Hans Demel

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Bürgerschuldirektor Hans Demel, Künstlername Hans Seebach (* 27. November 1872 in der Stadt Salzburg; † 7. März 1932 ebenda), war Schriftsteller, Dichter, Dramatiker und Fachlehrer.

Leben

Sein Vater war der Theatermusiker Johann Demel.

Hans Demel machte sich Verdienste um das Salzburger Puppentheater und war u. a. Lehrer an der Volksschule Itzling, der Volksschule Mühlbach am Hochkönig, Schulleiter der Volksschule Forstau[1], am 18. Juli 1912 wurde er provisorischer Fachlehrer an der Bürgerschule Salzburg[2] und zuletzt Direktor der Bürgerschule.[3] Allerdings könnte es sich bei dem Direktorposten auch lediglich nur um eine Ernennung anlässlich seiner Pensionierung handeln. Dazu der Artikel aus der Salzburger Wacht vom 27. März 1925:[4]

Bürgerschuldirekkor Hans Demel-Seebach. Der Unterrichtsminister hat den hei­mischen Fachlehrer und Schriftsteller Hans Seebach anläßlich seines Uebertrittes in den dauernden Ruhestand durch Verleihung des Titels „Bürgerschuldirektor“ ausgezeichnet und dadurch der langjährigen und ersprießlichen Wirksamkeit Seebachs im Bürgerschuldienste der Stadt Salzburg die verdiente Anerkennung gezollt. Mitbestimmend für die Verleihung der Auszeichnung war wohl auch das künstlerische Wirken Seebachs — so hat er in seinen der Jugend gewidmeten Märchen-Puppenspielen wertvollsten Gesinnungsunterricht in heiterer Form erteilt, hat in seinen Mozart-Zyklen die Mozartverehrung tiefwirkend gefördert, hat in seinen Büchern, Dramen, Volksschauspielen und Komödien heimatliche Verhältnisse scharf er­schaut und mit Liebe und Treue in ihrer Eigenart gezeichnet.

1915 erfolgt im Stadttheater die Erstaufführung seines Schauspieles „Der letzte Heller“.[5]

Hans Demel wurde am 10. März 1932 auf dem Salzburger Kommunalfriedhof begraben.[6] Er war mit Anny, geborene Mayr, verheiratet.

Ein Nachruf

Das Salzburger Volksblatt brachte am 6. März 1942, anlässlich des zehnten Todestags von Demel, unter der Rubrik "Theater, Kunst und Musik" einen Nachruf:

Hans Seebach zum Gedenken.[7]

Morgen werden es zehn Jahre, daß der Salzburger Dichter Hans Seebach gestorben ist. Tausende von großen und kleinen Besuchern des Salzburger Marionettentheaters, hierzulande und auf den vielen Gastspielreisen dieser Puppenbühne, danken ihm, wenn sie auch seinen Namen nicht beachten, für fröhliche Stunden. Und so lebt Seebach als einer der besten Mitarbeiter an der Entwicklung des aus dem 18. Jahrhundert stammenden, traditionsreichen Salzburger Puppenspiels heute noch, und es ist anzunehmen, daß die glorreiche Regierung seiner Kasperle und Konsorten, die so viel allgemeingültige Lebensphilosophie in der Zaubersphäre ihrer kleinen Bühnenwelt hurtig und bewegungsreich verkünden, noch in eine lange Zukunft hinein bestehen wird. Als Hans Demel mit dem Dichternamen Hans Seebach, geboren 1872, zuerst Volksschullehrer in Mühlbach bei Bischofshofen, dann in der Stadt Salzburg tätig, nach verschiedenen Gehversuchen seine ersten Schritte auf dem großen Theater tat („Mittellos", „Bauernrechte" usw.),— es war die Aera Sudermann, Hauptmann, Halbe, Schönherr usw.— fiel seine besondere Begabung für Satire auf. Hermann Bahr schätzte ihn hoch. Aber über einen mehr oder minder lokal bleibenden Erfolgkreis ging es nicht hinaus, trotzdem viele der folgenden Werke („Allotria", „Patrizierfrauen", „Lawinen" u. v. a.) in ihren Tendenzen, dichterischen Durchbildungen und in der schlagkräftigen Technik aufhorchen ließen. Viele dieser Stücke standen auf dem Sprungbrett zum großen Erfolg, zum weltbedeutenden Theater. Aber der Sprung ist dem strebsamen Autor nie völlig gelungen.

Da zog es ihn vom Gesellschaftsstück zum Volksschauspiel. Es lag auch seiner Art besser, die sich gerne kritisch gab, aber hinter der, wie oft bei scheinbar bärbeißigen Menschen, ein goldener Humor steckte. Die Satire verschwand, eine behagliche Schilderung trat an ihre Stelle (z. B. „Vier Bilder aus dem Leben Leopold Mozarts"). Damals zog es ihn auch zu Aichers Marionettentheater, - das eine neue Aera des Puppenspiels einleitete. Und was Seebach durch die großen, lebendigen Schauspieler nicht in die weite Welt zu bringen vermochte, das besorgten nun die Marionetten. Er hatte ein feines Ohr für das kleine Herz, das in diesen Puppen schlug, hier wurde auch Seebachs Sinn für die Romantik offenbar, und die böse, undankbare Alltagswelt verschwand, wenn Seebach in das Reich der Marionetten einzog. Und da kam nun auch die Göttin Fortuna und brachte unversehens Erfolg über Erfolg („Im Waldhaus", „Am Hofe der Kaiserin", „Kalif Storch", „Eine Nacht im arabischen Schloß" u. v. a.). Darüber kann man sich nähere Worte ersparen, denn diese Stücke sind lebendiges Kulturgut, und von ihnen wissen alle Kinder und jene Großen, denen Gott ein klares, unverdorbenes Gemüt und echte, natürliche Empfindung belassen hat. Ob Seebachs Name— er war übrigens auch ein sehr verdienter Mitarbeiter am „Salzburger Volksblatt" — dabei genannt wird, ist Nebensache. Aber sein Geist lebt in dieser kleinen Puppenwelt, ist darin groß geworden und strahlt auf uns aus.

Einzelnachweise

  1. ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 2. Mai 1903, Seite 9
  2. ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 19. Juli 1912, Seite 6
  3. ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 6. März 1942, Seite 3
  4. ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 27. März 1925, Seite 6
  5. ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 10. Dezember 1925, Seite 4
  6. ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 8. März 1932, Seite 5
  7. ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 6. März 1942, Seite 3