St. Erentrudis Bollwerk

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Rest des St. Erentrudis Bollwerks im Schanzlpark
Rest des St. Erentrudis Bollwerks Panorama

Das St. Erentrudis Bollwerk, auch Nonntal-Bastion, Kajetaner Bastion oder Kajetaner Schanze genannt, war ein Wehrbauwerk in der Stadt Salzburg ist nur mehr in Resten (sog. "Schanzl") vorhanden.

Lage

Das Bollwerk befand sich als reich gegliedertes und langgestrecktes Wehrbauwerk in der Altstadt von Salzburg zwischen der heutigen Sebastian-Stief-Gasse und dem Beginn der heutigen Erzabt-Klotz-Straße, also größtenteils im Kaiviertel. Erhaltene Reste sind im Norden Wehrmauerteile im Raum der Basteigasse und im Süden im Raum des Schanzlparkes. Beide Teile sind im Sockelbereich heute stark eingeschüttet.

Geschichte

Das St. Erentrudis Bollwerk war ein Teil der Befestigungen, die Fürsterzbischof Paris Graf Lodron in der umgebauten und verstärkten Form von 1633 bis 1645 anlegen ließ, damit Salzburg nicht in den Dreißigjährigen Krieg verwickelt wird.

Funktion

Das Erentrudis Bollwerk schützte einerseits das direkt südöstlich neben der Kajetanerkirche gelegene Kajetanertor durch seine beiderseits ausgreifende flankierende Bastionteile, anderseits durch hornartige gestaltete Wehrbauteile den Süden des Nonnberges und des Festungsberges. Das St. Erentrudis Bollwerk bestand im Bereich des Nonnberges daher aus einer unteren und oberen Schanzanlage. Der untere Teil liegt am Fuße des Nonnbergs, der obere Teil wurde wesentlich aus dem Fels des Nonnberges herausgehauen und reicht bis oben direkt an die Nonnberggasse auf dem Nonnberg hinauf.

Einen zusätzlichen Schutz erhielt der Wehrbauwerk durch den Hellbrunnerbach, der in den einstigen breiten Wehrgraben eingeleitet worden war und erst im Raum der Sebastian-Stief-Gasse in die Salzach mündete. Die Gegenmauern des Bollwerkes und das zugehörige Glacis (Teile, die sämtlich nicht erhalten sind) erstreckten sich über die heutige Nonntaler Hauptstraße hinaus bis in den Raum südlich der heutigen Haupttrakte von Volksschule und Neuer Mittelschule.

Zur besseren Sicherung der Zufahrtsstraßen von Morzg und Hallein besaß das Bollwerk ein eigenes Vorwerk im dort sehr breiten Wehrgraben, das sogenannte Erentrudis Ravelin (heute Raum um das Haus Rudolfskai 66), über das die Straße in die Stadt führte - beiderseits des Ravelins über eigene Zugbrücken.

Um für die Errichtung des Salzburger Landesgerichtsgebäude mit der Justizanstalt Platz zu schaffen, wurde im Jahr 1906/07 das gesamte weitläufige Wehrbauwerk zwischen Schanzlpark und Kajetanerkirche abgetragen, der breite Wehrgraben wurde gleichzeitig zugeschüttet. Zerstört worden war zuvor 1873 das Kajetanertor.

Alte Ansichten von 1710 (nach der gleichen Vorlage ausgearbeitet)

Etymologie

Vom Namen des St. Erentrudis Bollwerks abgeleitet sind die im späten 19. Jahrhundert im Wege über die Nutzung des Restes der unteren Wehranlage als "Gastgarten zum Schanzl" die Namen Schanzlgasse und Schanzlpark.

Bildergalerie

Quellen

Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974