Hermann Struber

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Hermann Struber (* 31. März 1905; † 1944 in den Niederlanden oder Belgien)[1] war ein Arbeitnehmerfunktionär der Zwischenkriegszeit aus Gnigl bei Salzburg[2].

Leben

Nach der Volksschule und einer Tätigkeit als Landwirtschafts- und Industriearbeiter wurde Struber Sekretär der christlichen Gewerkschafter. Von 1929 bis 1932 war er Obmann des Überwachungsausschusses der Landwirtschaftskrankenkasse Salzburg.[1]

Nach dem Übergangs zur autoritären Regierungsform und der Auflösung der demokratischen Selbstverwaltung in der Kammer für Arbeiter und Angestellte wurde Struber, als 29-Jähriger, mit 1. Jänner 1934 zum Vorsitzenden (Präsidenten) der durch Verordnung ernannten Verwaltungskommission und später des Landeskartells des Gewerkschaftsbundes bestellt.[1]

Er initiierte die Errichtung des alten Kammergebäudes 1936.[1]

Struber bekleidete während der Ständestaatszeit (von 1934 bis 1938) folgende Funktionen:[2]

  • Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes der Österreichischen Arbeiter und Angestellten Salzburg;
  • Präsident der Gewerkschaft der Angestellten im Gewerbe[3];
  • Jänner 1934 bis 1968 (ernannter) Vorsitzender der Verwaltungskommission der Kammer für Arbeiter und Angestellte in Salzburg und des Landeskartells des als Einheitsgewerkschaft organisierten Gewerkschaftsbundes;
  • 1934 bis 1938 Mitglied des Bundeswirtschaftsrates als vom Landeshauptmann von Salzburg nominierter Vertreter der Unselbständigen in der Gruppe B „Industrie und Bergbau“; Mitglied des Finanzpolitischen Ausschusses;
  • Obmann der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen und der Sozialen Arbeitsgemeinschaft (einer Initiative der Einheitspartei „Vaterländische Front“ zur Gewinnung der Arbeiterschaft).

Nach dem "Anschluss" im März 1938 wurde er seiner Funktionen enthoben, entlassen und vorübergehend verhaftet.[2]

Er starb im Jahr 1944 im Zweiten Weltkrieg im Kriegseinsatz in Holland oder Belgien.[1]

Werke

  • Österreich's Wiederaufbau. Herausgeber: Luegerbund, Verein zur Förderung des wirtschaftlichen Wiederaufbaues in Österreich. 1932.

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 70 Jahre Arbeiterkammer Salzburg 1946 – 2016
  2. 2,0 2,1 2,2 Enderle-Burcel, Gertrude: Mandatare im Ständestaat: Christlich – ständisch – autoritär, 1934–1938. Biographisches Handbuch der Mitglieder des Staatsrates, Bundeskulturrates, Bundeswirtschaftsrates und Länderrates sowie des Bundestages. Hrsg. durch das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes und die Österreichische Gesellschaft für Historische Quellenstudien, Wien 1991, ISBN 3-901142-00-2. S. 238.
  3. Siegfried Göllner, Die Stadt Salzburg im Jahr 1938. Zeitungsdokumentation.
Zeitfolge
Vorgänger

Karl Emminger

Präsident der Salzburger Arbeiterkammer
19341938
Nachfolger

(nach der Neugründung im Jahr 1945:)
Hans Webersdorfer