Maria Winkler

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Maria Winkler (* 18. Oktober 1880 in Waidring in Tirol; † 16. November 1955 in Salzburg) war eine christlichsoziale Gemeinderätin in der Stadt Salzburg.

Leben

Maria Winkler hatte einen prominenten Onkel: Domprälat Alois Winkler, der bis 1919 Landeshauptmann von Salzburg war und sie als „Hausdame“ beschäftigte.

Im Sitzungssaal des Salzburger Rathauses, bislang ein ausschließlich der „Männerwelt“ vorbehaltenes Terrain, nahmen am 16. Dezember 1918 erstmals vier Frauen ihre Plätze ein. Die erste Generation von Gemeinderätinnen war in jenen Ausschüssen und Ressorts vertreten, die als „typisch weiblich“ galten, wie Armen- und Fürsorgewesen, Erziehung, Bildung und Kultur. In diesen Bereichen verfügten die meisten Frauen über Erfahrung und Qualifikation. Hier konnten sie sich auch gegenüber ihren männlichen Kollegen Gehör verschaffen. Die Handlungsspielräume, die man(n) den weiblichen Gemeinderatsmitgliedern zwischen 1918 und 1938 zugestand, waren jedoch beschränkt. Die Mehrheit der Frauen bewegte sich innerhalb des ihnen zugestandenen Rahmens. Nach Ende des Ersten Weltkriegs setzte sich der Salzburger Gemeinderat zunächst analog den Ergebnissen der Reichsratswahl von 1911 zusammen. Die vier darin vertretenen Gemeinderätinnen waren von ihren Parteien ernannt worden.

Als eine in diesem Rahmen klug agierende Ausnahmefrau könnte Alice Brandl (* 1879; † 1950) bezeichnet werden. Sie saß für die Sozialdemokraten im Gemeinderat und war die am längsten amtierende Salzburger Gemeinderätin der Ersten Republik (von 1919 bis 1934). Neben Fanny Heilmayr (* 1880; † 1938) war Maria Winkler als Mandatarin der Großdeutschen Volkspartei in den Gemeinderat gewählt worden.

Maria Winkler, 1880 in Waidring in Tirol geborene Bauerntochter, war als Gesellschafterin und Hausdame von ihrem Onkel, Domprälat und Landeshauptmann Alois Winkler, nach Salzburg geholt worden.

Sie engagierte sich in der Katholischen Frauenorganisation (KFO). Dafür erhielt sie im Jahr 1917 das Verdienstkreuz des Kaisers verliehen. Die KFO erfüllte in der Ersten Republik die Funktion des weiblichen Flügels der Christlichsozialen Partei. 1908 war in Salzburg von katholischen Frauen der Frauenbund gegründet worden, 1915 wurde der Verein in „Katholische Frauenorganisation für das Herzogtum Salzburg“ umbenannt. Erst mit einem Mandat oder einer Funktion in der Frauenorganisation wurden politisch engagierte Katholikinnen zu Parteipolitikerinnen.

1919 wurde sie als christlichsoziale Kandidatin in den Gemeinderat gewählt und war Mitglied im Ausschuss „Armenwesen, Stiftungsangelegenheiten, Stadtarmenkommission, Versorgungshauskomitee“, trat aber kaum aktiv in Erscheinung. Vielleicht agierte sie mehr im Hintergrund, vielleicht trifft auf sie auch die Beobachtung zu, dass katholisch-konservative Frauen in der Ersten Republik oft nur zaghaft bereit waren, sich in öffentlichen politischen Gremien zu Wort zu melden. Als Maria Winkler im Jahr 1928 Vizebürgermeister Richard Hildmann heiratete, musste sie aufgrund der damals geltenden Unvereinbarkeitsbestimmungen aus dem Gemeinderat ausscheiden. Zwei in der Salzburger Lokalpolitik bedeutende Männer standen also am Anfang und am Ende ihrer politischen Karriere: Zuerst war es der Onkel, durch den sie nach Salzburg und vermutlich auch zur Christlichsozialen Partei kam, dann der Ehemann, der aufgrund der Eheschließung ihre Aktivität im Gemeinderat indirekt beendete. Maria Winkler dürfte aber ihre Erfüllung ohnehin viel mehr im Engagement für die Katholische Frauenorganisation, der sie auch als Diözesanpräsidentin vorstand, gefunden haben.

Quellen