Ausländer in Salzburg

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Ausländer in Stadt und Land Salzburg sind in verschiedene Gruppen einzuteilen.

Einleitung

Die Chefredakteurin von Salzburg24.at, Mag.a[1] Nicole Schuchter, hatte im Mai 2015 aufgrund der Aktualität des Flüchtlingsthemas einen eindrucksvollen online-Artikel[2] erstellt.

Darin schreibt Schuchter: "22 700 offene Asylverfahren gab es in Österreich Anfang 2014, Ende des Jahres waren es schon 28 000. Mit Stand vom 18. Mai 2015 wurden rund 35 581 Asylwerber verzeichnet." Sie geht der Frage nach, wie die Flüchtlinge nach Europa kommen, erklärt die unterschiedlichen Arten von Flüchtlingen (siehe weiter unten) und berichtet über das Leben von Asylwerbern in Salzburg. Abdisalam Hassan Da’ud (32) aus Somalia schildert in einem Interview mit Schuchter seine Flucht 2014 aus Somalia.

Der Journalist André Stadler, ebenfalls von Salzburg24.at, schreibt in diesem online-Artikel zum Thema "Flüchtlinge? Nein danke!" und interviewt den Sozialforscher Wolfgang Aschauer von der Universität Salzburg zu diesem Thema. Über Rechte und Pflichten der Asylwerber hat dann Florian Gann von Salzburg24.at einen Beitrag verfasst: "Wie läuft ein Asylansuchen?" und dass diese Menschen hier in Österreich sicherlich nicht "in Saus und Braus leben".

"So kriminell sind Asylwerber wirklich" beginnt Michaela Berger (Salzburg24.at) ihren Artikel und geht Vorurteilen in dieser Sache nach. Laut aktuellen Zahlen des Landes leben in Salzburg derzeit 2 014 Menschen (Stand: 18. März 2015) unter Asylstatus. 2013 wurden österreichweit 546 396 Delikte bei der Exekutive zur Anzeige gebracht, verurteilt wurden laut gerichtlicher Kriminalstatistik 34 424 Menschen. Wie viele davon Asylwerber waren, ist nicht bekannt. In Salzburg wurden im Jahr 2014 laut Kriminalstatistik insgesamt 30.232 Delikte angezeigt. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 3,2 Prozent – 2013 waren es noch 31 236 Anzeigen – und gleichzeitig den zweitniedrigsten Wert im Zehnjahresvergleich (Höchstwert 2007 mit 36 100 Anzeigen).

Die Einteilung

Zuwanderer

Dabei gibt es verschiedene Zielgruppen: EU- bzw. EWR-Bürger und deren Familienangehörige sowie Personen aus Drittstaaten.

Formen der Zuwanderung

Formen der Zuwanderung sind

  • Mobilität
Das sind Zuwanderungen innerhalb der EU durch EU- bzw. EWR-Bürger sowie deren Familienangehörige.
  • Dauerhafte Zuwanderung
Nach dem aktuellen österreichischen Zuwanderungssystem können Personen, die in Österreich leben und arbeiten wollen, eine Rot-Weiß-Rot–Karte beantragen, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen. Ein Punktesystem legt fest, ob man diese Kriterien erfüllt.
  • Temporärer Aufenthalt
Dafür gibt es Aufenthaltsbewilligungen für folgende Personengruppen: Rotationsarbeitskräfte, Betriebsentsandte, Selbständige, Künstler, Schüler, Studierende, Sozialdienstleistende und Forscher.
  • Befristete Beschäftigung
Diese kann für Personen, die für einen bestimmten Zeitraum in Österreich arbeiten möchten, bzw. für Betriebe, die Arbeitskräfte nach Österreich entsenden oder überlassen wollen, erteilt werden.

Flüchtlinge

  • Flüchtling ist eine Person, die wegen Gefahr oder Verfolgung ihr Herkunftsland verlässt.

2014 waren die Mitgliedstaaten der EU mit rund 600 000 Asylanträgen konfrontiert gewesen. In Deutschland wurden 173 000 Asylanträge gestellt, in Schweden 75 000, in Italien 63 000 und in Frankreich 57 000[3].

Asylwerber

  • Asylwerber sind Flüchtlinge, die in Österreich ein Ansuchen auf Asyl gestellt haben.

Für sie gelten bestimmte rechtliche Rahmenbedingungen, etwa dürfen sie keiner Lohnarbeit nachgehen.

Anerkannte Flüchtlinge

  • Sobald Asylwerbern das Asyl zuerkannt wird, sind sie anerkannte Flüchtlinge.

Migranten

  • Migranten verlassen freiwillig ihr Herkunftsland.

Genfer Flüchtlingskonvention

Gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention[4] (GFK) vom 28. Juli 1951 wird jede Person als Flüchtling anerkannt, die

aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Gesinnung sich außerhalb ihres Heimatlandes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will; oder die sich als Staatenlose infolge solcher Ereignisse außerhalb des Landes befindet, in welchem sie ihren gewöhnlichen Aufenthalt hatte, und nicht dorthin zurückkehren kann oder wegen der erwähnten Befürchtungen nicht dorthin zurückkehren will.

