Seidenater

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Seidenater war ein Handwerk. Die Seidenater verfertigten Prachtkleider für kirchliche und höfische Würdenträger.

Seidenater waren gleich wie Ritter geachtet und mit den Goldschmieden in Salzburg in einer Innung oder Bürgschaft vereinigt. Es waren Männer, die kostbare liturgische Gewänder herstellten. Und hatten eine starke Konkurrenz in den Nonnen der Frauenklöster, die diese Kleider wesentlich günstiger produzierten.

Im Domschatz im Dommuseum und im Erzstift St. Peter werden noch heute wertvolle Stücke aufbewahrt.

Bekannt aus der Geschichte der Stadt Salzburg ist namentlich der Meister Smekawitz, auch Schmeckenwitz. Er war Stadtrat zu Zeiten von Erzbischof Leonhard von Keutschach, bei dessen Gastmahl Festung Hohensalzburg er der Gefangennahme deshalb entging, weil der das Poltern des Erzbischofs über die bereits verhafteten anderen Stadträte vernahm - er war zu spät dran gewesen.

1556 wird ein Peter der Seydenater genannt. Er soll Holländer gewesen sein und mit bürgerlichem Namen Peter Schulthaiß geheißen haben. Er hat für Erzbischof Michael von Kuenburg einen Ornat hergestellt, für den er dann eine Rechnung über 132 Gulden und zwei Kreuzer legte.

Aber nicht nur neue Prachtkleider wurden von Seidenater hergestellt. Sie änderten oder zerschnitten bestehende Kleidungsstücke, um neue daraus zu machen oder sie nochmals prachtvoll zu verzieren. Dies war beispielsweise nach dem Tod eines Bischofs oder Abtes durchaus der Brauch gewesen. Aus einem Protokoll des Domkapitels vom 25. April 1559 geht hervor, dass dem Herrn Kustos der Leibrock des verstorbenen Erzbischofs Matthäus Lang zugestellt wurde, damit dieser den Ornat ausbessere. Und bis Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau hatten die Domherren das Recht, die Kleider eines verstorbenen Erzbischofs unter sich aufzuteilen.

Quelle