matthias Ferstl: Heimatbuch Fuschl am See. Ein Dorf im Wandel der Zeit. Fuschl am See 1997.

In den Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK):

Ehrungen

In Anerkennung der grundlegenden wissenschaftlichen Arbeiten wurde Leopold Ziller der Berufstitel Professor verliehen.

Am 9. Juni 1988 verlieh ihm die Universität Salzburg das Ehrendoktorat der Philosophie.[3]

Er war Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde, Träger des Ehrenringes der Gemeinde St. Gilgen, Inhaber des Ehrenbechers des Landes Salzburg, Ehrenmitglied der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, der Liedertafel St. Gilgen, des Fremdenverkehrsverbandes und des Museumsvereins St. Gilgen. 2001 erhielt er vom Land Salzburg das Goldene Verdienstzeichen des Landes Salzburg verliehen.Salzburger Landeskorrespondenz vom 20.09.2001: Dank an alle, die freiwillig und ehrenamtlich für die Gesellschaft arbeiten

Nach Leopold Ziller ist die Leopold-Ziller-Straße in St. Gilgen benannt.

Bildergalerie

Quellen

  • Sterbebild
  • Internet-Recherche
  • wie in den Einzelnachweise angegeben

Einzelnachweise

  1. Renate Ebeling-Winkler: Ein Nachlass findet seinen Weg. Zur August-Brunetti-Pisano-Ausstellung im Salzburger Museum Carolino Augusteum und im Heimatkundlichen Museum St. Gilgen. In: Salzburger Museumsblätter Nr. 5/2005, S.&nbsp3.
  2. Albert Lichtblau, „Ein Stück Paradies“. Jüdische Sommerfrischler in St. Gilgen. In: Robert Kriechbaumer (Hg.), Der Geschmack der Vergänglichkeit: Jüdische Sommerfrische in Salzburg. (Wien, Köln, Weimar: Böhlau, 2002) S. 304 f bei und in FN 55.
  3. Die Ehrendoktoren der Paris-Lodron-Universität Salzburg in chronologischer Reihenfolge auf www.ubs.sbg.ac.at.