Österreich hat sich völkerrechtlich dazu verpflichtet, Menschen, die in ihrem Heimatland verfolgt werden, Asyl zu gewähren.

Salzburg und Ausländer

Nach einer Erhebung 2008 der Bundesanstalt Statistik Österreich hatten 18,1 Prozent der 530 576 Bewohner von Stadt und Land Salzburg einen Migrationshintergrund. Bundesweit waren 16,8 Prozent der Bevölkerung ausländischer Herkunft. Bundesweit lag der Anteil von Ausländern bei der Arbeitslosigkeit bei 9,8 Prozent, im Bundesland Salzburg bei 5,9 Prozent (2007).

Seit 2006 sind Deutschkurse für Zuwanderer gesetzlich verpflichtend. Allerdings bezeichnete der Salzburger Bürgermeister Dr. Heinz Schaden die 300 vorgeschriebenen Stunden als nicht ausreichend.

Anteil der Salzburger Bevölkerung mit ausländischer Staatszugehörigkeit und mit Migrationshintergrund

Der Flachgau weist größtenteils einen Bevölkerungsanteil von fünf bis 9,9 Prozent mit ausländischer Staatszugehörigkeit oder mit Migrationshintergrund auf, zwischen 10 und 25 Prozent Anteil ergeben sich im Ballungsraum Zell am See - Saalfelden am Steinernen Meer, um Mittersill, im Raum St. Johann im Pongau und Radstadt sowie im Gasteinertal. Der Zentralraum von Tamsweg im Lungau weist einen durchschnittlichen Anteil von 2,5 bis 4,9 Prozent auf.

2010 lebten im Bundesland Salzburg 94 500 Menschen mit Migrationshintergrund, also fast jeder fünfte Salzburger. Davon besitzen rund 65.400 Personen eine ausländische Staatsbürgerschaft. Dies sind 12,4 Prozent der gesamten Bevölkerung des Bundeslandes Salzburg. 28.500 Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft sind Staatsbürger von Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien (Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien, Kosovo, Mazedonien)[5], 12 500 Deutsche, 9 600 Türken sowie 4 300 Personen aus anderen EU(15)-Staaten, aus den zehn am 1. Mai 2004 der Europäischen Union beigetretenen Ländern kommen etwa 2 800 Personen. Vom jüngsten Beitrittsland Rumänien stammen 1 100 Personen. Rund 8 800 Personen stammen dann noch von anderen Nationalitäten[6].

Kriminalität

Aus einer Statistik[7] fremder Tatverdächtiger nach Nationen 2009 geht hervor, dass 29,1 % aller Tatverdächtigen aus Regionen des ehemaligen Jugoslawien (ohne Slowenien) stammen, gefolgt von 23,3 aus der Bundesrepublik Deutschland (!), 9,9 % aus sonstigen Staaten (sowie staatenlos oder unbekannt), 9,4 % aus der Türkei, je 7,4 % aus sonstigen Staaten in Osteuropa bzw. sonstigen EU-Staaten vor der Osterweiterung, 7,3 % aus den 10 Staaten der EU-Erweiterung, 5,7 % aus Rumänien und Bulgarien sowie 0,7 % aus sonstigen Staaten Westeuropas.

Aus diesen Zahlen geht hervor, dass die landläufige Meinung, Kriminelle stammen überwiegend aus Osteuropa, nicht zutrifft:
Osteuropa 13,1% − ex-Jugoslawien 29,1% − Westeuropa inkl. EU vor der Erweiterung 31,4%!

2009 waren von insgesamt 16 550 Strafverdächtigen im Bundesland Salzburg 5 017 Ausländer. Von den 5 017 Ausländern fallen 1 488 unter "Arbeitnehmer", der Rest setzt sich aus Touristen, Illegalen, Asylwerbern und anderen zusammen.

Einrichtungen für Flüchtlinge in Salzburg

Siehe auch

Quellen und Anmerkung

  1. Bis 2006 war "Magister" (männlich) bzw. (seit 1993) "Magistra" (weiblich) der übliche akademische Grad für die meisten Studien auf Master-Niveau. "Mag." ist die gesetzliche (§55 Universitätsgesetz 2002) Abkürzung sowohl für "Magister" als auch für "Magistra", wohingegen aber auch (aus gleichstellungspolitischen Motiven) die Abkürzung "Mag.a" für "Magistra" propagiert und verwendet wird.
  2. siehe www4.salzburg24.at, 28. Mai 2015]
  3. Quelle www4.salzburg24.at: Flüchtlinge in Salzburg und dortige Quelle Eurostat
  4. siehe www.unhcr.at
  5. siehe Wikipedia: Jugoslawien
  6. Salzburger Nachrichten, 14. März 2011
  7. Quelle Salzburger Nachrichten, 13. Juli 2010