Saalfeldener Becken

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Saalfeldener Becken

Das Saalfeldener Becken ist eine Landschaft im Norden des Pinzgaus um die Stadt Saalfelden am Steinernen Meer.

Lage und Beschreibung

Das Saalfeldener Becken liegt „inner Gebirg“ im Pinzgau rund 60 km südlich der Landeshauptstadt Salzburg. Nördlich von Maishofen weitet sich die Zeller Furche trichterförmig zum Saalfeldener Becken. Im Norden bildet das Durchbruchstal der Saalach zwischen den Leoganger Steinbergen und dem Steinernem Meer die Grenze. Im Westen sind es das Glemmtal und das Leoganger Achental, im Südosten das Tal der Urslau. Das Saalfeldener Becken wird an seinem Nordrand erstens vom Gebirgsmassiv Steinernes Meer und zweitens vom Gebirgsmassiv Leoganger Steinberge, beide zu den Nördliche Kalkalpen gehörend, begrenzt. Am Südrand befinden sich weniger schroffe Höhenzüge der Schiefer- und Grauwackenzone.

Entstehung

Es ist nach der letzten Eiszeit entstanden. Die Flüsse Saalach, Leoganger Ache und Urslau haben dann das Becken von Moränengeröll ausgeräumt.

Allgemeines

Im Saalfeldener Becken fallen im Vergleich zu anderen Regionen im Pinzgau auf gleicher Höhe mehr Niederschläge. Dies ist auf das relativ breite Leoganger Achental und den niedrigen Grießenpass zurückzuführen, der das Eindringen kühler West-Regenwinden erheblich erleichtert.

Im Becken werden Getreide und Hafer (für die Pinzgauer Pferdezucht). Daneben existiert auch Viehzucht.

Hauptort ist Saalfelden am Steinernen Meer.

Verkehrslage

prähistorisch und historisch

Von größter Bedeutung für die Entwicklung des Saalfeldener Becken war und ist die verkehrsfreundliche Lage. In Richtung Süden wird das Becken durch die Zeller Furche mit dem Oberlauf der Salzach verbunden. Das Längstal der Salzach bringt den Anschluss an eine Reihe wichtiger Passübergänge in den Hohe Tauern. Die aus Richtung Westen in das Saalfeldener Becken einmündende Saalach verlässt die Talweitung Richtung Norden über das „Hohlwegen“ genannte Trogtal, das tief eingeschnitten, die Nördlichen Kalkalpen durchbricht und so eine hindernisfreie Verbindung in den Loferer Talkessel und daran anschließend in das Reichenhaller Becken ermöglicht. Im Westen ist das Saalfeldener Becken über das Tal der Leoganger Ache und den Hochfilzener Sattel mit dem Bergbaugebiet in Kitzbühel verbunden. Richtung Osten ermöglicht das Tal der Urslau eine Verbindung in die einstigen Bergbaugebiete des Pongau, die in Mühlbach und im Raum Bischofshofen befindlich waren.

Gegenwart

Von Zell am See über Maishofen und Saalfelden über den Grießenpass nach Nordtirol führt die Westbahn (früher hier Erzherzogin-Giselabahn genannt). Die Pinzgauer Straße, B 311, führt von Norden nach Süden durch das Becken. Über den Griesenpass einerseits, den Dientner Sattel andererseits besteht auch eine West-Ost-Verbindung.

Besiedelungsgeschichte

Schon nacheiszeitliche Jäger, die in kleinen Gruppen die eisfreien und wildreichen inneralpinen Gebiete durchstreiften, hinterließen Spuren um das heutige Saalfelden, wie die Funde am Oberrainknogel in Unken belegen. Ab der Bronzezeit war das Saalfeldener Becken vermutlich durchgehend besiedelt, was durch Siedlungsorte, Bestattungsplätze, Brandopferplätze, Hort- und Moorfunde für die Bronzezeit belegt ist. Auch im Kühloch fand man Hinweise auf eine bronzezeitliche Nutzung der Höhle. Die Funde am Biberg belegen die Wichtigkeit des Saalfeldener Beckens als Siedlungsort in einer verkehrsgünstigen Lage auch nach der Bronzezeit.

Im Saalfeldener Becken befindet sich heute mit der Stadt Saalfelden am Steinernen Meer der einwohnerstärkste Ort im Bezirk Zell am See.

Quellen