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Salzburger Druckerei

Die Zaunrith'sche Buchdruckerei ist seit 1802 Salzburgs drittälteste Druckerei. Sie firmiert seit 1938 unter dem Namen Salzburger Druckerei.

Geschichte

Kaspar Zaunrith arbeitete ursprünglich in der Eckebrecht'schen Buchhandlung von Anna Viktoria Konhauser von Sternenfeld (* 1712; † 1788). Die Buchhandlung der Enkelin Johann Baptist Mayrs war dieser nach dem Zwangsverkauf der Mayr'schen Buchdruckerei geblieben. Als Konhauser 1788 starb, übernahm Zaunrith die Buchhandlung, indem er die Erben mit 7.000 Gulden auszahlte. 1801 stellte er ein Ansuchen auf Genehmigung eines Druckereibetriebes, welche ihm am 28. Juli 1802 gewährt wurde. Zwar behielten die beiden eingesessenen Druckereien die meisten Rechte am zu druckenden Material, die Säkularisation Salzburgs verhalf ihm aber dann umgehend zu mehr Geschäft, als die Privilegien der Duyle'schen Buchdruckerei fielen.

Zaunrith kam am 30. April 1818 bei einem Stadtbrand in seinem Haus ums Leben. Sein Sohn Leopold Zaunrith brauchte bis 1834, um die Druckerei wieder in Betrieb nehmen zu können. Dafür war er aber ab diesem Zeitpunkt in Besitz von Salzburgs erster Schnellpresse. Es folgten erfolgreiche Jahre, in denen der Mitarbeiterstand jenen der Konkurrenzdruckereien zeitweise sogar übertraf, von 1835 bis 1847 durfte er die Salzburger Landeszeitung drucken.

Nach seinem Tod 1868 verkaufte Leopolds Witwe die Druckerei 1872. Wechselnde Geschäftsführer und die Gründung einer Aktiengesellschaft ließen die Druckerei rasch an Einfluss verlieren. 1910 übernahm schließlich der Salzburger Pressverein die Zaunrith'sche Druckerei und vergrößerte sie mehrmals. 1937 wurde der spätere Gründer der Salzburger Nachrichten, Max Dasch, Direktor der Druckerei.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde die Zaunrith'sche Druckerei in Salzburger Druckerei umbenannt und als Parteidruckerei weitergeführt. 1945 fiel sie an die Amerikaner und wurde 1948 an den Pressverein zurückgegeben. Die Druckerei kümmerte sich um die Herstellung führender Titel wie Salzburger Nachrichten, Salzburger Bauer, Salzburger Wirtschaft oder Rupertusblatt.

Die Firmenzentrale der Salzburger Druckerei befindet sich noch heute in der Bergstraße in der Salzburger Neustadt, wo auch weiterhin die Produktionslinie des Bogenoffsetdrucks inklusive der dazu gehörigen Druckvorstufe und der obligatorischen buchbinderischen Weiterverarbeitung situiert bleibt.

Die Inbetriebnahme der neuen Zeitungsrotationsmaschine im April 2002 am neu gegründeten zweiten Betriebsstandort in Elsbethen stellt für die Salzburger Druckerei einen innovativen Meilenstein in ihrer Geschichte dar und setzt gleichzeitig die Jahrzehnte lange Tradition im Zeitungsdruck fort.

Der Standort des Verlags Anton Pustet (Publikumsverlag) sowie des Verlags der Salzburger Druckerei (Schulbuchverlag) - beides auch Unternehmen des Pressvereins - bleibt weiterhin in der Bergstraße.

Am 7. Dezember 2007 wird bekannt, dass der Standort Elsbethen mit Jahresende an die Moser Holding Innsbruck verkauft wird und der Standort Bergstraße vor der Schließung steht. Der Salzburger Pressverein begab sich daraufhin auf die Suche nach einem Käufer für den traditionsreichen Standort.

Am 13. März 2008 dann die gute Nachricht: Die Salzburger Druckerei bleibt weiter bestehen. Mit Reiter Offset sei ein Salzburger Partner gefunden worden, der die Druckerei in der Bergstraße fortführen wird, stellte der Geschäftsführer der Salzburger Druckerei Gerald Klonner fest.

Entgegen anfänglicher Erwartung kommt zwischen Salzburger Pressverein und Reiter Offset keine Einigung zustande. Daher stellt die Salzburger Druckerei mit 30. Juni 2008 ihren Betrieb ein. Davon unberührt werden die beiden Verlage - Verlag Anton Pustet und Verlag der Salzburger Druckerei - vom Eigentümer Salzburger Pressverein weitergeführt.

Zeitungen

Quellen

  • Waltraud Jakob: Salzburger Zeitungsgeschichte. Salzburg Dokumentationen Band 39, Landespressebüro 1979