Sonnentor

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Sonnentor-Tees
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Sonnentor KräuterhandelsgmbH ist ein Unternehmen im niederösterreichischen Sprögnitz, das auf der Philosophie und den Naturprodukten des Waldviertlers Johannes Gutmann basierende Bio-Produkte anbietet.

Geschichte

Johannes Gutmann gründete das Unternehmen 1988 als Einmann-Betrieb und musste sich den Vorwurf gefallen lassen, er sei ein Spinner. Doch Gutmann gelang es mit viel Überredungsarbeit und Geduld, immer mehr Waldviertler Bauern davon zu überzeugen, wieder alte Gewürze, Kräuter und Getreidesorten anzubauen, auf Düngemittel und Gifte zu verzichten, wieder (mehr) Hand anzulegen, um natürliche Produkte zu erzeugen. Er bot ihnen dafür faire Preise an.

Die Idee, bäuerliche Bio-Spezialitäten zu sammeln und unter dem Logo der lachenden Sonne überregional und international zu vermarkten, war Ausgangspunkt für Geschäftsführer und Inhaber Johannes Gutmann. Als Firmenstandort wurde 1992 ein alter Bauernhof in Sprögnitz angekauft und zu einem professionell organisierten Produktions- und Verteilungszentrum ausgebaut, welches über die Jahre laufend erweitert und modernisiert wurde.

2010 waren es dann bereits über 150 Bauern, die Gutmanns Aufruf gefolgt waren. Sonnentor beschäftigt 2010 am Firmenstandort Sprögnitz rund 130 Mitarbeiter und vertreibt seine Produkte mittlerweile auch über eine eigene Franchise-Kette mit den Standorten Salzburg, Wien, Krems, Linz-Urfahr, Sprögnitz, St. Pölten und Zwettl.

Sonnentor ist heute in Österreich mit einem Marktanteil von 50 Prozent im Fachhandel (Kräuter und Gewürze, ohne Lebensmittelhandel) Marktführer. In Deutschland gehört das Unternehmen mit 25 Prozent Marktanteil zu den Top 3. Während der Waldviertler Bio-Experte im Gründungsjahr 1988 noch von drei Bio-Kräuterbauern mit Mohn und Kümmel beliefert wurde, versorgt heute eine über 150 Bio-Bauern große österreichische Sonnentor Bauern-Familie den Kräuter- und Gewürzprofi mit hochwertigen Rohstoffen. In Anbauprojekten in Tschechien, Rumänien und Albanien setzt Sonnentor seine Philosophie der nachhaltigen regionalen Entwicklung konsequent fort. 1992 gründete Sonnentor eine erste Tochterfirma in Tschechien, 1999 lief ein Anbauprojekt in Rumänien an, das 2006 um eine Vertriebspartnerschaft ergänzt wurde. Für sein großes kommunikatives Engagement in Osteuropa wurde Sonnentor 2010 mit dem neuland Award, der von ecoplus International verliehen wurde, ausgezeichnet.

Philosophie

Der damals gerade 23jährige Johannes Gutmann hatte 1988 eine Idee, die seinerzeit noch sehr unbekannt war. Er wollte die Naturprodukte seiner näheren Heimat, also Produkte, die im Waldviertel angebaut und geerntet werden, unter dem Logo der lachenden Sonne überregional und international vermarkten. Wobei die lachende Sonne ein mittelalterliches Lebens- und Lichtsymbol mit 24 Strahlen darstellt, das man noch heute an vielen Bauernhöfen sehen kann. Dabei war es ihm sehr wichtig, dass die weitgehende Veredlung der Rohstoffe direkt am Biobauernhof stattfindet, um damit das Überleben der kleinen Bauernhöfe zu ermöglichen. Aber auch um die Erfahrung der Bauern in ihre Produkte einbringen lassen zu können und auf diese Weise für den Konsumenten das größtmögliche Maß an Verantwortung und Transparenz zu erreichen.

