Flugzeug Typ A 30

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Das Flugzeug Typ A 30 war das zweite vom Salzburger Piloten Johann Guritzer produzierte Flugzeug, mit dem er auch am 28. August 1932 in Vöcklabruck in Oberösterreich tödlich verunglückte.

Die Geschichte der Maschine

Gebaut war die Maschine nach Banes von der Salzburger Zimmerei Holzwerken M. Gstür in der Riedenburg. Da Österreich damals über keine amtlichen technischen Fachleute verfügte, die eine Maschine hätten berechnen können, wurde dieser "Schlitten" mit einem schwachen, nur dreizylindrigen Anzani-Motor ausgestattet, der die Maschine mit Ach und Weh in der Luft hielt.

Am 21. Mai 1927 wurde der Motorflieger von Erzbischof Ignaz Rieder geweiht und flog trotzdem nur bis zum 20. August 1927, als es sein Pilot in Trümmer setzte.

Die Salzburger Wacht berichtete von einer Landung von Guritzer auf der Lohinghofwiese in der Gemeinde Thumersbach am 25. Juli 1927 um 16:30 Uhr. Guritzer hatte einen dienstlichen Termin in Zell am See und flog gegen 19 Uhr zurück nach Salzburg.[1]

Guritzer baute eine zweite Maschine gleichen Typs und der erste Eigentümer des in jeder Beziehung unzulänglichen Flugzeugs wurde der Fremdenverkehrspioniers und Bootsverleiher Georg Oberschneider in Zell am See.

Doch auch diese Maschine flog von Notlandung zu Notlandung. Für das Geld - über 40.000,-- Schilling - das Oberschneider für diese Maschine bezahlt hatte, hätte er auch eine hochwertige, erstklassige Maschine kaufen können. Zugelassen war die für Rundflüge in Zell am See, die Guritzer im Sommer 1927 als Pilot im Auftrag von Oberschneider durchführen hätten sollen. Doch das Flugzeug Typ A 30 war sehr störungsanfällig und so kam es erst gar nicht zu Rundflügen.

Nach mehreren schlechten Erfahrungen ließ Brettschneider die Maschine im Hangar der Österreichischen Fliegerschule am Flughafen Salzburg einstellen.

Am 23. Dezember 1927 kam es noch zu einer Notlandung in St. Martin bei Lofer wegen eines technische Defekts.[2]

Nach einigen Jahren verkaufte die Frau des mittlerweilen verstorbenen Herrn Oberschneider die Maschine um 600 Schilling an Paul, einen Lehrling der Fliegerschule.

Die Zulassung der Maschine war längst abgelaufen und das Luftamt verweigerte die Erneuerung. Trotzdem war es möglich, dass unter den Augen der Linzer Polizei Johann Guritzer mit dieser Maschine den Autohändler Fritz Kirschenhofer schulte, ohne dazu berechtigt zu sein. Auch konnte Guritzer, der arbeitslos war, mit dem nicht zugelassenen Flugzeug Rundflüge anbieten, wobei er seine Passagiere und sich selbst offenbar wissentlich gefährdete. Eine Notlandung und Bruch nach dem anderen folgte und trotzdem ließen die Behörden Guritzer weiterfliegen.

Es kam sogar so weit, dass Herr Kirschenhofer, der niemals eine Lizenz zum Fliegen erlangte, gewerbsmäßige Rundflüge mit der A 30 veranstaltete.

Auf Verkehrsflughäfen waren die Sport- und gewerbsmäßigen Piloten oft schikanösen Kontrollen und Bevormundungen unterworfen. Guritzer und Kirschenhofen aber konnten unter den Augen nicht flugkundiger Behörden das Unmöglichste wagen.

Johann Guritzer, der ein ausgezeichneter Flieger war, den seine Vermögenslosigkeit zu diesem ungesetzlichen Verhalten trieb, musste seinen in Fliegerkreisen schon sprichwörtlichen Leichtsinn mit einem grässlichen Tod bezahlen.

Quelle

Einzelnachweise

  1. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 28. Juli 1927, Seite 4
  2. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 27. Dezember 1927, Seite 4