Was als ver-rückte Idee begann, beschäftigt heute 130 Mitarbeiter, wird von etwa 150 kontrollierte Vertragsbiobauern aus dem Waldviertel und Ostösterreich (und anderen weltweit anerkannte und zertifizierte Bio-Unternehmen) beliefert und exportiert in 43 Länder der Welt.

Sonnentor und Salzburg

Neben einem Franchise-Geschäft, dem Sonnentor Salzburg, sind die Produkte von Sonnentor auch in anderen Salzburger Geschäften erhältlich, z. B. im Reformhaus Biothek Bock in der Stadt Salzburg.

Zahlen

Das Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2009/10 (1.4.2009 bis 31.3.2010) einen Umsatz von 20,5 Millionen Euro und freut sich somit über einen Umsatzzuwachs von rund 16 Prozent. Der Umsatz von Sonnentor Tschechien ist um 15 Prozent auf 4,5 Millionen Euro gestiegen. In Österreich sind derzeit 130 Mitarbeiter für Sonnentor tätig, weitere 60 arbeiten im tschechischen Tochterunternehmen für den Biospezialisten aus dem Waldviertel.

Sonnentor im Ausland

Deutlich gewachsen ist Sonnentor auch im Ausland, und zwar sowohl was den Einkauf als auch den Vertrieb betrifft. 75 Prozent der sonnigen Produkte werden in insgesamt 45 Zielländer exportiert. Stärkstes Exportland ist Deutschland mit einem Umsatzanteil von 50 Prozent – eine erfreuliche Steigerung um 16 Prozent. Weitere Exportländer sind die Schweiz, Italien, Frankreich, Holland, Skandinavien, Großbritannien, Japan, Neuseeland; aber auch Exoten wie Taiwan, Kuwait, Bahrain, Qatar oder die Vereinigten Arabischen Emirate. Stark im Visier der lachenden Sonne ist auch Ost- und Südosteuropa, wo es zum Teil auch eigene Tochtergesellschaften gibt. Stärkster Markt ist Tschechien. Das Unternehmen dort erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,5 Millionen Euro, was einem Plus von 15 Prozent entspricht.

Produkte

Rund 600 Artikel bietet das Unternehmen an: Schwarztee-, Grüntee-, Weiße Teesorten, Rooiboo, Früchtetees (mehr als 15 Sorten), Gewürztees (fünf Sorten), Ginkgo-Tee, Ingwer-Tee und Ingwer-Teemischungen, Produkte von Hildegard von Bingen, Kakao, Getreide- und Bohnenkaffee, Kekse, ungemischte Kräuter (rund 30 Sorten) und Kräutermischungen (rund 30), Gewürze und Gewürzmischungen (rund 100), Salz-Spezialitäten, Dinkelstäbchen, Fruchsäfte und -aufstriche, Bio-Schokoladen, Waldviertler Bio-Honig, Risonno, Essig, Öle, Suppen, Knabberstangerl, Keimsaaten, sowie passende Accessoires wie Kaffee- und Teetassen und -heferl, Kaffee- und Teekannen, Bio-Bengelchen-Produkte (zum Naschen, Spiele, u.a.), dann Kräuterkissen und Körperpflege, Kräuterbäder und -cremen, Premium-Pflanzenseifen, Massage- und Ätherische Öle und andere Produkte[1];

Herkunft der Produkte

Aber nicht nur im Vertrieb, auch im Einkauf sind die ost- und südosteuropäischen Länder wichtige Partner. 35 Prozent der Rohstoffe bezieht das Sprögnitzer Unternehmen aus dem Ausland, wobei auch hier der faire Umgang mit Vertragspartnern und das nachhaltige Wirtschaften das Um und Auf sind. Sonnentor tritt damit den Beweis an, dass wirtschaftlicher Erfolg und ein umsichtiger und schonender Umgang mit den Ressourcen zwei Seiten derselben Medaille sein können. In Tschechien, Albanien und Rumänien beispielsweise gibt es Anbauprojekte, wo mit Bauern vor Ort gemeinsam ein Standard für die Anpflanzung und die Qualität der Rohstoffe entwickelt wird.

Quellen

Einzelnachweise

  1. eine aktuelle Produkt-Preisliste findet man auf der Homepage